Bäckerin verkauft irrtümlicherweise Käseseele dem Teufel


Feral Trash – Trashfiction (Dirt Cult / P Trash)

Schöne Scheibe. Verwundert nicht im Geringsten, dass so was ausgerechnet aus Kanada kommt. So klingt Melancholie, wenn eigentlich alles in Ordnung ist: Hymnisch, melodisch, pathetisch. PowerPop, wie man ihn bereits von den Sonic Avenues, Statues, Steve Adamyk und und und kennt und schätzt. Das Rad wird hier zwar nicht im Geringsten neu erfunden, Spaß macht’s trotzdem irgendwie.
Genau das Richtige zwischen all dem Blackmetal, Coldwave und sonstigem fiesen Kram, den man ja so lieben tut.
Schaffen es wunderbar, Emotionen aus dem letzten Brocken Stein herauszukitzeln. Fast wär mir am frühen Morgen eine Krokodilsträne die Wange heruntergekullert, wär ich durch den Kaffee nicht so dehydriert. Nein, ganz im Ernst: Gefällt sehr gut, sticht aber irgendwie nicht heraus.

Ty Segall – Manipulator (2LP Drag City)

Ich will und kann mich hier nicht in nerdigem Fachwissen über den Output Ty Segalls verlieren. Aber wer sich etwas ernsthafter mit Garagerock beschäftigt, kommt um diesen Menschen nicht mehr rum. Manipulator ist neben Fuzz (als eigenständiges Projekt) wohl so ziemlich sein aktuellster LP-Release. Nur der Hype ließ mich lange zögern, einen Tonträger zu erwerben. Auch meine Trägheit und der Unwille, bis zum Erbrechen ausgetretene Pfade entlang zu flanieren, ließen mich hadern. Bereut hab ich es jedoch bei Weitem nicht.
MAGIE auf Vinyl gebannt. Die LP scheint thematisch aufgebaut. Der Manipulator setzt sich aus verschiedenen Charakteren und Erzählsträngen zusammen, die da wären: The Connection Man, The Faker, The Singer, The Clock, Mister Main usw. Die einzelnen Stücke scheinen musikalisch ganz unterschiedlich, Langeweile will nicht aufkommen. Mal richtig schöne Stomper mit Led Zep Anleihen, mal mit Orgel unterlegt, mal äußerst lässig. Alles perfekt produziert und abgerundet durch Tys astreinen Gesang. Man hört wirklich, dass hier eine unfassbare Menge Musik gehört wurde, bevor sich die Instrumente gekrallt wurden. So viele Einflüsse, ohne dass das Ganze überladen und uneigenständig wirkt. Die Gitarren oft schwer, 70er lastig, dann wieder ausufernd psychedelisch, ohne sich jedoch in allzu ausufernde Frickeleien zu verlieren. Wirklich kryptische, exzessive, schöne Musik und der perfekte Einstieg in das Segall-Universum.


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