Retro-Beitrag: Mini-Schmock Festival in Horb 2009

Minirock Festival 2009 in Horb. Ein Festival das, laut Aussage einiger – länger – Ortsansässigen in der Vegangenheit ne nette Festival Gelegenheit in der unmittelbaren Nähe geboten haben soll.

Das Line-Up dieses Jahr war … so lala. Reizvoll wären Egotronic, Mofa, Turbostaat und, um sich einen persönlichen Eindruck davon zu machen, K.I.Z. gewesen.

Glücklicherweise verflog der Reiz am Festival noch in der selben Woche so dass ich Mofa und Egotronic für Dead Dirg und einen sehr spaßigen Abend mit Dumm-Gelaber-Deluxe sausen ließ und meine Dauerkarte gegen ein Tagesticket versetze. Und die Freude darüber stieg am nächsten Tag sogar noch als von einer, meine Erwartungen erfüllenden, schlechten Show von Egotronic erzählt wurde.

Das Schlimmste jedoch, was einem sofort ins Auge fiel, so wie man sich dem Gelände näherte, war das Publikum. Ein Bild des Grauens dass sich einem da bot, was jeder CDU-Wähler passend mit dem Terminus „Pack“ belegen würde. Doch selbst einem „Spießer-Punk“ wie mir kam nichts anderes in den Kopf.
Lauter emanzipationslose Dorfkiddies mit ner Deutschlandfahne um die Hüften hier und auch mal ner gehissten Südstaatenfahne da. Viele mit einem alternativem Anstrich: ein paar Sternchen Tätowierungen und viel zu viele Trashcaps (am besten noch mit „Atze“ drauf gedruckt)!
Aber was will ich auch erwarten in einer Zeit des Ravehypes. Da bleibt mir nur der Trost dass das D.I.Y.-Konzept, welches viel schönere Caps hervor bringt, rein logisch nicht massenproduktionsfähig ist.
Ein Gefühl des „Alt seins“ und „die Jugend nicht mehr verstehen können“ überkommt mich. Doch – ob Glück oder Unglück – vertrieben Gleichaltrige und altere Zeitgenossen mit dem Charme so mancher Force Attack Besucher diese Gedanken wieder.
Und soviele negative Vibes in mir nach nicht mal 2 Stunden. Respekt an Alle die das länger ausgehalten haben und mir noch so manche Unannehmlichkeit vom Zeltplatz erzählten.

Anyway … nicht beachten. Konzentrieren wir uns auf die Musik. Die ersten drei Bands hatte ich anscheinden glücklicherweise verpasst. Und auch die anderen boten mit Melodic-Punk – unterbrochen von blödem Gelaber – und Ska-P ähnlichem Gedudel nichts reizvolles.
ABER vielleicht Turbostaat. Nope, die sind ausgefallen! Pech gehabt.

Dann aber der Headliner: K.I.Z.
Große Erwartungen hatte ich keine und so richtig konnte ich mich nie mit ihnen anfreunden. Wahrscheinlich lag’s eben daran dass ich nach ein paar Songs die Menge verließ um mir das Ganze vom Rand aus anzusehen.
Zumindest die Bühnenshow war unterhaltsam, unter anderem mit einer Geld-Konfetti-Kanone während „Geldessen“. Aber auch ein Liveauftritt machte sie mir nicht sympathischer.
Ihre antifaschistische Haltung in allen Ehren, aber mit „Sexismus gegen Rechts“ war der Bauernfang auf diesem Festival ein voller Erfolg. Da ändert auch das Anstimmen von „Alerta, Alerta, Antifascista“ Sprechchören nix an meinem Eindruck.
Die Onkels sprechen sich auch gegen Rechts aus, was aber ihre Texte kein bischen besser macht, geschweigen denn die Band auch nur irgendwie sympathischer.
Zumindest haben K.I.Z. die besseren Beats.
Was die zur schaustellung von Sexualität angeht kommen sie trotzdem nicht an die Kassierer ran, bei denen es nicht immer um riesen Schwänze und willige Fotzen geht, sondern noch gleichberechtigter Jede/r und Alles penetriert wird und zum penetrieren gebeten wird.

Selten hab ich mir so gewünscht dass ne schöne Krachband die Bühne stürmt, n ordentliches Powerviolence Brett runterspielt und einen musikalischen Kotzschwall über das Publikum verteilt.

Musikalisch gesehen also ein Reinfall. Auch wenn mir ihre Musik nicht den ganzen Auftritt über zugesagt hat waren Trip Fontaine, zumindest was ihr können an den verschiedenen Instrumenten angeht, sehr unterhaltsam. Aber für eine gute Band von 4 gesehenen lohnte sich das Geld für’s Ticket nicht.

Als wär das Alles nicht genug gewesen, gab’s sogar Besuch von Autonomen Nationalisten. Man möchte meinen, wer Bands wie Egotronic holt hätte Interesse daran sie vom Gelände zu haben. Aber Fehlanzeige! Und selbst wegprügeln kann man sie nicht weil man dann ja zu den Bösen gehört und selber vom Gelände fliegt.
No comment!

Besucher waren es fast 5000 und in Zukunft soll das Festival bis zu 20.000 Leute beherrbergen. Wenn’s wieder so wird wie dieses Jahr … *würg*!

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2 Antworten auf „Retro-Beitrag: Mini-Schmock Festival in Horb 2009“


  1. 1 neuromo 17. November 2010 um 14:34 Uhr

    dieses fest ist tot. nie wieder!

  2. 2 Pöff 20. November 2010 um 4:17 Uhr

    mordizio mörderchen

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