Please kill me – die totale Empfehlung

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William Burroughs: „Ich dachte immer ein Punk wäre jemand, der sich in den Arsch ficken lässt.“

Ich muss schon sagen, selten hat mich ein Buch so gefesselt wie dieses. Der ein oder andere mag vielleicht allgemein durch Lesen abgeschreckt sein – muss man während des Studiums oder bei der Lektüre der Anleitung zum Snöre-Einbauschrank schließlich schon genug, aber bei diesem Werk lohnt es sich wirklich mal über seinen Schatten zu springen, um sich ein wenig wirklich unterhaltsame Beletristik zu Gemüte zu führen. Wer hier eine langweilige Belehrung über die Ursprünge des Punk erwartet, hat sich mal derbe geschnitten. Das gesamte Werk besteht aus Interview-Fetzen, Wahrheiten, Halbwahrheiten und schlichten Lügen, sozusagen eine Art kollektives Gedächtnis an die frühen Jahre des Punkrock. Ich muss gestehen, zur Gänze hab ich es noch nicht gelesen, aber schon die Interviews mit den Stooges, Ramones, Velvet-Underground, Dead Boys, Patti Smith und deren Groupies sind zum Schießen. Selten so gelacht, geweint und nochmals gelesen, weil ich es einfach nicht glauben konnte, was da steht… Ich will mich nicht weiter in Lobhudeleien ergehen, sondern einfach mal etwas aus dem Inhalt zitieren:

Dee Dee Ramone: Sid Vicious war mir immer auf den Fersen, das war bevor er bei den Sex Pistols einstieg. Er war sehr nett und unschuldig. Ich sah ihn ständig. Das schlimmste Mal war jene Nacht, als wir eine rießen Party gaben. Es war Sommer und in London gab es keine Klimaanlagen. Das war in einem Schuppen, im Country Cousin oder Country Club, wo alle ihre Partys feierten. Es gab Bier und Wein und alle waren sturzbesoffen. Das ganze Klo war vollgekotzt – das Waschbecken, die Klos und der Fußboden. Es war wirklich ekelhaft. Und irgendweg fragte: „Dee Dee brauchst du was?“ „Yeah, ich hätte gern ein bißchen Speed!“
Auf einmal hatte ich eine rießen Menge Speed in der Hand. Ich fing an, es wie verrückt zu sniffen. Was war ich high … und dann sah ich Sid, und er sagte: „Hast du irgendwas, um high zu werden?“ – „Yeah, ich hab etwas Speed.“ Sid zog also sein SPritzbesteck hervor, lud ordentlich Speed und steckte die Nadel in die Toilette mit der ganzen Kotze und Pisse drin und zog sie auf. Er hat´s nicht mal abgekocht. Er schüttelte das Ding, steckte es sich in den Arm und fuhr ab. Ich hab ihn nur ungläubig angeschaut…“

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