Unterspülte Felsformationen


DJ Krush – Message Of The Depths 2LP (Sony Music)

Vielleicht langweile ich schon etwas mit dem dritten Post über Krush aber ich muss gestehen, dass mir etwas Sabber das Kinn herunterlief, als ich vor diesem Juwel stand. Limitierte Doppel-LP, klares Vinyl, ein eingeschweißtes Stück Erinnerung an unbeschwertere Tage. Sprach ich bei Kakusei noch von gewohnt minimal, muss ich spätestens jetzt alles revidieren. Selbst die Beats kann ich nur schwer als solche bezeichnen. Alles kommt sehr schräg, detailverliebt und aus der Welt daher. Erstaunlich, wie die paar MC-Features es schaffen, über diese, sich überschlagenden Beats zu rappen.
Eine vertonte Psychose, ein Mahlstrom an Dunkelheit und Irrsinn. Trihedron ist mein persönliches Highlight.
Ein Song der jede Seance eskalieren lässt, mir das Gefühl von Schwerelosigkeit bescherte. Auch das Artwork ein schicker Hingucker.


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Acid Baby Jesus – Selected Recordings LP (Slovenly Records)

Neben Bazooka völlig zurecht immer noch eine der relevantesten Garage-Bands aus Griechenland. Generell ist die Musikszene dort recht spannend zu verfolgen. Selected Recordings ist in den letzten zwei Jahren entstanden, klingt, wie in einer Höhle aufgenommen. Äußerst orgiastisch lädt diese Scheibe zum narkotisierten Lümmeln auf dem Diwan. Augen auf Halbmast, die Lauscher weit geöffnet. Vegetable ließ mich glatt die Tarantella tanzen, den Veitstanz aufführen. Was ein Hit, Die Black Lips als Referenz kann man nicht mehr so oft heraushören, umso mehr orientalische Einflüsse, welche sich auch in der Instrumentierung niederschlagen. Schöne, gereifte Musik…


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Destruction unit – Eclipse LP (Cactus Man Records)

Wunderbarer Re-Release… Destruction Unit bestehen nun ja schon eine kleine Ewigkeit, scheinen sich in vielen Genres zu Hause zu fühlen, ohne den roten Faden zu verlieren. Sind die 2 ersten Alben den Lost Sounds noch am ähnlichsten, was auch an der personellen Überschneidung lag, wurden sie über Eclipse zu Sonoran immer düsterer und psychedelischer, befinden sich jetzt mit „The World On Drugs“ in brachialsten Noiserock-Gefilden. „Als würden zwei Raketen im Konzertraum starten“ fand ich eine treffende Bemerkung. Soviel zu den groben Facts. Rosseaus verzweifelt, metallener Gesang, der unaufdringliche Synthie-Einsatz geben dem Wüstensound die nötige Würze. Man kann den Sand zwischen den Zähnen förmlich mahlen hören. Völlig dehydriert und absolut spinnert auf Meskalin, übertragen auf Vinyl, von Rosseau selbst aufgenommen, auf seinem eigenen Label released. Selbst das Artwork stammt aus seiner Feder, entspricht dem Sound. Bester Typ, beste Band.


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