Anybody Out There???

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„Du musst mal an den Strand“ sagte sie…

Ein einfacher Satz, der tagtäglich wahrscheinlich 1000 mal ausgesprochen wird aber selten hat ein Satz so zielsicher in’s Schwarze getroffen, mein desolates Dahindümpeln zwischen Ärscheputzen und kurzen Glücksmomenten auf Konzerten beschrieben und einen Ausweg aufgezeigt – Abhauen!!… Schon als Kind träumte ich den „Prinzessinen“-Traum, wartete auf jemanden, der mich mit seiner Abenteuerlust aus dieser Tristesse befreit. Der- oder diejenige kommt nicht, denn im Endeffekt ist jeder „ein Star und will hier raus“, jeder will befreit werden…
So jetzt habe ich das erkannt und kann so weiter machen wie bisher. Wenn man die Dinge beim Namen nennt, bekommt man schließlich die Gewalt über sie. Hüstel!!
Alles viel zu anstrengend… Oder hat jemand zufällig schon mal nen Film gesehen, in dem sich der -im Sumpf ertrinkende- selbst befreit?? Gar nicht erst anfangen damit, lieber in die Tasche greifen, den MP3-Player ganz laut aufdrehen und nochmal gute Musik hören… Folgende Releases versüßen meine selbst verschuldete Verbitterung:

Lost Rivers – Sin And Lostness (Nothern Star Records)

Der zweite Tonträger auf Vinyl der symphatischen Menschen aus Tübingen / Hechingen und Umgebung… Habe das Gefühl, dass diese Leut nicht wirklich exisiteren, irgendwo gestaltlos im Ether umherschwirren und ab und an sich manifestieren, um wahnsinnig gute Shows zu spielen… Nebel, Strobo, ohrenzerfetzend schöner Lärm machen ihre Auftritte immer wieder zum Erlebnis. Ihre Songs gleichen verzerrten Mantras, sind gewaltig und filigran zugleich… Schlagzeug, Bass und Gitarre scheinen im Kontrast zueinander zu stehen, ergeben doch ein furioses Ganzes… Auf Platte wurde der Live-Sound sehr gut eingefangen, macht Lust das auf einer Festival-Anlage zu hören um dem Lärm gerecht zu werden. Toll!!

De Hoje Heale – Kold og Traet og Bange EP (Hjernespind)

Selbst bezeichnen ihren Stil gerne als Moped-Punk, was der zurückgelehnten Art gerecht wird… Unkonventioneller R‘n'R aus Dänemark, ausgefeilt und entspannt-wavig. Angeblich orientieren sie sich an frühem dänischen Punkrock. Davon hab ich jedoch zu wenig Plan. Sicher ist jedoch, dass man am liebsten mitsingen will, obwohl man kein Wort versteht. 4 schöne Songs, die zweigen, dass R‘n'R keineswegs langweilig sein muss. Obacht, dies ist kein schrabbeliger, unterproduzierter Lo-Fi, sondern enfaltet sich erst richtig über gute Anlagen!! Nette Jungs btw. die sich die Party einfach machen!! Das Artwork der Platte ist auch sehr schön, fängt die Stimmung der Songs in ihrer Verschrobenheit gut ein…

Los Infierno – Salvaje LP (Boss Hoss Rec)

80s Garagepunk im Stil der Fuzztones aus dem Hause Los Explosivos (Mexiko)… Ganz gut, aber doch nicht gerade innovativ… Muss zwar auch nicht immer sein, aber ich denke, dann doch lieber das Original, nämlich die Explosivos. Live konnten sie mich irgendwie nicht so richtig mitreißen. Die Energie der Aufnahmen hab ich irgendwie vermisst. Das Artwork der Platte stammt übrigens aus der Feder Wild Evils (Staggers), welches auch nochmals als Poster im Inlay zu finden ist … Sehr cooler Style auf jeden Fall. Alles in Allem keine schlechte Band und der ein oder andere Hit ist auf der Platte auch zu finden…

