Einmal Schweden und zurück bitte!

Vier Tage ohne Duschen, 2000 Kilometer Autobahn, 24 Stunden auf nicht einmal einem Quadratmeter, klingt nicht unbedingt nach der Erfüllung aller Träume – aber für Vier Typen schon…

Aber alles von vorne, es ist Mitte Dezember und ich bekomme das Line Up, des diesjährigen Malmö HC Festivals zu Gesicht und war sofort Feuer und Flamme . Innerhalb weniger Tage mit vier anderen Menschen Kontakt aufgenommen und das Ding war geritzt. Es geht ab nach Schweden.
Also Donnerstag den 13en Januar 2011 den Rucksack gepackt, ab in die Karre und zum Meeting-point nach Mannheim gefahren. Die Cracknutte und den Prügelprinzen begrüßt, in den Roten Kombi gesessen, ab nach Gießen, Hannes den vierten im Bunde abholen. Ziel des ersten Abends war die Hanse Stadt Hamburg. Nachdem Hannes bei einer Freundin einquartiert wurde, ging es für die drei anderen weiter ins Hafenklang. Im vielleicht bekanntesten Punkrock Schuppen Hamburgs hatten wir uns mit dem dortigen Veranstalter Daniel verabredet, den ich zu meinem erstaunen von der letzt jährigen Derby Dolls Tour her kannte – ein super Kerl. Nachdem wir uns die letzten Songs von The Carrier gegeben haben ( unwichtiger Metall Bollo Hardcore aus den Staaten ) und noch etwas im Hafenklang abgehangen haben, mit Astra versteht sich, ging es recht früh in unser Schlafquartier – Daniels Wohnung. Nachdem ein Mitternachtsimbiss eingebaut wurde und noch etwas Scheiße gelabert worden ist, ab auf den Boden – pennen.

Am nächsten Tag ohne Daniel ( nach eigener Auskunft doch einfach zu alt für den Scheiß ) dafür wieder mit Hannes in Richtung Dänemark aufgebrochen. Um es kurz zu machen, die komplette Autofahrt, war nicht das geilste was der Mensch sich vorstellen kann, aber die Modern Pets wissen wieso sie Litty als Ackergaul am Start haben, er labert einem zwar die Ohren ab, aber es wird nie langweilig. Außerdem noch die neue Energy Lp gehört – der absolute Hammer, auschecken, runterladen, oder besser kaufen!!! 5 Stunden später in Malmö angekommen, erst mal den Laden ausgecheckt. Das gesamte Festival fand in einem alten Industriegebäude statt, dem sogenannten Utkanten. Etwas außerhalb Malmös gelegen, aber mit viel Liebe und Herzblut in eine Mega gute D.I.Y Location verwandelt. Leider war es aber die letzte Show im Utkanten, wie so oft müssen die Leute den Ort räumen – Fuck that!!! Zwar war schon reger Betrieb vorhanden, doch wir zogen es vor erst mal einen Abstecher in Malmös Innenstadt zu machen, bei laut Hannes dem besten Fallafel Imbiss Malmös, dem JALLLAJALLA zu essen. Nachdem Hannes recht behalten hatte ( es war sehr gut, außerdem ist Schweden ein wahres Paradies für Menschen mit Vegan / Vegetarischem Lebensstil ) ging es zurück ins Utkanten. Dort angekommen, erst einmal den Plattenstand mit integrierter Bar aufgebaut ( so konnten wir uns das Festival doch weitaus kostengünstiger gestallten ) und bei Bier und lustigen Gesprächen abgehangen.

