Das Tresenmanifest


Bald 50 Releases stark ist Erste Theke Tonträger. Grund genug, mal an Haugens Bar zu versacken und ein paar seiner Veröffentlichungen zu rezensieren.
Jemand bezeichnete das Label mal als integer und ich muss sagen, ich empfinde das genauso, obwohl ein solcher Begriff unterkühlt umschreibt, was auch ich für eine gelungene und wichtige Herangehensweiße halte: Qualitativen Punkrock zu veröffentlichen, der aufzeigt, dass ein solches Genre mehr sein kann als die Quintessenz aus Dosenbier und Selbstüberschätzung…

Pretty Hurts – Expectations 7″ (ETT)

Pretty Hurts, eine irre gute Live-Band, mittlerweile mit ihrem ersten Longplayer bei Rockstar Records gelandet, überzeugen auf voller Linie mit unpathetischem PostPunk, der sich gleichermaßen bei diesem Genre, frühem EmoCore und NoisePunk zu bedienen weiß. Rasend schnelle Songminiaturen, bei denen man sich nicht entschließen kann, welches Instrument man zuerst zelebrieren möchte.
Der verschachtelte Sound ist ständig -den Cult Values oder auch Diät nicht unähnlich- hart an der Grenze, sich selbst zu überschlagen, völlig überzuschnappen und das Hörempfinden zu überlasten, was ausschließlich positiv gemeint ist. Würde ich sehr gerne wieder sehen und hören.

Marbled Eye – EP II (ETT)

„Don‘t believe the hype – Bay Area guitar music is alive and well.“ schreibt Sorry State Records über die Band, welche erfrischend anders klingt, irgendwie so gar nicht, was man sonst so aus dieser Gegend gewohnt ist. Der Vergleich zu Institute liegt mehr als nahe, Marbled Eye sind jedoch etwas eingängiger, was mir durchaus gefallen will und das eigentllich fast schon besser. Abgehangener, übertrieben cooler PostPunk, der auf einer Kassette wunderbar auch neben Total Control sein Plätzchen finden könnte. Die hypnotisch, unaufdringlichen Songstrukturen sind der schiere Wahnsinn und ich bin gespannt wie Flitzebogen, ob es wohl bald einen Longplayer der Band zu haben gibt.

Krimewatch – Demo Cassette (ETT)

Kommen aus New York und sind ein Bombardement! Völlig zurecht als eine der besten Hardcore Bands „gehandelt“, die gerade so ihr Unwesen treiben. Ich kann mich jetzt nicht in coolem Vokabular, dass auf Hardcorepunk Bands angewandt wird, ergehen, aber die Songs sind einfach dermaßen gewaltig, dass man sich dem gar nicht erst entziehen kann oder möchte. Die Demo verweilte ziemlich lange in digitaler Version auf meinem MP3er. Dadurch, dass manche Songs auf Japanisch sind, startete der Player grundsätzlich mit diesem Song, was ich super fand. Klingen über meinen Kinderkassetten-Rekorder fast noch geiler, als über eine gute Anlage.

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