Not Moving – Land of Nothing EP (Area Pirata)

Krasser Scheiß!! Ich muss zugeben, ich hab die Platte aufgrund des Artworks gekauft… Ein Foto der Band in schwarzen Klamotten, wie man sie eher auf einer Dark-Wave-Sause in den 80ern vermutet in einem Rahmen aus gezeichneten Knochen. Aus den 80ern stammt dieses Kleinod eigentlich tatsächlich auch, scheint auch arge Anlehnungen an die dunkle Seite des Waves zu haben.
Der erste Song „Lights of the Night“ ist ein brutaler nach vorne gehender Hit, zwar mit Orgel, aber auf dieser scheint gedroschen zu werden, wie auf einem Schlagzeug. Auch die anderen Songs kommen daher wie eine düstere Varinate von Fuzzbox, lassen hier und da ein wenig Country zu. Sehr abwechslungsreich das Ganze, da nicht versucht wird, Bands wie den Fuzztones nachzueifern.

Reigning Sound – Break up Break down LP (Sympathy For The Record Industry)

Was mich live eher gelangweilt hat, bzw. kaum auf den müden Beinen hielt, finde ich in ruhigen Momenten ziemlich schön… Mit „Time Bomb High School“ und „Too Much Guitar“ hat das Erstlingswerk Reigning Sounds zwar wenig zu tun, gefällt aber trotzdem sehr gut… Bitter-süßer R‘n'R mit Folk, Country und Americana – Anleihen… Genau das Richtige für verregnete Herbsttage. Holzofenmusik quasi… Ich find `s schön – manchmal!!

The Masonics – When you cry at night / Where `s Johnny Moped Now 7″ (Slovenly)

Tanzbare Melancholie von den Masonics aus dem Umfeld Billy Childish`… Gemeinsam mit Childish ist der nölige, elanlose Gesang… Alles ein wenig zurückgefahren und dadurch herrlich relaxt… Live auch wirklich ein Erlebnis auch durch den Support durch Miss Ludella Black von den Headcoatees. „When You Cry At Night“ ist ganz weit oben auf meiner Liste der Lieblingslieder… Kann ich immer und immer wieder hören!!

The Strypes – Young, Gifted And Blue EP (Heavy Soul)

Was geht eigentlich ab?? Unfassbar junge Stöpsel, die originären RnB spielen und an eine Zeit erinnern, in der gute Musiker alle kaum älter waren… Spitzen Teil!!

Lady Banana – Adult Rock 7″ (Frantic City)

Zwei Leut aus Schweden, die au der A-Seite wie die Spits klingen und auf der B-Seite ultra-verrohten Garagepunk spielen, der durch seine elektronischen Spielereien ein wenig an „The Feeling of Love“ erinnern.
Freu mich schon darauf, wie das wohl live klingen wird (kommen auf Tour mit den Skeptics)!!

Paint Fumes – Egyptian Rats / Waste of Time / Panic Attack 7″ (Slovenly)

Brutal geiler nach vorne gehender Garagepunk, wie ich ihn gerade mag… Kommen mit Bazooka (welche auch bald ihre erste LP veröffentlichen – yeah!!) bald auf Euro-Tour und hoffentlich in die Nähe!!!! Arschgeil!!

Sweet Faces – On Top Of That Girl (Douchemaster)

Brutal Süßer Power-Pop von einer weiteren Truppe um Brian Hermosillo (Fevers)… Punkt!!!

Cobalt Cranes – Freak Out (Frantic City)

Kryptischer, Weirdo Garagepunk, minimal instrumentiert, primitive as fuck, toll!!!

Daily Void – Civilisation Dust 7″ (Kenrock)

Ultrafieser, nihilistischer, psychpatischer Kram, der außerordentlich geil ist!!
Die B-Seite scheint Neu! zu huldigen…

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