Das Wetter ist nicht echt, wirklich…

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Vielmehr glaube ich wir sind Teil eines psychologischen Experimentes von Aliens.
Sie testen anhand einer kuppelförmigen Leinwand, die sie unbemerkt wie eine Käseglocke oder ein labbriges, vollgeschlonztes Riesenkondom über die Erde stülpten, wie der abrupte Wechsel von apokalyptischer Bewölkung und eitel Sonnenschein die Psyche von uns armen Menschleins zerpfriemelt. Diese Aliens -keiner weiß woher sie kamen- sind auch gleischzeitig die Erfinder des Hupkonzertes, eine akkustische Grausamkeit, auf die sie besonders stolz sind.
Protokolliert wird der geistige Zerfall oder emotionale Niedergang z.B. durch kleine Roboterfliegen, die immer in der Mitte des Zimmers ihre kryptischen Rechtecke fliegen, verschlüsselte Bewegungsmuster, die sich unserem Erkenntnishorizont entziehen. Diese Geometriefliegen sind mit neuester Alientechnologie ausgestattet, d.h. Mikrokameras und ultraempfindliche Mikrofone. Auch fliegen die Biester nachts in meinen offenen Mund, bohren sich ihren Weg in mein Gehirn, regenerieren sich dort, beeinflussen meine Träume. Anders kann ich mir den über den Pferderipper oder die Antraktisexpedition mit Entdeckung eines Zugangs zur Hölle nicht erklären. Erste Opfer dieses Experiments drücken sich bereits mit nach innen gekhrten Augen vor dem Kaufladen in der Nachbarschaft herum und versuchen das Schreckliche, das sie sahen mit Herrengedecken abzutöten. Nach dem Konsum einer Flasche Wein der Marke Sorgenbrecher, dem Aufsetzen einer speziellen Sonnebrille und schreiend lauter Musik bin ich jedoch in der Lage, diese interstellare Verschwörung ersten Grades zu durchschauen:

The Original Three – Been dealt a losing hand

So ne Art Allstar-Geklüngel aus dem Hause Empty-Records mit Gastauftritten von Jay Reatard, produziert von Alicia Trout, welche auch mit ein paar Orgeleinsätzen aufwartet.
Das Ganze ist eine knarzige, Mid-Tempo, Garagenplatte, die mit schönen Melodien aufwartet und einer leichten Affinität zum Blues-Trash der Oblivians. Wunderbar um sein betrunkenes Gehirn nochmehr zu verstören. Den Gitarristen der Band durfte man auch als Tour-Begleiter der Black Lips bewundern. Spitzen-Teil das Ganze. Gefällt.

The Night Terrors – Cobras

Eigentlich war ich skeptisch diese Scheibe zu kaufen, da Schlangen auf dem Cover. Mistviecher! Alle ausrotten, anzünden, zerhackstückeln! Trotzdem gekauft. Bereuen tu ich´s bei Weitem nicht. Bratzig, bluesiger Trash mit tollem Gebrülle und Mitgliedern der Mistreaters. Das Ganze wieder prduziert von dem Pärchen Reatard-Trout. Was war da nur los?? Herrlich dissonant mit recht schwierigem Zugang.

The Phoenix Foundation – These Days

Wow! Was passiert, wenn wetterfühlige Finnen beschließen eine Band zu gründen? Sie klingen genau so! Ultramelancholischer, zackiger Punkrock mit wunderbarem Sinn für hübscheste Melodien. Mehr gibt´s fast nicht zu sagen. Läuft gut rein…

The Psychedelic Avengers

Hätte nicht gedacht, dass eine Fusion aus unterschiedlichen Künstlern unterschiedlichster Musikrichtungen unter der Schirmherrschaft des psychedelischen Weltraumabenteuers so gut funktionieren könnte. Auf diesem Doppelalbum gibt sich nicht nur die neue Krautrock-Szene die Ehre, sondern auch elektronische Künstler oder sogenannte Indiebands (Wie ich den Begriff hasse). Passt irgendwie alles recht gut zusammen und schreit förmlich danach unter anderen Umständen gehört zu werden. Das Ganze noch mit abgefahrenem Artwork des Perry-Rhodan Zeichners. Schön verschroben, hält, was der Name verspricht.

The Plastiques – 101

Wunderbar, Wunderbar! Schneller, hat am Traditionellen entlangschrammelnder Garagenrock mit fettem Gitarrenspiel, schwer wie die Schwiegermutter. Absolute Partyscheibe mit Tanzgarantie. Stimmlich erninnert mich die Band manchmal an die Dirtbombs. Obwohl auf P. Trash erschienen, wird hier gewollt auf Vermüllung des Sound verzichtet.

The Reds – It´s about time

Hi hi hi, schon wieder Rip Off Records… Langsam bin ich fast davon überzeugt, alleine durch meine Käufe das Ganze reanimieren zu können. Zackiger, angetrashter Schrabbelpunk, teilweise mit einem Quäntchen Arschrockrhytmik. Könnte der Soundtrack zum Flaschenweitwurf oder einer Fahrt mit 180 gegen ein Rudel Wildschweine sein. Irgendwas in der Art.

Motorpsycho – It´s a love cult

Ja, irgendwie mag ich den skandinavischen Hippiekram von Motorpsycho. Definitiv leisere Klänge, Musik, die keinem wirklich was tut. Das war bei ihnen auch schon mal anders (höre Demon Box) aber irgendwie läuft dieses epische Easy-Listening Zeugs dann doch ganz gut rein.
Man merkt eine gewissen Ehlichkeit und eine nicht aufdringliche Fingerfertigkeit hinter den Songs. Sher sympathisch, kann man auch laufen lassen, wenn die Eltern einen besuchen oder der Steuerberater…

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3 Antworten auf „Das Wetter ist nicht echt, wirklich…“


  1. 1 neuromo 25. Juni 2010 um 10:45 Uhr

    ich brauche die phoenix foundation

  2. 2 Pöbelmacker 25. Juni 2010 um 11:00 Uhr

    Wird ausgeliehen!

  3. 3 Pöff 25. Juni 2010 um 14:23 Uhr

    ich will mal wieder bei dir vorbeikommen und deine sammlung durchwühlen!

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