3 Platten


Digital Leather – King Of The Monsters (1st LP / Red Lounge)

Shawn Foree ist ein lebendes Phänomen.
Der ehemalige Nachbar Ryan „Wong“ Rosseaus fing an, sich auf Synthesizer zu konzentrieren, weil er nach eigener Aussage ein lausiger Gitarrist ist (was so auch nicht ganz stimmt). Geschadet hat’s aber defintiv nicht, auch wenn er zu einer Zeit Synthesizer und Punk zu verbinden wusste, als Devo, Screamers, Units und Nervous Gender beinahe schon wieder vergessen waren.
Obwohl die Lost Sounds fast zeitgleich ihren ersten Release hatten, Rosseau mit Destruction Unit einen bewussten RipOff schuf, schien die Zeit noch nicht wirklich wieder reif für solche Musik.
Heute wiederum scheinen die SynthPunk Bands nur so wie Pilze aus dem Boden zu schießen.
Damals gab es wenige und noch weniger gute in der Richtung. Vielleicht Operation S, Le Shok oder auch die Cripples.
Auch Jay musste erst von Alicia von diesem Instrument überzeugt werden. Interessant zu wissen ist auch, dass die Lost Sounds tatsächlich ihren letzten Auftritt in Stuttgart hatten.
Aber zurück zu Foree. Nach schlappen 12 Jahren Werkelei als Digital Leather, scheint er etwas Misanthropie ablegt zu haben und produzierte sein neuestes Werk mit einer kompletten Band, bildete nebenher mit Bobby Hussy das Projekt TIT
Aber wieso eigentlich dieser Artikel? Weil ich mich Bolle freue, seine erste LP in Händen zu halten und weil sich dieses Projekt definitiv zu einem meiner liebsten gemausert hat. Spätestens der Song „Bugs on Glue“ und die „Assault“-Single haben mich bekehrt. Zugegeben, diese LP ist mitnichten seine beste, trotzdem feier ich sie für ihren unfassbar charmanten Dilettantismus. Und mit „Sores“ und „Pleasurebot“ hat er 2 Hits fabriziert, die den künftigen Weg aufzeigten.
Alles in Allem sehr fein.


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Cheveu – Bum (Born Bad)

Viele Attribute wollen mir zu diesem Album einfallen…
Müsste ich unbedingt irgendwelche Vergleiche ziehen, wären das höchstens noch Ween oder auch The Uv Race aber selbst das ist eigentlich nicht richtig.
Opulent augenzwinkernder PostPunk vielleicht.
Dermaßen verspielt, dadaistisch, bewusst völlig überladen.
Trotz Alldem und der generellen Verquertheit ist der Grundton doch immer düster, fast schon bedrohlich, was nicht zuletzt dem markanten Gesang zuzuschreiben ist.
Fest im PostPunk verankert, werden hier sämtliche Register gezogen:
Chöre, Flöten, Congas, Synthis, Gitarrengefrickel und weiß der Teufel was sonst noch.
Jedes Lied für sich eine kleine, verstörende Welt und gerade dadurch so cool.
Ein Album das dechiffriert sein will.


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Black Bug – Reflecting The Light (Hozac / XVIII)

Mal heißt es, sie kämen aus Schweden, mal aus Bordeaux. Ich glaube beides ist richtig, zumal sich Hozac und XVIII (Frankreich) den Release teilten. Auch behauptete einer der Dudes von Catholic Spray in der Band die Synthesizer zu bedienen. Sehr mysteriös die ganze Suppe.
Fakt ist, neben Black Orphan, Spider, Le Prince Harry und Scorpion Violente mit das düsterste was SynthPunk gerade so zu bieten hat. Musikgewordene Misanthrophie. So oder so ähnlich muss die Alien-Invasion klingen. Sehr verrücktes Album und immer noch eins meiner liebsten.


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