Insomnia…

Ich trete vor die Tür, nach einer schlaflosen Nacht, auf dem Weg zur Arbeit. Stumm knirschen meine Schritte auf dem gefrorenen Schnee, stumm ist der Morgen, surreal, von wenigen Lichtern erhellt, einsame Nachtwandler schwanken wie Halme im Wind. Der Bahnhof voll von stummen Menschen, regungslos, wie unsichere Statisten in meinem eigenen Film, dem in meinem Kopf, hinter den Augenringen, Blicke folgen mir, ich fange an, diese stumme Realität anzuzweifeln. Bin ich wirklich hier, unter diesem klinischen Neonlicht oder bereits tot und so sieht die Welt dahinter so aus? Absolute Stille, ich dachte nicht, dass das noch steigerbar wäre. Wieso redet niemand? Wieso bewegt sich niemand? Angst befällt mich. Ist das real? Mein Zug hält, die Türen gleiten lautlos auf, eine Stumme Masse schiebt sich mir lautlos entgegen. Menschenmaterial auf dem Weg in die Maschine. Ich bin ein stummer Teil davon, ein ersetzbares Zahnrad, ein Häufchen Erde, eine Lücke im Gedächtnis, digitaler Müll in der Umlaufbahn des Internets.

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1 Antwort auf „Insomnia…“


  1. 1 Pöff 17. Dezember 2010 um 11:44 Uhr

    schön

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