Archiv für Januar 2010

mist #2

WTF?

brezel

ich bin entrüstet was mir da untergejubelt wurde.

johnny zweifel

Fun with words #7

Dem Studierenden ist eigen, aus seinem Tun und Handeln einen -Ismus zu machen, um sich durch diesen übergeordneten Kontext für etwas rechtfertigen zu können, was eh schon klar oder eben nicht erklärbar ist.

Mein lieber Herr Gesangsverein #4

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Zwei Fliegen mit einer Klappe, sehr schön! Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Video zu der spanischen Garage/Surf Band „Sonido Alfredo“, die ihre sehr eigene Auffassung dessen haben, wie Garage-Rock zu klingen hat. Am Herausstechensten ist wohl das sehr tolle Schlagzeugspiel, das klingt, als würde eine Horde hungriger Braunbären auf leeren Mülltonnen trommeln.
Hier wird mit einer seltenen Leichtigkeit gerotzt aber trotzdem noch auf Melodie geachtet. Der spanische Gesang verleiht manchen Tracks dazu noch eine sehr symphatische Note. Klare Favoriten sind jedoch das Surf-Instrumental „Macho Team“ und „Working man“, der einzige englisch-sprachige Titel.
Dann musste ich feststellen, dass das Video ursprünglich gar nicht von den Jungs selbst ist, sondern ein Zusammenschnitt aus Szenen des Films „The long distance runner“.
Lohnt sich bestimmt anzusehen! Fand jedoch noch nicht die Zeit, aber die Band ist gut, die Band ist gut, die Band ist gut…

und live:

Mein lieber Herr Gesangsverein #3

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Die Geschichte des Trip-Hop Labels „Ninja Tune“ ist für mich unweigerlich mit der Geschichte 3 ungleicher Brüder verbunden, die mir diesen Sound näher brachten.
Als ich den Begriff DIY noch mit dem Heimwerker-King in Verbindung brachte, waren die drei schon in Wäldern und auf Landstraßen unterwegs, um abgelegene, urige Locations (Höhlen, Burgruinen, Lichtungen…) zu finden, um dort ein Aggregat (ausgeliehen), 2 Plattenspieler (Technics), einige Kisten Bier (Oettinger!) und Boxen (Zeck) aufzustellen, um eine Party (unangemeldet) mit elektronischer Musik (kein verdammter GOA) bis Krautrock zu veranstalten. Das Ganze wurde bezeichnenderweiße „Hölle“ genannt und Flyer wurden nur an wenige Leute vergeben. Dem Motto angepasst war der unschlagbare Dauerbrenner der Parties „Invitation to hell“ von Mr Dibbs.

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Eine Internetseite der Jungs, welche unter dem Namen „Terato“ (von Teratologie, die Lehre von den Missbildungen) agierten, gab es zwar, wurde aber eingestellt, als die Polizei bereits vor den Veranstaltern anwesend war. Parallel zum Partygeschehen wurden unter diesem Namen auch Techno-Tracks geschmiedet und bildende Kunst geschaffen (jetzt unter dem Namen Derako: www.flickr.com/people/derako)

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Dreh- und Angelpunkte der „Höllen“ waren für mich immer die Künstler von Ninja Tune, die bevorzugt von einem der Brüder aufgelegt wurden (Der andere spezialisierte sich auf das Scratchen sehr druckvoller Hip Hop – Instrumentals, der dritte widmete sich hauptsächlich dem Schranz und Minimal). Selten gab es für mich bessere Beats und mehr cineastische Ästhetik, was die aufkommenden Bilder beim Hören betraf. Der König der vertrackten, emotionalen Weiten ist mit Sicherheit Amon Tobin, welcher auf zig Alben bereits bewiesen hat, dass elektronische Musik nicht zwangsläufig einfach gehalten sein muss, sondern in der Lage ist, Szenerien zu erfinden, die jedem postapokalytischen Streifen den Rang ablaufen. Bei seinen Alben tun sich Welten auf, die man sich mit Lovecrafts Geschöpfen bevölkert vorstellen könnte.

Ein weiterer herausragender Künstler bei Ninja Tune ist „Kid Koala“, ein Turntablevirtuose, der ursprünglich und nebenher Comics zeichnete und mit seinem Sound versuchte, eine Art Vertonung derer zu schaffen.
Alles in allem ein sehr schönes Label mit Klangproduzenten, die heute noch ihresgleichen suchen.