Am ersten Abend sollten fünf Bands zu sehen sein. Um es nur kurz klar zu machen, auf dem Malmö HC Fest spielen nur Bands die ihren Proberaum in Malmö haben, also aus dieser Stadt kommen. So Unglaublich es klingt, 12 mehr als gute Bands an diesem Wochenende zu sehen, fehlten meiner Meinung nach, mit Sista Sekunden und den Skitkidz die beiden wirklich besten Bands der Stadt, aber wen juckt es? Den Anfang machten Pyramido, wer auf Doomigen und Sludgigen Metall steht, sollte sich ihre beiden Split Lps, unter anderem eine mit Gun Mob, der Crust Band aus Mannheim zulegen ( der ehemalige Bassist der Riot Girlz von Kamikatze sitzt bei den Jungs hinter der Schießbude und hat deswegen Kamikatze auch den Laufpass gegeben.). Weiter ging es mit Stel Av Sräck 0815 Crust nichts besonderes, aber fernab um als schlecht bezeichnet zu werden. Im Anschluss Lautstürmer, der Name sagt alles, unter anderem mit Leuten von Driller Killer feuerten die drei Schweden ein wildes Gemisch aus Motorhead Riffs und D-Beat Salven ab, immer auf die 12, immer schön Soli, immer schön Assi. Danach hätten eigentlich die Mädels von Beyond Pink die Bühne entern sollen, aber krankheitsbedingt mussten sie absagen. Dafür nun mein persönlicher Freitag Abend Headliner, die Terrible Feelings. Unter anderem mit Andy von Sista Sekunden an den Drums. Was eine gute Band, Poppig, catchy, Punk – mit Charismatischer Sängerin. Diese Band hat das ganz besondere. In spätestens einem Monat kommt die erste 7“ auf Timmeheiehumme Records, wen sie annähernd an die DEMO rankommt, wird es so was von MONDO (und vielleicht auf dem Pfingstfest zu sehen sein) !!! Im Anschluss prügelten sich noch Ursut die Seele aus dem Leib, zig Stagedives und mega Abriss bei einer Neo Crust Band – KRASS, wie wird es erst morgen bei Harda Tider und den Herätys? Nachdem bei der Aftershow eher nicht so gute Mukke am Start war und nur noch lässig abgehangen wurde machten wir uns mit einem Kumpel von Hannes zu unserem Schlafplatz auf, beide Nächte konnten wir dort ohne großen Stress pennen, an dieser Stelle Tausend Dank!!!

Nachdem sich am nächsten morgen jeder schnell fit machen konnte, ging es Mittags wieder zu JALLAJALLA, diesmal mit dem einheimischen Tipp das Vegane Hähnchen zu probieren – so etwas täuschend ähnliches hab ich noch nie gegessen, der Wahnsinn. Nachdem noch etwas durch Malmö geschlendert wurde, kamen wir wieder am Utkanten an und chillten dort erst mal hart ab, ehe die Platten – Bar wieder aufgebaut wurde. Nach ausgiebigem Plattenshoppen, alleine dafür hat es sich gelohnt ( zwei neue Red Donns 7“ kommen übrigens bald auf Taken by Surprise ) legte die erste Band des Samstags auch schon los. CDPC, die meiner Meinung nach einzig peinliche Band des Festivals, 2 Gitarristen welche auch bei Disclose Bandmitglieder hätten sein können und ein Oberpeinlich Prolliger Sänger spielten eine Mischung aus schlechtem Streetpunk und peinlich Metalligem Hardcore, absolut nicht mein Fall. Danach die Jealous Cowards, irgendwo zwischen Über aus Spanien und anderem abgefahrenem überdrehtem Hardcore Punk, zwar schlecht gespielt, aber ich bin Fan. Anatomi 71 und die darauffolgenden Avfart 33 boten ungefähr die gleiche Schwedisch brachiale Art und weiße von Politischem D-Beat / Hardcore Punk Gemisch, alles in allem sehr nett anzuschauen. Danach die Überraschung des Festivals, Symptom. Ultra junge Pisser, welche eher auf eine HIPHOP / REGGEA Show gepasst hätten die aber das komplett angepisste Hardcore Punk Brett lieferten, Typisch Schweden, ein pures Gebolze- herrlich! Danach die Band auf die wir uns alle am meisten gefreut haben, im Auto wurden sie schon zu den Schwedischen Empowerment gemacht und sie hätten definitiv einen Platz im Kollektiv verdient. Alter, das Utkanten stand Kopf, eine der besten Shows in letzter Zeit. Die Band legt los und überall fliegende Menschen, Sing Alongs, zum Schluss n Headwalk, was war bitte mit dem Laden los. Wahnsinn. Musikalisch astreiner Hardcore Punk mit Schwedischen Texten checkts aus, zum durchdrehen. Hardcore in the fuckin‘ street wurde alleine vom Publikum gesungen, HAMMER! Eigentlich hätte danach nichts auf der ganzen Welt diese Band toppen können. Aber dieses stumpfe, hohle, brachiale D-Beat Inferno das Herätys danach abgefeuert haben konnte dem ganzen einfach noch die Krone aufsetzen. Als wären Totalitär wieder am Start kloppten sie los und alles war zu spät, das Publikum wie bei Harda Tider ( zu deutsch übrigens Harte Zeiten ) am durchdrehen. Keine Songs bei denen das Tempo gedrosselt wird kurz: P.E.R.F.E.K.T!

Im Anschluss an die Show das übliche, mit dem nächsten Morgen und der zwölf Stunden Heimfahrt möchte ich keinem Nerven deswegen ein kurzes Fazit: Alles richtig gemacht…

http://malmohc.blogspot.com/

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1 Antwort auf „Einmal Schweden und zurück bitte!“


  1. 1 neuromo 18. Januar 2011 um 19:35 Uhr

    stark! besonders die terrible feelings!!

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