Hot Snakes

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Schock, schwere Not! Nichts ist schlimmer (lasst mir bloß meinen Problemradius), als mit 4 Joints im generell schon nebelverhangenen Schädel unglaubliche Lust auf einen bestimmten Sound zu verspüren, nach der betreffenden CD zu greifen und festzustellen, dass die Hülle leer ist. Trotz meiner Daddeligkeit und bereits fortgeschrittener Stunde nehme ich mir fest vor, jede einzelne Hülle nach Gesuchtem zu durchforsten. Nach ungefähr der Hälfte der CDs fällt`s mir wie Schuppen von den Augen… Sie befindet sich in meiner altersschwachen Klangwurst (aka Boomblaster), welche über etliche Kabel gerade noch so am Leben erhalten wird… Schnell in den jungen, unverbrauchten Ersatz eingelegt, Kopfhörer aufgesetzt, WohlfühlSitzPosition eingenommen, Kippe gerollt. Es handelt sich um die Hot Snakes mit Automatic Midnight. Das Cover in ungesund, unverwechselbarem Orange und das Inlay in DIY-Manier selbstgestaltet, sind schon einladend genug, aber der Sound erst….
Irgendwie zwar seltsam bassig aber die schiere Wucht! Wenn ich einen legitimen Nachfolger der Wipers wählen müsste, wären das auf jeden Fall die Hot Snakes auf ihrem ersten Album. Sie geben zwar gerne zu, dass einer ihrer Hauteinflüsse die Wipers sind, wenn sie darauf angesprochen werden, klingen aber mehr nach ihnen als irgendwelche Portland-Abklatsche, die damit auch noch hausieren müssen. Schon beim ersten Song merkt man, dass die Hot Snakes sich nicht gerne durch Genre-Wichserei einengen lassen. Grunge-Melancholie trifft auf die Wucht von Hardcore auf die Zackigkeit einer 77er Band, auf eine Stimme, die Sonic-Youth-Fan-Herzen höher schlagen lässt (das Ganze jedoch sehr entspannt, unpeinlich und stimmig). Sehr sympathisch finde ich auch, dass hier nicht konzeptionell die 2min Hürde versucht wird zu unterschreiten, um ja Punk zu bleiben… Wenn ein Song länger wird und die Klimax es förmlich verlangt, wird auch gerne mal zwischen 3 und 4 Minuten gezockt. Schade nur, dass die Band nicht mehr existiert und die anderen Projekte mehr rentabel als recht sind (Obits, Drive Like Jehu, Rocket from the Crypt). Bereits die zweite Veröffentlichung „Suicide Invoice“ weiß bereits nicht mehr so zu begeistern durch ihre hardrockigen Mid-Tempo-Songs auch wenn man den Geist des ersten Album noch etwas durchschimmern sieht… Das dritte Album kam mir noch nicht zu Gehör. aber ich ahne Schlimmes. Schade eigentlich, aber Automatic Midnight ist auf jeden Fall ein Meilenstein und macht unglaublich Spaß zu hören, schlicht der perfekte Soundtrack, um mit 180km/h und einem beelzebübischen Grinsen gegen die nächste Wand zu donnern…

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