das abgstochene jute-kleid

ich war heute in einem buchladen um ein buch zu kaufen. hab mich umgesehen und dann gefragt, wo ich was finde, weil das ein buchladen mit unbeschriftetem haufensystem war. das mensch gewordene stück grünkern-scheiße hatte aber keine lust mir zu helfen sondern fand es angebrachter mich darüber zu belehren, dass ich mein schubladen denken ablegen soll. ich sagte, dass ich neurotiker bin und mindestens einen hauch von hilfe oder system brauche, wenn ich nach etwas suche. sie fragte ob ich etwa das system kaufen wolle, oder ein buch. spätestens jetzt hatte die stinke-liesel nur noch einen glotzenden haufen verachtung vor sich. sie sagte, wenn ich neurotiker sei soll ich meine bücher wo anders kaufen. sie habe nicht ihren eigenen laden aufgemacht um sich sagen zu lassen, dass sie beschriftungen an die regale machen soll. ich sagte, dass mir beschriftungen scheißegal seien und ob sie nicht gemerkt hätte, dass ich sie nach einer rein persönlichen beratung gafragt hatte und dass so eine beratung ganz ohne kategorieschildchen doch wohl auch ihrem ladenkonzept sehr nahe liege.
im tonfall einer tadelnden kindergärtnerin meinte sie dann, dass es besser wäre, wenn ich da hinginge wo beschriftungen an den regalen wären – die kuh hatte nicht nur ein besonders ekelhaftes naturell, sie war obendrein auch noch gehirnamputiert.

doch nicht genug. im normalen buchladen steckte ich dann direkt in dem problem, dass ich eigentlich durch den besuch bei der alternativ-zumutung vermeiden wollte: alle bücher im normalen laden sind scheiße. sie handeln ausschließlich von rührseeliger gequirlter kacke, die dann für so schön und wahr gehalten wird, von schwiegerelterlichem mist in romantisch-weisem anstrich – ich hasse kaum etwas abgrundtiefer. die auslage der aktuellen beletristik einer normalen buchhandlung lässt so tief in die potthässliche fratze der dümmlichen gesellschaft blicken, dass ich kurz erschrocken schock-kotzen wollte. ich musste an die versonnen grinsenden wiederlinge denken, die gerne in blumigem ton verlauten lassen sie liebten bücher sooo sehr. besonders in riiieesigen mengen. hach wie herrlich!

keine zwei minuten später habe ich mich in gedanken bereits an selbstgeschächtetem wichser-gulasch mit reis ungesund überfressen. und eins steht fest: wenn ich dieses kaff für etwas hasse, dann für seine buchläden mit seinen arschlöchern drin und dem darin rumliegenden affengewäsch gedruckt auf sinnlos gefällten bäumen. außerdem hasse ich alle arten von theater so sehr, dass mir nach in die hose scheißen zu mute ist, wenn ich dem rumwälz-brüll-over-acting vor pappmaché kulisse eines menschen beiwohnen muss, dem ich in der realität ohne zu zögern vor wut in den kopf beißen würden.

ich hab mir dann endlich die dialektik der aufklärung besorgt. bei einem arroganten streber, der die fresse hält, da sitzt, einfach nur richtige bücher verkauft und sich von allen anderen profund am arsch lecken lässt. das gefällt mir.

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2 Antworten auf „das abgstochene jute-kleid“


  1. 1 Cpt. Schmock 21. August 2010 um 12:00 Uhr

    Da haste dir aber harte Kost geholt!
    Wenn du das durch hast redest du jeden Buchhändler in Grund und Boden.

  2. 2 Pöbelmacker 24. August 2010 um 12:39 Uhr

    find gut, dass bei Büchern die Spreu vom Weizen allein schon durch die Verlage getrennt wird. Mit Suhrkamp macht man inner Regel wenig falsch. Bei Rowohlt fängt dann schon die Grauzone zum verfluchten Mist an

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