Mein lieber Herr Gesangsverein #2

Da versuch ich mich die ganze Zeit ein wenig zurückzunehmen, was meine favourisierte Musikrichtung betrifft, dann stoß ich auf so einen verrückten Spaten:

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Ich bin einfach mal so frech und bezeichne „Brian Auger“ (hier zu sehen mit Julie Driscoll) als den Beat- und Hammondgott schlechthin, obwohl seine Musik eigentlich als Jazz-Fusion (das damalige Crossover) bezeichnet wird. Gängigere Begriff ist vielleicht Dancefloor-Jazz, hört sich jedoch auch scheiße an. Einfach Mod, damit ich zufrieden bin.
Gestoßen wurde ich auf „Brian Auger“ durch jemanden, mit dem ich des Öfteren für ein Publikum von durchschnittlich 3 Leuten (meistens jenseits der 40) auf- bzw. eingelegt habe, das jedoch die ganze Nacht und mit einer solchen Inbrunst, dass wir manchmal ins Gehege kamen, wer denn als nächstes dran wäre. Der andere durfte dann ein wenig mit der Nebelmaschine und dem Strobo spielen, hatte einen Heidenspaß und war für die nächsten 10 Minuten beschäftigt!!
Season of the Witch (bei dem -unter anderen fabelhaften Songs- Julie Driscoll singt) musste immer abgespielt werden (rituell), bis zu dem Tag, als er mit einer Art Best-Of mit dem Namen „Get Auger-nized“ ankam. Uns Beiden haute es das Blech weg, noch nie habe ich jemanden so genial seine Hammond bearbeiten hören. Meine Füße krampften schon fast des Wippens wegen und ich musste die Scheibe auch haben. Gekauft im Buchladen! Irgendwas läuft doch schief, wenn man da interessantere Sachen bekommt, als im örtlichen Plattenladen. Egal, andere Geschichte. Driscoll und Auger spielten bereits in einer ähnlich genialen Combo (zusammen mit Rod Stewart) namens „Steampacket“, wo Auger bereits durch sein genialstes Orgelspiel auffiel.
Wahnsinniger Kerl! Sehr dufte…

Mein lieber Herr Gesangsverein! #1

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„Urbanes Trübsalblasen“ oder „Aktiv Aggressiv“ sind die Gedanken, die mir beim ersten Mal hören von „Balf Quarry“ von den „Magik Markers“ in den Sinn kamen. Vielleicht hätte Lydia Lunch gerne in dieser Band gespielt, wenn sie denn hätte spielen können. Ein Album, wie der suizidale Tagebucheintrag eines enttäuschten Teenagers, vielleicht so, als wäre „Der Schrei“ von „Munch“ vertont worden. Selten hat es mich so wenig gestresst, ein Mischung aus den Yeah Yeah Yeahs, Sonic Youth und Sigur Ros zu hören, durchzogen von unterschwelliger Wut.
Grau-in-Grau-Großstadtballade wird abgelöst von grungigem Wegwerfen im tiefen, getragenen Gitarrenspiel, dann wieder ein Stück wie ein Schlag auf die Vorderzähne und noch etwas verspielter Noise, alles jedoch unrahmt von einer tollen Gesangsstime.
Krasses Album, verstörend wie ein Lynch-Film. Keine Ahnung, wie die anderen zehntausend Alben der Band klingen, aber dieses hat mir gefallen und bewiesen, dass New York doch noch Nährschlamm für „neue“ abgefahrene Bands ist.

johnny zweifel

rassismus ist jetzt auch als natürliche, hochdosierte immunkur zu haben.

johnny zweifel

ist es vielleicht so dass harmonie und einigkeit einfach nur synonyme für langeweile und stillstand sind?

Mist #1

Fun with words #6

Morgenstund hat Colt im Mund.

