Archiv für November 2013

Dienstag ist ein tolles Konzert im Epple…

(mehr…)

holy crap!

anscheinend steht der dritte weltkrieg vor der tür. aber nur wenige wissen das

Manchmal kommen sie wieder…

(mehr…)

Zu Gast bei ACKACKACK: Herr Teidelbaum

Aufgewacht
Der letzte bin ich sicher nicht. Auch wenn es sich so anfühlt. Sicher auch nicht der letzte Mensch, der einen Stift halten kann, um aufzuschreiben was passiert ist. Wahrscheinlich schreiben gerade tausende anderer Menschen auf dem Globus genauso wie ich, ihre Sicht der Ereignisse auf. Fragt sich nur, für wen eigentlich? Im Grunde ist das total sinnlos. Denn auch diese Chronisten werden am Ende sterben und es wird niemand mehr da sein, um ihre Aufzeichnungen zu lesen. Aber vielleicht gehört das ja zu den Dingen, die den Menschen ausmachen. Wer weiß. Also fange ich mal mit meiner Sicht der Dinge an.
Was genau passiert ist oder gar warum, weiß vermutlich niemand. Auch die ganzen Eierköpfe mit ihren Hightech-Labors hatten bis zuletzt keine Ahnung. Eigentlich war das ganze sehr unspektakulär. Jede Hollywood-Variante vom Ende der Menschheit wäre aufregender gewesen. Das hatte keiner dieser Drehbuchschreiberlinge auf dem Plan. Es öffnete sich kein Höllenschlund. Es gab keine UFOs mit Vernichtungsstrahlen. Kein Dritter Weltkrieg. Kein todbringender Asteroid. Keine Zombie-Apokalypse. Keine Invasion der Maulwurfsmenschen. Keine Tier-Mensch-Misch-Mutanten, die uns unseren Platz an der Spitze der Evolution streitig machen. Kein städtezerstampfender Godzialla. Nichts dergleichen. Die Wirklichkeit war aber anders. Sie war nicht so langweilig, um uns einzuschläfern. Leider.
Im Grunde starb die Menschheit vor allem an Kopfschmerzen. Profan, aber wirkungsvoll. Es kam nichts auf diese Erde, es brach nichts aus dem Untergrund hervor oder entstieg dem Meer. Es verschwand nur etwas von dieser Erde. Nichts Materielles, eher eine Notwendigkeit. Eine Eigenschaft, die wir zum Leben brauchen.
An einem Morgen standen die Menschen weltweit auf und gingen nie wieder zu Bett. Sie konnten am Abend nicht mehr einschlafen. Sie legten sich hin, aber der Schlaf blieb aus. Einfach so. Von einem Tag auf den anderen. Weltweit. Bei jung und alt. Wir wurden zu einer schlaflosen Welt. Quasi im umgekehrtes Dornröschen-Modus.
Die Ursache blieb unbekannt. Theorien gab es viele. Erklärungen keine. Umweltgifte. Viren-Epidemie. Gottes Strafe. Ein Fehler in der Matrix.
Vielleicht stimmt alles davon, vielleicht nichts. Im Grunde ist es jetzt auch zu spät. Die meisten sind tot oder kurz davor. Es ging alles ziemlich schnell. Jeder hatte schon mal eine Nacht durchgemacht, manche sogar zwei Nächte. Irgendwann aber braucht man einfach Schlaf, um sich zu regenerieren. Es passierte, was allen Menschen ohne genügend Schlaf passiert. Erst wurde man nervös und ungehalten, dann wütend und aufgebracht und schließlich schwach und lethargisch. Am Ende starben die Menschen einfach an Erschöpfung. Die Kinder und die Alten starben zuerst. Todesursache war Erschöpfung oder Herzstillstand durch Schlafmangel. Millionen verhungerten und verdursteten, weil sie zu schwach waren um etwas aufzunehmen. Millionen begingen Selbstmord, um endlich Ruhe zu finden. Weitere Hunderttausende liefen Amok. Milliarden verfielen dem Wahnsinn. Nach drei Wochen ohne Schlaf hatte sich die Erdbevölkerung offenbar stark reduziert. Soviel jedenfalls verriet das Fernsehen, bevor die letzten Redakteure ihre Plätze räumten und nach Hause gingen oder vor laufender Kamera verrückt worden. Alles brach innerhalb weniger Tage zusammen. Niemand erledigte mehr seine Aufgaben. Die einen waren zu schwach, die anderen sahen darin keinen Sinn mehr. Es war eben keine Bedrohung von Außen gegen die man hätte zusammen kämpfen können.

Ich persönlich denke, wir waren immer sehr verschwenderisch mit dieser Ressource. Wir gingen mit der größten Selbstverständlichkeit davon aus, immer darauf zurückgreifen zu können. Deswegen schlugen wir oft auch den Schlaf aus. Wir wurden das, was wir uns insgeheim immer gewünscht hatten: Eine Welt ohne Schlaf.
Vielleicht war das ja so etwas wie eine Strafe für unseren Umgang mit dem Schlaf. Wir hatten an Schlaf gespart. An vielen Stellen hatten wir uns selbst um den Schlaf gebracht. Warum haben wir das getan? Um zu arbeiten. Um zu feiern. Um irgendwelchen Ansprüchen zu genügen. Statt mal ordentlich auszuschlafen, hockten wir vor unseren PCs und fügten Nullen und Einsen zusammen. Wir wurden dazu gezwungen und zwangen uns selbst. Energy-Drinks pulsierten uns statt Blut durch die Adern. Studierende hockten bis spät in die Nacht über ihren Hausarbeiten und ihrem Lern-Material. Die Wochenenden versuchten wir dann zum Ausgleich für dieses Abrackern mit Vergnügen vollzustopfen. Wir tanzten und feierten durch bis zum Morgen. Aber nicht aus eigener Kraft. Wir dopten uns. Wir bekämpften den Schlaf. Unserer Waffe war der Wille und unsere Munition war Koffein, Speed, Amphetamin und andere Aufputschmittel. So haben wir stetig den Schlaf bekämpft. Für Lust und Leistung. Vermutlich hat er einfach aufgegeben. Er hat irgendwann kapituliert und ist geflohen.

The Vickers (Neo-Beat Italy) am 3ten Dezember im Epplehaus Tü

(mehr…)