Quengelware

Maserati – Pyramid Of The Sun (Temporary Residence)

Der Bandname mag beim ersten Hörer an die schlimmsten Momente des deutschen Befindlichkeits-Rocks erinnern, ist jedoch eine schöne Überschrift unter der diese 4-köpfige Band ihren ganz eigenen Klangkosmos generiert, der teils tatsächlich wie aus einem neonschwangeren Arcade-Traum wirkt. Heißt, den Einfluss früher Elektronika, Italo-Disco, kann man nicht wegleugnen. Ich denk da im Speziellen an Automat. welche zur selben Zeit wie Kraftwerk anfingen, jedoch um Längen interessanter klingen:

Maserati sind aber doch nochmal ein bißchen mehr, da eine vollständige Band.
3 Gitarren und ein Uhrwerkschlagzeugspiel bilden das Grundgerüst dieser Gruppe, welche jüngst auch eine neue LP herausbrachten.
Lange schienen sie mit dem, was sie machen, alleine auf weiter Flur aber immer wieder mal schaffen es Bands aus dem Proberaum an die Öffentlichkeit, welche in eine ähnliche Kerbe schlagen. Beispielsweiße Holy Fuck, Urlaub in Polen, Appaloosa
Wer also ein frische Alternative zu Neu!, Ash Ra Tempel, früher Elektronika, genrell hypnotischem Krautrock sucht, sollte sich unbedingt diesen Klassiker besorgen. Ein wirklich großartiges Album, das jeden Trip zum Autorennen werden lässt.

Mind Spiders – s/t (Dirtnap)

Ihr Debut klingt noch ein wenig nach Selbsfindungsphase. Zu der Zeit keine „vollständige“ Band, sondern aussschließliches Solo-Projekt Mark Ryans von den Marked Men.
Trotz großer Hitdichte will mir dieses Album im Ganzen nicht gar so gut reinlaufen.
„Slippin and slidin“ besipielsweiße ist ein grußeliger Pubrock-Lückenfüller.
Abgesehen davon wirklich ein cooles Album und neben der Single mein liebster Release dieser Band. Sogar die obligatorische Ballade „Read Your Mind“ will gut gefallen.
Manchmal gewinnt man fast den Eindruck, dass die Bands in Texas damit zufrieden sind, sich gegenseitig zu imitieren und hoch zu schaukeln, was defintiv kein Fehler ist, nach dem vierten Bier schnell aber mal zu Verwechslungen führen kann…
Wenn man aber mal von all den Burgern, Total Punks und Portland-Düster-Kapellen gelangweilt ist, lohnt es doch, das Denton-Universum etwas näher in Augenschein zu nehmen. Alles erstklassig!!

The Strokes – Is this it?

Man kann über die Strokes sagen was man will, aber dieses Album ist nach wie vor großartig.
Für ihre späteren Releases konnte ich mich nie wirklich interessieren geschweige denn begeistern. Auch ihre jüngsten Entgleisungen in Richtung Dance-Irgendwas will ich mir gar nicht erst reinziehen.
Wenn man die Entwicklung der Band und des Indie-Rocks nach „Is this it“ etwas analytischer angeht, beschränkt sich das Meiste auf den Song „Last Nite“, welcher einen dann doch schaudern lässt in Erinnerungen an unschuldige Indie-Disko-Stampfereien… Nein, nein, nein!!!
Von diesem einen posthumen Wermutstropfen abgesehen, ist das hier aber dann doch ein Album, das ich mir als Vinyl-Reissue besorgen wollte.
„New York City Cops“, „Someday“, „The modern age“ hör ich mir immer noch gerne an. An diesem Album hat einfach alles gestimmt, die Band hätte sich danach auflösen sollen… Nie hätten sie so erfolgreich und maßgebend damit werden dürfen. So viele Fehlkäufe und beschissene Konzerte wären so vielen Menschen erspart blieben, hätten Bands nicht versucht mit ihren Interpretationen dieses Albums auf den Zug aufzuspringen…
Auch die Argumentation, dass die Garagenwelt viele schöne Alternativen zu dieser Corporate Rock Band bietet, man denke an die Yolks, Harlem oder Warm Soda, klammere ich mal geflissentlich aus. Nicht nur hat mir das Album den Soundtrack zu vielen schönen Momenten beschert, auch jetzt kann ich es noch rauf und runter hören.

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