Fixing a hole

Protomartyr – Under Colour Of Official Right LP (Hardly Art)

Hui! Was eine Band. 90er Postrock wie man ihn zu der Zeit teils vergeblich gesucht hat. Scheinbar elanlos, nölig, mit kaum genug Motivation, um Musik zu werden. Ist aber passiert. Was dabei heraus kam, kann sich mehr als hören lassen. Genauso wie man sich Musik aus der Arbeiterstadt Detroit vorstellen mag. Also, herzlich willkommen im Epizentrum des Scheiterns, ihr priviligierten Arschlöcher. Melancholie klang schon lange nicht mehr so cool und sexy.
Was die Szene-Fashion-Polizei zum abgewetzten Discount-Anzug des Sängers verlauten lässt, interessiert nicht, der Typ kann singen, die Band spielt angenehmen Postpunk, der es nicht nötig hat, sich selbst bis zum Erbrechen zu reproduzieren und zu feiern. Hier wurde ein eigenständiges Werk geschaffen, das nirgendwo anders hätte entstehen können.


View on YouTube

Mombu – Niger LP (diverse viele Label)

Bei Bläsern klappen meine Ohren eigentlich automatisch zu, bedingt auch durch die kurzen Wege, welche die Spieler häufig von der dörflichen Blaskapelle zur studentischen Trompetenpunkband zurücklegen. Im Jazz jedoch völlig legitim, vor Allem im Freejazz, vor Allem wenn es an einen synapsenverschwirbelnden Beatnik-Alptraum erinnert. Selbes gilt für Noise(Rock). Auch hier ein völlig legitimes Instrument. Macht Mombu, die zu einem von zwei Teilen aus dem Saxophon-Spieler von Zu bestehen, nicht weniger sperrig. Das hier is keine Pop-Band, eher martialischer Jazz-Rock. Ich finds abgefahren, live bestimmt dank einiger Pedale und Loop-Maschinchen und einem Uhrwerkschlagzeugspiel, wie man es von italienischer Noiserock-Seite gewöhnt ist, äußerst beeindruckend. Kommt völlig ohne Gesang aus, ist auch so abwechlsungsreich genug.


View on YouTube

Dj Krush – Kakusei 2LP (Sony Records)

Durchsichtiges Vinyl… Eher kontraproduktiv, aber obwohl dieses Machwerk gewohnt minimal daherkommt, sich bewusst von allzu opulentem Trip Hop abgrenzt, eher noch
im Hip Hop Instrumental Becken fischt, sind doch genug Gimmicks eingebaut, um das Ganze sehr kurzweilig erscheinen zu lassen. Tief rollende Old-School Beats, welche eine Fahrt durch Tokio (Krushs Heimatstadt) besipielsweise zum zwielichtig, neonfarbenen Abenteuer werden lassen können. Alles sehr laid-back und unaufdringlich, trotzdem ausgefeilt bin ins Kleinste und fernab von simpel. Also zurücklehnen, Sportzigarettchen an, Augen schließen. Großes Kino!


View on YouTube

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email