Pöbelmacker #1

Die Nachfrage, das Angebot und die Macht der Bookingagentur…

Manchmal schon seltsam, man ist jung, hat Elan, will was reißen und Bands auf musikalisch
hohem Niveau veranstalten. Also tritt man einer Veranstaltungsgruppe bei und will die Bands
holen, die einem persönlich gefallen.
Aber irgendwie scheint man die Rechnung ohne den Mammon und die Bookingagenturen gemacht zu haben.
Will man einfach mal so die neue Lieblingsband in den alten Lieblingsclub holen, ist das gar nicht so einfach, sofern diese nicht gerade riesige Lücken in ihrem Tourplan haben, die gestopft werden wollen. Die Anfahrt, die sonstigen Unkosten & darüber hinaus vielleicht noch ein wenig „Taschengeld“ will schließlich alles gezahlt sein, was ganz schön happig werden kann, wenn die Band nicht gerade um´s Eck ihr Unwesen treibt.
Also bleibt einem nicht viel übrig, als sich auf sein Netzwerk aus aktiven Privatleuten und Bookingagenturen zu verlassen, welche einem vorgekaute Brocken vorwerfen, auf dass man sie schluckt.
In der Regel kommen dabei gute Sachen raus, aber das Problem mit den Bookingagenturen ist
oft, dass ein geschäftliches Interesse eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass auf diesem Weg viele Bands schlicht und einfach untergehen, da, wie in jedem geschäftlichen Bereich, die Nachfrage auf das Angebot Einfluss nimmt.
Also suchen Bookingagenturen nach den Bands, die sich gut „vertreiben“ lassen.
So gerät man als Club oder Veranstalter schnell in eine Schublade, die vielleicht zu einem gewissen Grad gewollt ist, aber nicht auschließlich.
Wenn man also z.B. gerne Garagen-Musik hört und gerne die Bands dieses Genres veranstaltet,
ist man ziemlich schnell in genannter Schublade und sieht sich mit Angeboten in dieser Richtung überschüttet, weil es im Moment einfach „läuft“.
Andere tolle Bands anderer Genres der Gitarrenmusik gehen auf diesem Weg jedoch schnell unter. So gesehen trägt man also als Veranstalter dazu bei, dass es manche Bands nicht an die Peripherie „hoch“schaffen.
Irgendwie ziemlich ernüchternd für musikalische Pluralisten aber schön für Hardliner, was ihr Lieblingsgenre betrifft. Um es mit den prophetischen Worten der Mediengruppe Telekommander auszudrücken: „Vorsicht, ein Trend geht um!“

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