Schall und Rauch



Ruby Pins – s/t (M`lady’s)

Was ist da los bei diesem Label? Der aktuellste Release stammt zwar von 2017 aber die Internetpräsenz scheint komplett eingefroren, weder Soundcloud noch Bandcamp sind noch online. Mhmhm…
Auch Grass Widow gehören der Vergangenheit an, das aktivste Nachfolgeprojekt scheint nun Cold Beat zu sein. Zwischendurch war Hannah noch bei Generation Loss aktiv und zusammen mit Lillian bei Wet Drag.
Aber angetan haben es mir im Moment die Ruby Pins und ich bin wirklich froh die LP nun endlich gefunden zu haben und -dank Hartz & Dispo- mein hart erarbeitetes Stück Eigen nennen zu dürfen.
Also, die Geschichte hinter den Ruby Pins, welche das Soloprojekt Lillians sind, der Schlagzeugerin von Grass Widow, ist eine traurige und muss hier nicht auch noch ausgeschlachtet werden, kann jedoch kurz als Kampf mit den eigenen Dämonen über’s Knie gebrochen werden.
Der Sound ist rudimentär, kaum zu vergleichen zu dem von Grass Widow. Selbst aufgenommen mit Laptop und einem Mikro, entwickelten die Songs eine ganz eigene, niedrigschwellige Dynamik, als wären sie unterwasser aufgenommen worden. Minimales Schlageugspiel, verhaltener Synthie-Einsatz und grummelndes Gitarrenspiel sind das Grundgerüst auf welchem die schummrigen Pop-Songs ihre zutiefst emotionale Welt aufbauen. Solche Musik kann nicht tagsüber entstanden sein. Die meisten Platten klingen besser, wenn man lauter macht, hier ist es umgekehrt und die Songs entfalten sich erst wirklich, wenn nicht zu laut gespielt. Wie gesagt, leider kann das Album nicht mehr gestreamt werden, aber glücklicherweiße lässt sich noch dieses Video im Netz finden… Auch das Tuxedomoon-Cover hat mich vom Hocker gerissen und angenehm schaudern lassen. Wirklich, ich bin arger Fan von Lillian, Hannah, Raven und all ihren -durch die Bank- smarten Bands, die im Laufe der Jahre aus Grass Widow entstanden.

S.B.F. – Double Blind 7″ (Goodbye Boozy)

Ok, ok, wurde schon von mir besprochen, aber da ich die Single nun habe, will ich damit auch ein bißchen angeben – haha. S.B.F. sind defintiv hoch im Rennen um einen Ehrenplatz im Misanthropen-Ak. Wer eine Single nur einseitig bespielt, kann die Menschheit nicht gern haben, was S.B.F. in meinen Augen nur umso symphatischer macht.
Bei kaum einer anderen Band bin ich gerade so heiß auf mehr Songs, weil ihre Linie noch keine klare zu sein scheint und der zweite Song der 7″ fast schon als Trash-Metal durchgehen könnte. Auch haben sie mein Baader-Meinhof-Syndromc schön geritten, denn das erste, was mir ins Auge stach, war ein kleiner Warhol-esker Comicstrip einer Person, die sich den Kopf hält mit der Sprechblase: „Nuclear War – there goes my career“. Böse böse böse…
Nein, eigentlich schreib ich das Review auch, weil ich im Netz auf dieses irre Live-Video von ihnen gestoßen bin, das mich wohl ganz schön dämlich aussehen ließ, wie ich da vor meinem Laptop rumgezappelt bin. In dieser Band wäre ich gerne der Drum-Computer!!

Live from the Grassy Null vol. 1. (Cassette Vacant Stare)

Vielleicht hast du dich ja wirklich bei dem Lesen vorangegangener Reviews schon gefragt, was The Grassy Null eigentlich nun ist. Das ist ein Live-Aufnahmestudio in Oakland, bei dem auch Kyle von den Beekeepers involviert ist. Sämtliche Bands, die auf der Kassette vertreten sind, spielten einen exklusiven Song für die Aufnahme-Sessions. Mehr Liebe ist eigentlich kaum mehr möglich, weil die Songs nicht nur auf Kassette aufgenommen wurden und das in beachtlicher Qualität sondern auch auf VHS.
Was eine geniale Idee!!! Auch die Auswahl der Bands ist wirklich super, so finden sich neben Froth, Scraper und Bad Bad z.B. auch die wahnsinnigen Violence Creeps.
Zur Kassette gab’s ein cooles Zine mit abgefahrenen Collagen. Toll, Toll, Toll!!!

Leider auf der Kassette nicht vertreten, aber ich liebe diese Band und find das Video schlicht großartig!!

Di Caprio – I went to the mall yesterday and i got sick

Hätte ich wirklich zu gern auf Platte, aber bisher hab ich sie noch nirgendwo in Europa bei den Mailorders finden können… Wird schon noch kommen – hoffentlich.
Was für eine arschgute Band. Ein bißchen als hätten die Country Teasers zusammen mit Institute versucht eine gemeinsame Schnittmenge zu finden. Heraus kommt ein Machwerk, das gerade seinesgleichen sucht, dermaßen düster und desolat ist, dass einem schwarz vor Augen werden möchte. Hat mich der Band-Name noch laut auflachen lassen, ist mir dieses bei der Musik dann doch im Hals stecken geblieben. Man weiß nicht, ob man dazu wippen oder heulen möchte. Ich finds irre geil und betrachte diesen Release als einen meiner liebsten in diesem Jahr.

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