Pöbelmacker #39

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The Cheeps sind mit Sicherheit keine Band, die sich zu verstecken braucht. Gefunden im Cheapo-Bereich (passend zum Namen) und gekauft, weil die Rezension nicht schlecht klang (wieder einmal konnte ich keine Hörproben finden), war ich natürlich anfangs ein wenig skeptisch. Das Zitat eines Kumpels kann man recht gut darauf übertragen:
„Man kann doch mit keiner Frau schlafen, ohne irgendwelche Hintergrundinformationen“.
Ich hab´s trotzdem mal getan und wurde nicht enttäuscht:
Auf der Rückseite des Albums mit langweiligem Landschaftscover prangt das Logo von Slovenly Records, sagte mir bis dato noch nichts, aber die Bands, die dort veröffentlichten auf jeden Fall: Wau Y Los Arrrghs, The Spit, The Hipshakes…
Ich muss zugeben, eine Weile brauchte ich, bis ich mit den Cheeps warm wurde, was auch am Bläsereinsatz in einzelnen Stücken liegen kann, aber jetzt gefallen sie mir von mal zu mal hören immer besser.
Sie klingen ein wenig nach den New Bomb Turks, jedoch experimentierfreuiger und mit dezentem Orgeleinsatz, d.h. extrem schneller Garage mit viel Verzerrung.
Man kann sie vielleicht auch als eine glattere, melodischere Version von Teengenerate sehen, aber irgendwie ist eigentlich alles glatter und melodischer als Teengenerate außer vielleicht Guitar Wolf.
Als ich dann folgenden Live-Mitschnitt sah, war ich vollends überzeugt:
Eine tolle Band mit einem Hauch Selbstironie…

Pöbelmacker #38

Bei manchen rollen sich die Zehenägel auf, andere sehen rot, einigen explodiert die Schädeldecke, wieder anderen geht das Messer in der Hose auf, einer tötet mit Blicken, ein weiterer kotzt Knochen wenn es um sogenanntes „Namedropping“ geht, um Bands zu beschreiben.
Deswegen verzichte ich darauf, „The Copyrights“ mit den „Ramones“ „Marked Men“, „Clorox Girls“ und „Statues“ zu vergleichen.
Kurz: Eine der wenigen Bands, die wissen, wie man manische Hochgefühle aus dem Nichts heraus schafft.

Fun with words #5

Der Geist ist willig, doch das Fleisch war billig.

Pöbelmacker #37

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Ab und an verstehe ich nicht, was in den Köpfen mancher Bands bei der Wahl des Bandnamen vorgeht. Das beste Beispiel für Unkreativität bei der Namensfindung ist die grottige Chart-Indie-Rock Band „The Sounds“, welche wohl nicht registriert haben, dass es bereits eine Band mit ähnlichem Namen gibt/gab: „The Sound“, eine Früh-Achtziger Post-Punk-Band, die es im Fahrwasser von Joy Division und Konsorten zu einem Funken Bekanntheit gebracht haben, was nicht zu verteufeln ist, wie ich finde… Heute würde man mit Sicherheit eher den Begriff Pop auf die Band anwenden, da sie schon relativ leicht in´s Ohr gehen, dort aber nicht für akkustischen Würgereiz sorgen, sondern sich eher gemütlich im Ohrenschmalz einkugeln und wurmverdächtig ein wenig dort herumgeistern: „Who the hell makes those missiles“ will meinen Schädel gerade nicht verlassen, muss wohl mit Slayer oder ähnlichem Krach rausgeknüppelt werden…
Na ja, lange Rede. The Sound spielt defintiv mit dem Chic des Morbiden, gemünzt auf die 80er, will eingängige Popmelodien jedoch gewollt nicht umschiffen und schafft klaustrophobisch, melancholische (Synthesizer)Momente, jedoch immer noch im Rhythmusgefüge des damaligen Punk, nur etwas glatter und weniger krachig. Resignation scheint der rote Faden zu sein, der sich durch das komplette Album zieht. Sehr schöner Soundtrack, um durch einen weiteren langweiligen, antriebslosen Tag zu dümpeln…

Pöbelmacker #36

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Die goldene Scheiße für die madigste Internetpräsentation geht mal definitv an die „Zodiac Killers“ und ihr Label „Rip Off Records“ (Keine Homepage, Gevatter Grunnen hat mal zumindest eine Liste der Veröffentlichungen).
Selbst der Humor der Videos von den Zodiac Killers donnert mal kräftig in die Hose und ansonsten gibt´s keine Songs auf der Seite anzuhören.
Nichtsdestotrotz eine Wahnsinns-Band, die wie die noch schnellere Ausgabe der Hex Dispensers klingen, schnellen garagigen 77er Punk spielen mit herrlich sinnnentleerten Texten. Das war´s…


Zodiac Killers-Microwave Slave

Zodiac Killers | MySpace Music Videos

Kleberei! Schmiererei! Allerlei 2

da die ersten hundertmillionentausend Kleber gleich weg waren wurde nun in einer Powerrangerfabrik in Banglanesien nachproduziert.

geiligigigig ackackack

abzuholen im Geheimlager.

