NELEHMOPHONS TOURTAGEBUCH #2 – Stirb nicht den Pfeffitod!

Nach einer ziemlich laaaaaangen Autofahrt haben wir unser Ziel (Dresden) erreicht. Doch noch scheint kein Mensch da zu sein, weshalb wir uns aufmachen die bekannte Kunst- und Kulturstadt etwas näher zu begaffen. Das Zentrum ist jedoch Einiges entfernt und die Tickets für die Öffentlichen können nun wirklich nicht als erschwinglich bezeichnet werden. Das stellt uns dann doch vor ein kleines Problem, denn mit Neuromo ist Schwarzfahrerei extrem schwierig! Ich weiß wirklich nicht genau aus welchem Grund das so ist; vielleicht weil er bereits 5 km gegen den Wind nach Schuldgefühlen riecht oder weil man es ihm schon von gaaaanz Weitem ansieht; auf jeden Fall ist bei ihm immer ein Kontrolleur mit von der Partie oder er ist der Einzige der seine Flasche an der Haltestelle stehen lassen muss in einem Bus in dem nun wirklich jeder Fahrgast offen eine Bierflasche mit sich führt. Wir gehen das Risiko dennoch ein und werden belohnt.
Wieder zurück an der Chemiefabrik können wir nun endlich den heutigen Veranstaltungsort inspizieren und stellen zufrieden fest, dass es sich wirklich um eine Spitzen-Lokalität handelt und die anderen Bands (Voltghosts, Spastix u.a.) sind auch super nett! Nach einem kurzen Soundcheck verfrachten wir unsere Schlafsachen gleich mal in die eigens für Bands angemieteten Räumlichkeiten (schick, schick). Ich stehe etwas Abseits mit dem Veranstalter, unterhalte mich und wir ärgern uns beide warum das bei den anderen so lange dauert, denn das Essen steht schließlich schon bereit, als ich im Augenwinkel eine wild gestikulierende, fluchende und Zeug umeinander beigende Gestalt entdecke, die nun langsam auf mich zukommt und schreit: „Verdammte scheiße ich hab mein Gepäck beim Vince im Auto gelassen – AHHHHHHHHHH!!!“
Philipp bleiben nun also für die restlichen 7 Tage 1 ganze Unterhose und 2 T-Shirts zum wechseln. Abgesehen von einem kurz auf die Entdeckung folgenden 5 minütigen cholerischen Anfall nimmt er es aber erstaunlich gelassen und tröstet sich erst einmal, indem er einen riesigen Berg Gemüsenudeln hinter schiebt, die dann von einem wirklich köstlichen Tiramisu getoppt werden. Glücklich und satt wackeln wir anschließend zur Chemiefabrik zurück, denn da wir uns verspätet reingeekelt haben werden wir als Erste spielen. Während Hulk Haugen schon um halb neun die Segel streicht, sein Infekt scheint sich ins Leben zurück zu kämpfen, schmeckt das Bier und vor allem der Cider für die anderen eindeutig nach mehr und schnell sind die Getränkemärkchen aufgebraucht und wir greifen auf unseren Kasten Retterbier zurück, den wir uns Mittags geholt hatten und der nun seinem Namen wirklich alle Ehre bereitet. Wir freuen uns auf die anderen Bands und werden, geht man zumindest von mir aus, doch etwas enttäuscht, sieht man einmal von den Spastix ab, die vor allem durch ihre treffsichere Auswahl der Covers, nämlich Songs von Manowar und Bonnie Tyler, bestechen. Nachdem Lyrical Gangster bereits ins Land der Träume gehuscht ist und die Spastix vorbei sind mache auch ich mich auf ins Bett. Ich sag noch schnell Neuromo bescheid, er, Philipp und Momo wollen noch etwas bleiben kommen dann aber auch bald nach.
So war zumindest der Plan,bis der Kontakt zum äußerst beliebten Pfeffi hergestellt wird und dann geht’s doch noch mal auf Tour durch Schranzschuppen um die Ecke. Ihr ahnt es bereits der Technofluch geht weiter!
Jedenfalls steht Neuromo irgendwann dann vor mir, voll bis zum Anschlag, er möchte mir dringend etwas erzählen soviel kann ich noch verstehen aber was zum Teufel? Ich hab keine Ahnung, weil der gute Bub nur noch Bierisch spricht. Und dass ich kein Wort verstehe erfüllt ihn nicht gerade mit Freude, beleidigt dreht er sich um. Die Idee auf der Seite zu liegen erscheint dann bald auch nicht mehr so glorreich, denn erst dadurch wird ihm selbst bewusst, dass das doch ein oder auch zwei Pfeffi zu viel waren. Da wird hart mit dem Verdauungstrakt gerungen! Ein Kötzerchen wäre ganz hilfreich, wird aber vehement verweigert, dazu müsste man schließlich wieder aus dem gemütlichen Bett aufstehen. Und so wird munter weitergeröchelt. Am nächsten Morgen, es ist verdammt früh, bemerke ich, dass ich wohl nicht die Einzige gewesen bin, die Neuromo ohne Erfolg zu einer Magenausschüttung bewegen wollte, da neben unserem Bett ein leerer Kochtopf platziert ist.
Naja – jetzt wird sich erst einmal reine gemacht und gefrühstückt und dann geht’s weiter nach Hamburg. Als wir allerdings an der Chemiefabrik ankommen ist das Tor zu und der Bus steht dahinter – verdammt, das wars was ich gestern noch abklären wollte! Wir sind sowieso schon viel zu spät dran um zur abgemachten Zeit im Hafenklang aufzuschlagen. Scheiße, Scheiße, Scheiße! Zum Glück erreichen wir ziemlich schnell einen Menschen, der uns das Tor öffnet und wir brausen los und stehen mal wieder im Stau…

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2 Antworten auf „NELEHMOPHONS TOURTAGEBUCH #2 – Stirb nicht den Pfeffitod!“


  1. 1 Lyrical Gangster 27. Oktober 2010 um 21:33 Uhr

    In Dresden begegnete uns auch zum ersten Mal SARAH BLACKWOOD, deren Name im Verlauf der nächsten Tage zum verächtlich ausgespuckten Schimpfwort für jegliche Sachverhalte, die allgemein zuwider waren, herhielt. „Pfui! Voll Sarah Blackwood, Mann.“

  2. 2 neuromo 28. Oktober 2010 um 12:39 Uhr

    … asgelöst von einem filzstift-battle im essraum zwischen ihr und diversen andern bands über mehrere jahre (!). leider ging die gute als humorlose pute aus dem kampf hervor und erntete somit auch von uns nur spott und hohn.

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