Skorpione, Krokodile, Der Wolf, Tulpen und reflektiertes Licht

„Als vorzügliches Mittel zur Verinnerlichung gilt die Angewohnheit, die Dinge als Symbole zu betrachten. Wenn der Donner grollt, stelle man sich das jüngste Gericht vor […], beim Spazierengehen sage man sich, dass jeder Schritt dem Tode näher führt“ – Flaubert

Echo & The Bunnymen – Crocodiles LP (Corova)

Zwar finde ich, dass „Killing Moon“ ein recht langweiliges Lied aus einem mittelmäßigen Streifen ist aber mit Crocodiles (ihrem Debut auf Corova, auf dem auch The Sound, Residents usw. Releases hatten) -meine ich zumindest- ein recht interessantes Rädchen der PostRock-Maschinerie geschnappt zu haben.
Noch vor der sagenumwobenen NME C86 Kassette, welche mit als Geburtsstunde des Indierocks gesehen werden darf, husteten Echo & The Bunnymen dieses Album in die Welt. Kryptisch und morbide ist der rote Faden, welcher sich durch das Album zieht. Bus-Einsamkeit. Hier ist die Quelle zu Vielem zu finden, was die heutigen Indie-Magazine zu Hauf bevölkert. Shoegaze, Cold- bzw. fast schon Dark Wave. Zeitlos und schön!

Ausmuteants – Amusements LP (Aarght Rcords)

Der Faden wird weitergesponnen. Weiter in moderne PostPunk Gefilde. Wobei dies nur bedingt auf diese Band zutrifft, welche sich selbst in keinem Song zu gleichen scheinen. Gemeinsam ist den Stücken nur der dadaistische Grundton (der seinen Höhepunkt in“Pissed Myself Twice“ findet) und Synthesizer-Einsatz. Hier wird mal in bester Rip Off Records Manier geschrammelt, dass die Schwarte nur so schwabbeln will (Kicked in the head by a horse), da die schön groteske Ballade dazwischengeworfen (Hate this town), dort hält die geniale Einfachheit Digital Leathers einzug (Daylight Robbery). Jeder Song ein eigenes,d durch und durch durchdachtes Machwerk, welches Assoziationswelten öffnet. Alles einfach und schön lo-fi gehalten. No Motivation sprengt den Rahmen dann doch noch ein wenig weiter…
Und, ja, hab doch doch richtig gesehen, einer der Boys von den Frowning Clouds spielt da auch mit. Alle werden glücklich!

Sick Thoughts – Terminal Teen Age (Deadbeat Records)

Zum ersten Mal gehört, hat mich die Band förmlich an die Wand gefahren. Beim zweiten Mal festgestellt, das ist ja nur ein Typ, ein ziemlich junger sogar, der dieses kongeniale Klang-Gewetter erzeugt. Wer dachte GB wäre zu einem Brachland in Sachen Garagepunk geworden, darf hier auch eines besseren belehrt werden und sich wundern, dass so was mal nicht aus Memphis kommt, obwohl die Wurzeln (ohne einen großen Hehl daraus zu machen) eindeutig dort liegen.
Was also ist zu erwarten? Ultra fiesester Teenage-Angst-Krach, der mächtig Arsch tritt, gleichzeitig die Messlatte wieder enormst hoch setzt was Energie und Kreativität betrifft. Für Freunde der frühen Reatards, Oblivians und Konsorten wärmstens zu empfehlen. Alles andere schlangweilig.

Und Silvia bleibt ziemlich cool.

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