NELEHMOPHONS TOURTAGEBUCH #1 – UNTER WICHSERN

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Seit einer halben Stunde sitze ich mit Neuromo nun schon erwartungsvoll auf der Eingangstreppe aber von Hulk Haugen keine Spur. Eigentlich wollten wir um 15 Uhr losmachen. Nach einem kurzen Telefonat erweist sich die Autobatterie als Ursache der Verspätung – von allen Möglichkeiten ist ein Schaden am Auto nun wirklich das erdenklich Schlechteste, denn ohne Bus geht’s auch nicht auf Tour! Das Starter-Kabel einer helfenden Hand behebt schließlich das Problem und wir sind endlich „on the road“, wir fliegen – äh naja wir äh stop-and-goen uns gen Nürnberg. Dort angekommen steht das Abendessen, ganz im Sinne meines Fressertums, schon bereit. Dieses wird mir in walgroßen Haufen mit den Worten „Da kommt ja die Chefin“ auf den Teller geschaufelt. So hat man das doch gerne! Dazuhin schmeckt das Seitangyros mit tomatigem Reispamps und deftiger Knoblauchsoße einfach ausgezeichnet! Und ich will mich bei dem Koch herzlich bedanken, wandere dafür in die Küche und stehe doch tatsächlich vor unserem alten Bekannten, dem „Wichser“. All diejenigen, denen ich die Story nicht schon gefühlte 3000 Mal reingedrückt habe, werden sich nun Fragen: „Wer ist dieser ominöse Wichser?“
Nun ja, besagter „Wichser“ lief mir zum ersten Mal am 8. Mai diesen Jahres über den Weg, als wir ebenfalls gemeinsam mit den Jungs von Anfack und den Minus Apes im KV aufgespielt haben. Dabei stach er uns allen besonders durch Haltung gegenüber den Anfacker-Boys ins Auge, denn er wurde nicht müde es stetig und immerzu zu betonen wie unglaublich beschissen die erste Band des Abends, Anfack, gewesen sei. Auch am nächsten Tag, beim „Frühstück“ – Brot und Marmelade, dargeboten von einem aus dem Mund eiternden (es könnte sich eventuell auch einfach um schleimigen Auswurf gehandelt haben – jedoch bleibt das Ergebnis, nämlich Ekel, dasselbe) „Wichser“ – konnte dieser mit seiner Meinung nicht hinterm Berg halten, als er sich zu den Anfackern umdrehte und folgendes von sich gab: „Aber jetzt mal ehrlich – ihr wart doch echt beschissen!“ Das zweite Aufeinandertreffen, New-Direction-Festival in Herrenberg, brachte ihm dann seinen „Namen“ ein, denn egal welche Band nun aufspielte, in jedem Fall waren das alles „Wichseeeeeeeeeer“ – wobei mir bis heute noch nicht ganz klar ist ob das in jeder Pause angebrachte Wörtchen anerkennend oder abwertend gemeint war.
Nun aber fluchs zurück zum Wesentlichen: Ich stehe also vor dem „Wichser“ und erstaunlicher Weise erweist sich dieser nüchtern und bei frühem Abendlicht betrachtet als durchaus angenehmer Zeitgenosse, der sich auch nach Schilderung unserer ersten Eindrücke von ihm nicht beleidigt zeigt, sondern dieses zum Anlass nimmt uns während unseres gesamten Auftritts mit dem Ausruf „Wichseeeeeeeeer, Wichseeeeeeeeeeer“ abzufeiern. Und auch den restlichen Leuten schien es zu gefallen. Alles in allem, war es also ein super Abend, auch weil die Smalltownrockets mit von der Partie waren und Stefan mit seinem Kumpel Fuchs aufkreuzt. Besagter Fuchs erweist sich auch noch im Laufe des Abends als einer der liebsten Menschen, die ich jemals getroffen habe – als Beweis dafür füge ich an dieser Stelle an, dass ein Typ der als Layouter für eine Kinderzeitschrift arbeitet ja auch nur nett sein kann oder lieg ich da etwa falsch?
Nach einer ordentlichen Zahl Kanone-Bieren wird’s Zeit für Heiabubu. Und ich bewege mich zum Schlafplatz und bin unglaublich froh darüber dieses Mal an meine super lärmabwehrenden Ohrenstöpsel gedacht zu habe, als ich die ersten Minimal- und Schranzklänge vernehme, die direkt aus dem Flur vor den Bandpennplätzen an mein Ohr dringen. Ich leg mich in ein Bett und wache erst dann wieder auf, als unser Basser Philipp den harten Abgang vom oberen Stockbett sucht indem er heftigst in die Tiefe stürzt. Schön steif gesoffen bedient er sich zum Zwecke des Aufstiegs einer menschlichen Leiter, nämlich Stefans Bauch. Endlich oben angekommen verlangt es ihm nach einer „Doc“ oder auch „Dic“ oder später dann auch „Tür“. Zum Glück ist Peter noch wach der als einziger das Gebrabbel zu verstehen scheint und Philipp eine Decke reicht und damit ist erst einmal Ruhe…
Doch am nächsten Tag ist die Brieftasche des schrecklich verkaterten Philipp nicht mehr aufzufinden und es gibt kein halten mehr. Da werden Stockbetten hochgehoben und wieder fallengelassen, gegen Wände geschlagen und Reisetaschen verrissen. Nur eine heiße Schokoloade mit Sahne, ein süßes Stückchen und 1 Liter Bier vermögen es ihn zu beruhigen. Und wir rollen auf der Autobahn nach Dresden…

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1 Antwort auf „NELEHMOPHONS TOURTAGEBUCH #1 – UNTER WICHSERN“


  1. 1 Prinzessin Hartz 22. Oktober 2010 um 8:08 Uhr

    ich lache! und ich weine, was für ein feiner abend.. ich mag mehr lesen!

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