Eigentlich gar nicht mal so wichtig


Irgendwas mal wieder schreiben, vielleicht bekomm ich ja Likes und Follower und all das was zählt, irgendwie mal wieder so richtig stinkig rausfurzen aus der knuffigen Kuschelblase, die diese Stadt und mein ach so arges Leben nunmal darstellt. Der Problemradius reduziert auf flockende Milch im Kaffee, Schuppenflechte an den Ellbogen und die Melancholie, jaaaa, die Melancholiiiie. Würd ich mir gegenübersitzen würden mir ein paar ganz schön fiese Witze einfallen, schon allein weil sich genügend andere Dummbatzen in ihren Blogs, sozialen Netzwerken und all dem, was halt zählt, erniedrigen, um endlich auch mal den Himmel mit den 72 Jungfrauen betreten zu dürfen, der eigentlich immer nur den anderen, Erfolgreichen vorbehalten ist. Schwups wär sie weg, die betretene Miene des desolaten Romatikers, ein ganzer Mensch geboren. Sorry, Trottelkopf, du muss mindestens soooo groß sein. Also bißchen weiter erniedrigen, sich in bester katholischer Manier geiseln, das hilft, immer und ausschließlich, da fährt die Welt drauf ab. Vielleicht einfach doch die gute Miene zum bösen Spiel, „ein gewinnendes Lächeln aufsetzen“ nennt man das, Schultern durchbiegen, Anlauf nehmen. Alter das ist wichtig, recht freundlich, gesund, sich einbringen, Präsenz zeigen und so… Man könnt ja auch ne Geschichte schreiben, vom Über-Es, das zusammen mit dem Krokodil und den Haien im Grün plantscht, denn immer schön der Reihe nach, gelb, grün, blau und dann erst rot… Depp, verstehs endlich. Also, das Krokodil halt so übelst am Rasten, da musst mal einer was unternehmen, es nach oben schicken, up you go und so. Schade drum, aber der Filter hat versagt. Da hilft kein Rennen und nix mehr, der gute Kroko ist halt leider raus. Bla Bla Bla, ist es nicht ein gar feiner Durchhaltewettbewerb, ein lustiges gegeneinander Anleben? Die Hackordnung ist immer nur gegen einen selbst.
Obwohl ich ausnahmsweiße damit Recht hatte, dass ich wirklich keine Kohle hatte, brüllte mir der Obdachlose nach, bis ich hinter der nächsten Ecke verschwand… Da war doch was!? Egal, Kaffee rein, Kipppe an, Fenster auf, glotzen… Vielleicht werde ich auch dabei gefilmt, wie ich Menschen anglotze…
Vielleicht machen sie ja Handy-Videos davon, wie sie mich beim Glotzen filmen. Halt einfach irgendwie so tun, als wär das alles kein zerbombtes Kartenhaus, als wären wir nicht vergilbte Karikaturen unserer früheren Ichs. Ganz egal wie groß dein Zimmer ist, die Fliege landet immer auf deinem Gesicht. Es muss schon das Besondere sein, vollendet, veredelter Spitzenkaffee, streng limitiertes Vinyl, vollgepackt mit den all den Emotionen, die noch nicht einmal mehr das beste MDMA aus einem herauzukitzeln vermag. Zeitlich stimmig platzierte Posts von den entlegensten Stränden der ganzen Galaxie… Like Like Like Like. Ich bin ein Star, holt mich hier raus. Hoffentlich erkennt die Menschheit das Unikat in mir, bevor die Bombe in der Nachbarschaft explodiert, bevor mir die Zerfallenden aus ihren Zelten im Fernsehen das Bein hochkriechen, um mir meinen Kaffee ToGo zu mopsen. Was also? Ich glaub ich schau mal, was auf Facebook so geht…

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