Tourbericht: Cpt. Schmock unterwegs mit Sidetracked

Lang hat’s gedauert bis ich mich nun endlich dazu durchgerungen hab, meine Erlebnisse hier niederzuschreiben. Nun, da ich dachte dass es evtl. ganz interessant sein könnte zu berichten wie das so mit Konzerten in diesem komischen kleinen Land namens Ungarn so läuft, gibt’s nun Cpt. Schmocks Tourbericht zu den 3 Tagen die Selbiger mit der wunderbaren Hardcore Combo Sidetracked aus Dortmund verbringen durfte:

Tag 1:
Es ist Dienstag Mittag, ein herrlich sonniger Tag in einem kleinen Städtchen am Balaton („Plattensee“ für Trottel!) an dem ich mich – trotz der Tatsache dass mir am Abend zuvor bewusst wurde dass ich mit Datum und Tag völlig durcheinander gekommen bin und an eben diesen Tag Citizen’s Patrol in Budapest verpasst habe – freue die 4 Boyz + Fahrer begrüßen zu dürfen. Nach einem kurzen Plausch geht’s auch schon ab Richtung Autobahn und rüber nach Budapest, wo der Punk an diesem Abend abgehen soll. Entlang am Balaton mit „höchst korrektem“ Punk aus dem Pott und später hinein ins wunderbare Budapester Verkehrgetümmel! Die beste Gelegenheit für etwas Sight-seeing denn man verbringt doch etwas Zeit an einer Stelle.
So wirklich konnte ich mich mit dieser Stadt noch nie anfreunden. Ich glaube die Kombination Großstädter und Ungar zugleich gefällt mir nicht.

Anyway … nach guten 2 1/2 Stunden waren wir auch schon bei einer Wohnung, die der Veranstalter uns als Zielort genannt hat, angekommen und wir gingen rauf für ein kurzes Mahl und die für Sommer in Ungarn typische Weinschorle. Ziemlich schnell bewährte es sich mal wieder, sowohl für die Band als auch für die Veranstalter dass ich mich als Dolmetscher angeboten hatte. Die Fremdsprachenkenntnisse der Ungarn (Ja, das werd ich sehr allgemein!) sind einfach unterirdisch! Es erschüttert und fasziniert mich jedesmal zugleich!
Kurz drauf ab zur Location. Anscheinend ganz neu und dank Vitamin B schon einen Monat vor der offiziellen Eröffnung nutzbar für die Veranstalter. Club 49, eine Kellerkneipe, gepflegt eingerichtet mit genug Raum vor der Bühne. Die Getränkepreise für deutsche Verhältnisse, selbst in Budapest, ziemlich gut. Ich glaub die Halbe lag bei knapp über einem Euro.

Da es in Ungarn sowas Juzes, AZs oder Squats eigentlich nicht gibt, ist es auch nicht üblich dass die Bands Freigetränke bekommen können. Sind halt meist eben nur Bars in denen Konzerte stattfinden können. Nichtsdestotrotz konnten später doch ein paar Runden auf Kosten der Veranstalter geschmissen werden.

Nach dem Aufbau der Backline und einem kurzen Ausflug zur Donau ging’s recht bald auch schon los. Es war ja auch viel geboten! 5 Bands! Unter der Woche! In Ungarn irgendwie nix ungewöhnliches. Es gibt einfach viele Bands die auch für Umme eine Auftrittsmöglichkeit suchen. Die ersten 3 Bands gingen relativ spuhrlos an unserer „Crew“ vorbei, zumindest an mir. Ich wüsste auch deren Namen nicht mal mehr. Als 4. waren dann Dance or Die auch aus Budapest an der Reihe, die die ein oder anderen vlt aus Tübingen kennen, wo sie im April gespielt haben. Knorker sound der Allen zu gefallen schien!

Dann endlich durften Sidetracked spielen. Show und sound, alles super. Sogar die nervige Discobeleuchtung, um die ich den Mischer bat sie auszumachen, war aus! Und das Publikum war voll dabei (und ich mittendrin)!
Aber … so problemlos kann ein Abend ja nicht vorrüber gehen! Schnell waren 2 Skinheads parat die eine andere Glatze prügeln wollten und schon angefangen haben rumzuschubsen. Zum Glück waren gleich ein paar Leute am Start die ihnen klar machten dass sie woanders Stress machen sollen. Haben sie wohl auch gemacht! Alles was ich vom Veranstalter kurze Zeit später mitbekommen hab war dass es draußen ne Klatscherei gab und die Show vorbei sei, weil der Barbesitzer jetzt alle draußen haben wolle und bereit eine 5-köpfige, quadratförmige Türsteher Truppe dabei hatte. Somit durfte ich durch dezentes Handzeichen, der Band klar machen dass die letzten 3 Songs nicht mehr klar gehen und es war nur noch schnelles Abbauen angesagt.

Da standen wir dann. In den Club durfte keiner mehr rein, in Budapest darf auf der Straße kein Alkohol getrunken werden (100€ Strafe!!!) – was in soweit auch kein Problem war, da ab 23h dort auch kein Alkohol mehr in Läden verkauft wird – und der Veranstalter hält uns erstmal hin, da niemand einen Schlüssel für die mittags besuchte Wohnung parat zu haben.
Ne Stunde oder zwei und ein paar Pizzen später könnte die Band endlich Heim und auch ich machte mich mit einer alten Bekannten auf den Weg zu ihr, um einen – wie zu erwarten – deutlich bequemeren Sofapennplatz zu ergattern.
Nach den typischen Gesprächen was in dem Land so alles falsch läuft, bei einem Bierchen, war’s das auch für den Abend.

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