Mit dem Wattestäbchen die Zeit totgeschlagen

Hab mir fest vorgenommen, dass dieser Text ein fröhlicher wird, ein Lobgesang ans Leben, eine Fanfare der Zufriedenheit… Nein, ernsthaft, was bringt ’s Trübsal zu blasen? Gefühlt wird zwar alles immer schlimmer, ein ewiges Waten im Schlick der zähflüssigen Genügsamkeit oder so ähnlich. Man hangelt sich von Dingens zu Dingens, füllt seinen Tag mit Kaffee und den Magen mit irgendwelchem Zeug, das bißchen ablenkt von dem Anderen, dem wichtigen Krams. Damit meine ich bestimmt nicht meine Zukunft oder so, die war mir schon in der Vergangenheit schnuppe. Als ich rausfand, dass CDs und Platten für gewöhnlich nicht verpfändet werden und dass selbst die schäbigsten Buden Türen und Schlösser haben, stellte sich eine ungewohnte Ruhe in Punkto „Zukunft“ ein.
Bißchen blöd, hier allein rumzugammeln, im Keller, aufm Dorf, umzingelt vom Kollektiv, vielleicht schon ja, also posaune ich mein Scheiß einfach mal in den digitalen Ether – entschlossen und kämpferisch – haha
Gestern habe ich eine Gitarre und ein Skateboard gesehen, hat mir schon gereicht, andere sind da viel besser drin… Mitsingen tu ich nur bei Protomartyr, die Nöligkeit krieg ich grad mal noch hin, aber das darf niemand wissen…
Gute Gespräche hab ich ne Menge, viele, unsagbar… Gespräche, die mich nicht weiterbringen, eine zaghafte Manifestation dessen sind, was sein könnte, was ich tun könnte, statt hier blöd auf den Bildschirm zu starren und Zeug rumzusülzen, das keinen interessiert. Yeah, digitaler Müll, vielleicht stoßen ja irgendwann in 1000000 Jahren unsere Nachfahren, die logischerweiße in irgendwelchen Nährtanks schweben und die Welt durch abgefahrene Helme wahrnehmen auf irgendeiner Schutthalte des Netzes genau auf diesen Text und übergeben sich feierlich in ihren Nährschlamm, weil ihnen all das so unfassbar blöd vorkommt, wie es nunmal ist. Kaffee und Kippen sind der Shit, vor Allem um diese Uhrzeit, man fühlt sich so unsagbar rebellisch. Fick dich Nacht, nicht mit mir, nicht heute. Ich bleibe wach so lange ich will. Musik würde dem ganzen noch das Krönchen aufsetzen. Vielleicht das, läuft gut rein:

So, viel besser, zaubert gleich ein bißchen Leben in mein Kellerloch. Manchmal sitzen da auch andere Leute und ich frage mich: „Alter, wie halten die das hier nur aus?“ Der Vewesungsgeruch muss doch jede Ritze der Wände bereits durchdrungen haben. Ohne Flachs, wenn ich mal ins Gras beiße, will ich auch auf ner Zigarettenpackung mit so nem Schlauch im Mund abgebildet werden.
Bißchen posthumer Fame wär zu gut. Im Leben hat’s nicht dafür gereicht, aber die Gitarre hab ich zumindest mal angeschaut, auch das Skateboard und die Farben und die Flaggen und das ganze Zeug halt… Der Text ist ein fröhlicher, verdammt!! Selbsthass ist mir fremd, schuld sind die anderen, vor Allem du, ja du!!! Genau du!
Stell dir mal vor, du und ich in einem Auto an einem schönen Tag auf dem Weg zum Über-Konzert in einer fremden Stadt in eine Lokation, wo wir noch nie waren, wo das Bier billig, der Sound hammers und die Leute mega nett sind. Und auf dem Rückweg unglaublich geile Musik über kaputte Autoboxen, alle sturzbetrunken und glücklich… Vielleicht würde ja auch so was laufen vielleicht auch nicht, vielleicht gefällt dir das gar nicht, vielleicht bleibe ich einfach mal daheim und trink Kaffee und rauch Kippen und schreib Blödsinn auf einem dämlichen Blog und stells mir einfach mal vor

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