Was sich neckt das liebt sich

Zu intensive Beschäftigung mit deutschem Battlerap in Kombination mit Alkohol evozierten neulich folgenden komatösen (Wach-) Traum bei mir:

Auf dem Weg nach Hause. Kälte und Dunkelheit. Ich fand Schutz in einem U-Bahn-Schacht, der mich seinerseits sogleich in die umarmende Vertrautheit seines Harnbouquets einschloss. Muffige Wärme und das Warten auf den Abtransport. Ich stand dort so, allein und selbstvergessen, vielleicht zwei oder drei Minuten, da hörte ich nicht weit entfernt ein Geraschel und undeutlich verhallte Männerstimmen. Reflexartig fuhr mir der Schreck in die Glieder. Nach Momenten anfänglicher Lähmung obsiegte dann aber doch die Neugier. Vorsichtig näherte ich mich dem Winkel, aus dem die Geräusche offenbar zu kommen schienen. Ich tastete an einem Pfeiler entlang und spähte mit einem Auge nur an dessen Kante vorbei in ein entlegenes Zwielicht. Die Schemen, die sich dort rührten, waren von einer unerklärlichen Bekanntheit. Ich wagte mich noch ein Stück weiter vor und mithilfe des gesamten Blickfeldes wurde das Erstaunliche des sich bietenden Geschehens dann offenkundig: Es schien dort Eko Fresh zu stehen, weit nach vorn gebückt, mit beiden Händen an einer Wand, die Baggy-Pants eklatant tief in der Kniekehle sitzend, so dass er seinen blanken Arsch entblößte, mit dem er frivol-lockend hin und herwedelte. In seinem stimmbrüchigen Rezitativ wiederholte er immer wieder dieselben Worte: „Willst du mich savas-en? C‘mon honey, savas mich!“ Und hinter ihm, es war unfassbar, war das tatsächlich Kool Savas, der sich nun ebenfalls untenrum freimachte und gebieterisch entgegnete: „Komm zu mir, ich klär deine Sicht mit ’ner heißen Nadel. Nimm diese Bar und du liegst still und leise da.“ Und im Schutz des Halbdunkels begann ein gehöriges Gerammel. Zwischendrin jauchzte Eko ganz schön horny: „Savas, du bist zwar schon über dreißig, aber immer wieder zeigt sich, wie du am besten deine Mannschaft klein kriegst.“ Und Savas presste hervor: „Fuck mich ab und ich mach dir Dampf, zerstör dich voll und ganz. Ek, lutsch mein‘ Schwanz!“ Eko entwand sich dem Treiben im Doggystyle und drehte sich um. „Fo‘ shizzle, mein Pimp-Legionär…“ Das waren die letzten Worte, die ich vernahm, bevor ich mich konsterniert von diesem Szenario losriss und in die zum Glück in diesem Moment einfahrende Bahn hineinstolperte. Ich war verwirrt. Der größte Beef im deutschen Rapgeschäft war eine einzige große Farce! Eigentlich haben die sich total lieb! Wer hätte das gedacht.

Kool Savas + Eko Fresh

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1 Antwort auf „Was sich neckt das liebt sich“


  1. 1 neuromo 25. Juni 2010 um 16:00 Uhr

    kaum zu glauben, aber wahr!

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