Lungern und Ausspucken

Umberto – Prophecy Of The Black Widow (Not not Fun)

Retro-Futuristische Synth-Projekte mit Hang zu 80er Trash(Horror)filmen schießen gerade wie die Pilze aus dem Boden. Viele spannende Projekte (Alex Cuervos Espectrostatic, Soft Moon, Lazerhawk etc.) nehmen sich der cineastisch geprägten Synthesizer-Musik an, werden aufgrund der Referenzen zu den entsprechenden Filmen Giallo genannt.
So auch Umberto (Um was?), ein Soloprojekt Matt Hills,
Erinnert an erste Gehversuche, das Fersehprogramm jenseits der 0:00 Uhr zu verstehen: Das Sitzen im Dunkeln vor der fast stummen Glotzkiste, die Schrecken, die einen dann doch irgendwie vereinnahmten und die Träume mehrere Tage bevölkerten.
Synthesizer-Pioniere wie Giorgio Moroder, Klaus Schulze und Italo-Disco im Genrellen haben defintiv ihr Quentchen zu solcherlei Musik beizutragen.
Ausufernd, wabernd, sackedüster, sakral, voll vernerdet, cool!

Bits Of Shit – Cut Sleeves (Homeless Records)

Gedacht, Passiert… Als ich nach neuen Releases dieser Melbourner Band suchte, dachte ich in meinem Kopf darinne, würden sich doch eigentlich auch bestens auf Total Punk machen. Bumms, Magie, isso. Eigentlich ist damit fast schon alles gesagt. Bits Of Shit bedienen wunderbar den Bedarf nach 80er Assi-KBD-Punk. Der Sänger klingt wie ein mächtig stinkiger Teenager, die Gitarren schön sägend. Beste Dosenbiermusik!! Das Artwork ist zum Davonrennen, tut dem Spaß jedoch kein Abbruch…

Sida / Bare Hands 7″ (Inch Allah Records)

Wenig gibt es über Sida zu berichten. Gerade mal zwei Singles gibts von dieser Strasburger Band zu haben. Etienne von Inch Allah, spitzen netter Typ btw., nahm sich einer davon an, Sweet Rot der anderen.
Den Nerds unter euch dürfte die zugrunde liegende Handschrift aufgefallen sein. Das Ganze wurde von Seb Normal produziert, was mittlerweile fast schon ein eigenes Genre darstellen will.
Also, Postpunk der noisigen, bedrohlichen Sorte. Höhlenmusik!
Was diese Single zu einer meiner liebsten macht, ist der phänomenal pissige Gesang der Sängerin.
Aber auch das Instrumentarium will äußerst gut gefallen in seiner krachigen Verquertheit…
Sehr gute Band

Bare Hands wiederum finde ich in dem Wulst von noisigen Garagebands dieser Art vernachlässigbar bis überflüssig. Ein Lückenfüller.

Hamburger Saignant – V.A. (Frantic City)

Es wundert mich doch immer wieder, wie wenig Menschen die französisch-belgische Garagepunk-Szene zu kennen scheinen, obwohl ja nicht so weit weg…
Dieser Sampler schafft da ganz großartig Abhilfe mit einem Querschnitt durch die junge Szene dort.
Zwar kann nicht jeder Song überzeugen aber ganz generell bietet er doch einen feinen Einstieg in diese weirde Miniaturwelt…

The Comsat Angles – Land LP (Jive)

Ab in die Untiefen des 80er Radio-Pop.
Dieses 83 erschienene Album stellt sozusagen den Ereignishorizont dieser sheffielder Post-Punk Band dar. Düsternis wurde ein wenig zugunsten radiotauglichem, eingängigem Wave geopftert…
Auch kann ich es niemand verübeln, dieses Album nicht zu mögen.
Aber hey, mir gefällt ’s… Ein schöner Ausgleich zu dem Murks, den ich mir sonst so reinzieh und generell läuft schlimmeres im Radio…

4Songs, die ich auf die Insel mitnehmen würde:

The Locals – You never have fun
Snapper – Buddy
The Teardrop Explodes – Bouncing Babies
Heavy Metal Kids – Delirious

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