Oh Hass du Pflänzchen dass ich wässern musste, nachdem ich es gesät hatte und das mir unter den eigenen hilflosen Händen verging, weil etwas dazwischen kam.


Perspektivlosigkeit, Desillusionierung, Resignation. Wo sonst die Musik hilft, hilft jetzt gar nichts mehr. Ich habe keine Lust mehr. Dreiviertel aller Musik ist genauso belanglos wie ich es immer befürchtet hatte (aber nie einsehen wollte). Jetzt hat diese Erkenntnis mich übermannt: Popkultur ist verlogener Dreck und letzter Ausläufer eines kollektiven Wahns. Alle Bedeutung ist an den Haaren herbeigezogen und selbstgefällige Lüge, bei klarem Verstand kaum zu ertragen, ein weiterer aussaugender Industriezweig auf dem Weg zur Optimierung künstlicher Bedürfnispyramiden. Wie konnte das passieren? Täglich redundante Musik, so ein schönes Accessoire: Morgen Punk, heute Hip Hop, zwischendurch Hardcore, ich kann sein was ich will. Ich weiß nicht ob ich schlafe oder wache, diese Party dauert schon viel zu lange und immer noch kommen Gäste, neue Bands, mehr Gigs, mehr Sets, mehr Networking, mehr Kohle, mehr Ambition, mehr Liebe, Lachen, Lebenslügen. Da kommen drei Typen rein, von Natur aus unsicher und mit Intelligenz gestraft, das Tier in ihnen ist lange erschlafft, kleine Plüschlords, ihre Rechner fiepen und sie machen sich fast in die Hose vor Glück – Papa hat das erste Label spendiert. Awareness! Fickt euch ihr Penner, ihr pflegt eure angeblichen Feinde. Scheiße Scheiße Scheiße.
Plötzlich die Band der Erlösung mit den Platten der Erlösung: Mclusky. Do Dallas. My Pain And Sadness Is More Sad And Painful Than Yours. The Difference Between Me And You Is That I‘m Not On Fire. Wie Snickersreste zwischen den Zehen, trotzdem schnell wie eine Flipperkugel.

Mclusky

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1 Antwort auf „Oh Hass du Pflänzchen dass ich wässern musste, nachdem ich es gesät hatte und das mir unter den eigenen hilflosen Händen verging, weil etwas dazwischen kam.“


  1. 1 johnny zweifel 23. März 2010 um 13:54 Uhr

    naja. amüsemeng ist im kapitalismus eben auch nur die verlängerung der arbeit.

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