Pöbelmacker #15

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So belämmert der Quatsch Comedy Club auch sein mag, das „Fundstück der Woche“, oder wie es auch immer hieß, kitzelte bei mir doch den ein oder anderen Lacher aus der Wampe. Seitdem versuche ich auch ein Auge für besonders kreative Dämlichkeiten zu bekommen, wie z.B. Graffiti, wo scheinbar nicht mit der Schreibhand elementare Dinge wie „Sex“ oder „Fuck“ an Wände gezaubert werden. Auch gab es mal die Überlegung, einen Bildband zu machen mit Basketball-Körben, die an denkbar ungünstigster Stelle aufgehängt wurden. Der absolute Spitzenreiter wäre ein Korb, entdeckt auf einem Dorf auf der schwäbischen Alb, der an eine Hausmauer, ungefähr 1 Meter unter einer Fensterscheibe aufgehängt wurde.

Eins meiner absoluten Lieblings-Fundstücke, angeschleppt von meiner ehemaligen Mitbewohnerin, ist folgende Klolektüre, welche selbst den heftigsten Durchfall zur Lachnummer werden lässt. Das Ganze ist 192 Seiten lang, erschien bei „Soulbooks.de“ und ist eine Aktion von „Soulsaver“. Der Titel ist „Rock im Sarg“ und an Wortwitz schon mal kaum zu übertreffen. ja…
Genau davon handelt das kurzweilige Büchlein auch, nämlich von toten Rockstars und wie diese sich um ihre Karriere, ihr Leben und einen Platz im Himmel brachten. Neben den Klassikern (Bob Marley, Jim Morrison, Janis Joplin und co.), finden sich auch Exoten wie z.B. GG Alin. Der Beitrag über diesen ist auch das ungeschlagene Highlight.
Wie der Name des Verlags vielleicht schon erraten lässt, ist das Ganze eine schwer christliche Angelegenheit. In dem Buch wird einem quasi -anhand von den Einzelschicksalen- geraten, statt falsche Götzen, doch lieber den einzig wahren Erlöser anzubeten, nämlich Jesus. So führt dann auch unweigerlich jeder Beitrag zu einem Zitat aus der Bibel.
Anhand von Bob Marleys Schicksal, das eng mit seiner Rastafari-Version der Bibel-Auslegung zusammenhängt, wird einem zum Beispiel geraten: „Man sollte von niemandem einfach die Religion nachmachen.“
Einer der beknacktesten Beiträge ist jedoch der zu Brian Jones mit der Zweit-Überschrift „Sympathy for the devil“, wo das volle Arsenal an „heiligen“ Granaten aufgefahren wird und durch die Blume mit ewiger Verdammnis gedroht wird:
„Fakt ist jedoch, dass Brian Jones und seine Bandkollegen mit dem Satanischen geliebäugelt haben. Ihre Texte geben darüber genug Auskunft. (…) Aber es ist nur zu offensichtlich, dass Menschen wie Brian Jones (…) einen Lebensstil teilten, der fern von jeglicher Moral und Gottesfurcht, seinen Preis fordert.“
Ganz toll ist auch der Vergleich des Werdegangs von Elvis mit dem des König Salomos:
„Doch seine Person und sein Reich endeten ebenso mit einem großen Fall. Es begann ähnlich wie bei Elvis mit den Frauen. Es heißt von Salomo dass er 700 Frauen und 300 Nebenfrauen hatte. Danach verstrickte er sich in immer größere Sünden und begann tote Steinbilder anzubeten“
Alles in Allem sehr kurzweilig, gespickt mit Fakten und herrlich bescheuert…
Abschließen will ich jedoch mit meinem Lieblingszitat aus dem Buch:

„Es ist vielleicht schwer zu glauben, aber Gott hat GG Allin geliebt“

In diesem Sinne, es ist noch nichts verloren ;-)

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