Trip to hell I

Es begab sich aber zu der Zeit, da sich vier junge Menschen aufmachten um dem allgemeinen Silvester-Bullshit zu entfliehen.

Diese Personen empfingen die frohe Kunde, dass der alte Hengst „The Italian Stallion“ noch einen letzten Ausritt gen Mönchengladbach wagen würde.

Nichts hielt sie mehr in Tübingham, also rein ins Auto, Palette Bier dazu und ab dafür.

Natürlich ließen sich die Damen und Herren nicht lumpen, den Gig am 30. Dezember in Köln im Sonic Ballroom mitzunehmen.
Ultra netter Club, mit mords Gequalme, der paffende Pennäler hätte seinen Spaß gehabt. Klein, laut, muffig gut!

Den Auftakt machten The High Society, vier angepisste Jungs aus Nürnberg, die sich über Deutschland, Arbeit und all den anderen Scheiß gehörig Luft verschaffen.
Um sie zu zitieren: „ Jetzt kommt ein Song gegen Holland und Deutschland und die letzten vier sind wieder gegen Deutschland“
Kurzer knackiger oldschool hardcorepunk mit abgefahrenem Gesang. Funktioniert auch auf Platte sehr gut. Allein die Emotionen des Sängers, der nie ruhig stehen kann und auf der Bühne sein letztes Hemd verschwitzt, ist es wert diese Band live zu sehen.

hornrimps pixxx

Kurz darauf machte sich ein teil des äußerst angetrunkenen Publikums daran, Instrumente auf die Bühne zu schaffen. Zu unserer Verwunderung handelte es sich bei den besoffenen Holländern um Gascoine.
Popiger Punkrock.
Wir warn draußen zum qualmen.
Kaum warn wir wieder drin, letztes Lied, voll auf die Fresse bekommen.
Selber Schuld.

Hätten Lights out gewusst, was auf sie zukommt, wären sie eventuell in Schutzanzügen aufgetreten.
Schuld daran war ein bunt-klebriger Schwall aus Konfetti, Spraydosenluftschlangen und sonstigem nicht identifizierbaren Geschossen aus dem Publikum.
Ansonsten lieferten die Jungs das ab was man von ihnen gewohnt ist. Early 80’s hardcorepunk. Eine wilde Mischung aus Dean Dirg, Angry samoans, mit dieser elendig hoch gestimmten Gitarre, kein Auge blieb trocken.
Der Sonic Ballroom hatte seinen Spaß.

hornrimps pixxx

Wenn man schon mal in Köln ist, schaut man sich auch die City an, dazu gehört für jeden ordentlichen Touristen natürlich der Kölner Dom.
Dazu ist nur eins zu sagen: Boa, so ne riesen Platzverschwendung.
Zudem ist die Innenstadt verpestet mit riesigen Einkaufscentren, große Ketten und ekelhaftem Fastfoodmist. Wer bock auf Mainstreem shopping hat, ist hier gut aufgehoben.
Etwas abseits fanden wir den Kölner Senfladen. Der war geil. Hatte aber zu. Bekackt.

Königlich pennen durften wir bei einem lieben, tätowierten, asimeisterfriseur, danke für die Obhut!
Gab auch guten Pampf dafür.

Nächster Tag. Silvester.
Ausgeschlafen, den Plattenspieler nicht zum laufen gebracht, Biers und Wunderkerzen besorgt. Auf nach Gladbach. Direkt vorbei an Kothausen (ECHT!!)

Der Laden. Dessen Namen nicht erwähnenswert ist. Ein echter Club. Mit Türsteher, verspiegeltem Innenraum, sauberen Toiletten Bier fürn haufen Kohle. Wir ham uns vor der Tür ein reingeleert (ha!). Eben so wenig erwähnenswert waren die ersten Bands. Bollo-emo-action. Einzig interessant waren die übergroß gedehnten Lobes eines Gitarristen.

Danach bekam der Laden das was er verdient hatte, Italian Stallion – ABRISS!
Zieht euch das Foto rein, mehr muss nicht gesagt werden.

hornrimps pixxx

AYS, wer drauf steht, hatte seinen spaß. An dem Abend waren einige Styler-Bollo-Kids zu viel am start.

Nach der Show, Sachen gepackt, schnell weg hier, ins Auto.
Kurz vor dem Inferno in Düsseldorfs „linkes Zentrum“ eingetroffen.
Nett anzuschaun. Das übliche Feuerwerkgedöhns gespickt vom routinierten Zerstören der verglasten S-Bahn Haltestelle gegenüber.
Hätten die mal lieber in Gladbach vorbei geschaut.

Drinnen, coole Leute zwischen 15-60 Jahren. Karaoke-Deutschpunk-Band.
Sehr amüsant waren die 3 Herrschaften beim versuch das äußert anspruchsvolle Lied „Hier kommt Alex“ der Toten Hosen zu performen (danke für das geile Wort Detlef D Ausrufezeichen) Es hat nicht geklappt. Selbst mit dem Refrain war man hier überfordert.

Ansonsten, guter Abend.
Schöner Trip.
Danke.

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