Pöbelmacker #35

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Was war da nur los, in den Achtzigern in Deutschland? Vielleicht einfach nur eine weitere „British Invasion“ und Düsseldorf war der Hafen, an dem der Siegeszug des New Wave begann?
Das Buch „Verschwende deine Jugend“, die Antwort, auf das amerikanische „Please kill me“ bietet schon mal eine ganz gute Übersicht und prickelnde Informationen über Punk und sein Selbsverständnis zu dieser Zeit. Ziemlich untergegangen in dem allg. Zirkus ist jedoch u.a. die Hannover Band „Der moderne Man“, welche, wie wenig andere, konsequent „No Future“ auf ihre Flagge geschrieben haben: „Ich stehe hier und stecke den Finger in die Steckdose rein. Hoffentlich klappt es heute. Raus aus dieser Einöde. Gib mir den Tod.“ wird mit gleichgültiger Stimme bei „Gib mir den Tod“ (aus dem Album: 80 Tage auf See) auf ein Instrumental gesungen, das von „Gang of Four“ stammen könnte. In schizophrener Manier wird dann gebetmühlenartig wiederholt: „Komm steck den Finger rein!“.
Das Ganze hätte rückblickend einen recht witzigen Touch, wenn nicht einer der Bandmitglieder tatsächlich Selbstmord begangen hätte.
Nichtdestotrotz eine sehr geile Band, welche auch John Peel zu schätzen wusste.

Pöbelmacker #34

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Kranker Scheiß hat Hochkonjunktur. Das beweisen „The Intelligence“, welche bei „In the Red“ residieren. Das neue Album „Crepuscule with pacman“ wirkt wie ein Stresstest der Scientologen. Ziemlich schrabbeliger, mehr als trashiger, jedoch immer noch rhythmischer, No Wave. Das komplette Album erträgt man wahrscheinlich erst mit 95 in Begleitung seiner Eltern, aber einzelne Songs stell ich mir dann doch ganz witzig in einem Dj-Set vor, um wie es ein Bekannter sagte, „ordentlich die Gehörgänge frei zu spülen“.
Ein Album wie der Alptraum eines Autisten, kaum zugänglich aber live bestimmt der Kracher, wie das Video beweist:

Pöbelmacker #33

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Neu! haben mir definitiv meinen Kurztrip in Berlin versüßt, gefunden in einem gut sortierten Plattenladen, schleppte ich die neue, alte Beute in meine vorübergehende Höhle. Schnell den Laptop der Obdachgebenden Freundin an die Anlage angeschlossen, Scheibe rein, Tüte an! Hammer!
Was da Mitte der siebziger von „Neu!“ abgezogen wurde, sticht sogar heute noch viele Trip-Hop-Gruppen um längen aus, auch weil man weiß, dass da noch mit Schlagzeug, Gitarre und Synthesizer gearbeitet wurde. Die meistens Songs von Neu! sind sehr sphärisch, an Can angelehnt, jedoch weniger verschrubbelt und zeichnen sich durch ein monotones Schlagzeug aus, im Gesamten als würde man durch psychedelischen Sirup waten.
Eine weitere Band, die ich in einem Musikkatolog fand, scheint ihre Wurzeln in Neu! zu haben, kommt aus Kandada und verbindet genauso traditionelle Instrumente (Schlagzeug, Gitarre) mit Synthesizereinsatz. Sie nennen sich „Holy Fuck“ und sind ein wenig druckvoller als Neu!, haben sich jedoch auch den sphärischen Sounds, unterstützt von monotonem Schlagzeugspiel verschrieben. Sind live mit Sicherheit ein Genuss: