Bananenkampf im Herrenhaus

Shantih Shantih – Winter in September (Wild Honey Records)

Unfasslich schöne Musika… Aber von Anfang an. Erst mal sticht das ziemlich coole Artwork ins Auge – gestaltet von Arthur Satàn (J.C. Satan). Die Band knüpft eigentlich nahtlos an, wo Anna Barattin mit den Vermillion Sands aufgehört hat; manche der Songs wurden ursprünglich für die V.S. geschrieben. Trotzdem sind die Zwillinge hier ungleich. Die Songs von Shantih Shantih gehen geschmeidiger ins Ohr, erinnern entfernt an Holly Golightly, Fabienne Del Sol und an 60er GaragenPop. Doch, ich glaube ich lüge nicht, wenn ich behaupte das ist das Schönste was ich seit Langem gehört habe. Dermaßen unverkrampft scheint die Musik 2m über dem Boden zu schweben. Wie ausgefeilt die Songs sind, erschließt sich aufgrund des angenehmen Hörens erst beim zweiten, dritten Mal. Der mehrstimmig, sich überlappende Gesang erinnert an Grass Widow, obwohl es hier weniger sperrig zugeht (versteht mich nicht falsch, Grass Widow sind DER Shit). Ein sanfter Meskal-Trip unter gleißender Sonne, wenn man rumpoetisieren will, aber auch das spottet der Band. Lässig aus der Hüfte geschossen und mitten ins Schwarze getroffen. Toller Release auf symphatischem Label. P.s. kommen im Dezember auf Tour.



Magic Bullets – Young Man’s Fancy (Parked in Hell Cassette)

Also vor Terry Malts waren u.a. die Magic Bullets und zwar von 2004-2011…
Hier wurde defintiv ne Menge Echo & The Bunnymen und Konsorten gehört.
Sehr schöner, ausgetüftelter Songwriter Rock mit PostPunk-Referenz.
Nicht alle Songs wollen mir gut reinlaufen, aber grundsätzlich finde ich die Musik ziemlich gut und irgendwie waren sie mit der Retrospektive in dieses 80er Universum ihrer Zeit fast schon wieder voraus…



Bad Weed – Bad Weed 7″ (Bachelor)

Die find ich toll – echt jetzt!!! Ein wenig war ich überrascht, als ich erfuhr diese Band ist aus Wien.
Erinnern schon stark die New Swears. Fluffig schrammelnder Garagenpunk mit PowerPop-Note.
Die Sorte Musik, die ich gerne aus dem Kasi hören würde, wenn ich am Fluss mit 2 Flaschen Wein und ner Bande guter Freunde sinnfreie Sülze quatsch…

Black Panties / Sick Thoughts Split Cassette (Cut the Chord / Lumpy)

Die Psychopathen-Lobby des Garagenpunk!!! Habe ich Drew Owen hier als weniger durch wahrgenommen als andere andernorts, kann man doch nicht wegleugnen, dass der Kerl ne Menge Wut im Ranzen und genauso viele Flausen im Kopf hat… Klar, muss man nicht drauf klarkommen und ich finde es fast schon ein wenig traurig, dass sich die Musik-Welt ihre Frankensteine schafft, indem sie solches Verhalten feiert, stylisiert… Aber vergesst nicht, trotz aller Kreativität und dem immensen Output ist der Kerl immer noch schlapppe 20. Also, ihr Moralapostel, wie wart ihr denn in dem Alter so drauf? Wie oft seid ihr durch euer loses Mundwerk Boxsack geworden, aus wievielen Clubs seid ihr dadurch geflogen??? Whatever, seine Musik feier ich nach wie vor.
Black Panties beackern mehr oder weniger das selbe Feld. Musikgewordene, ziellose Teenager-Wut. Ich mag’s…

Und wenn ’s um Online-Fundstücke geht, die da:

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