Konzerte im Kopf

Konzertreviews von Shows auf denen ich leider nicht wahr, oder auch nicht sein werde.
Aber hey, es gibt ja immer noch die Möglichkeit sich in Selbstmitleid und Eiskaffee zu suhlen.
Auch bei Wing Commander hole ich mir gerne mal den Respekt meiner Wing-Men durch flapsig-derbe Aussagen.

Beaches Brew 2017

was passiert da so und warum? // anfängliche Bedenken

Komplett für lau, am Strand und eine Vielzahl an Bands, die einfach dermaßen abgehen, dass einem schwindlig wird.
Da ist was faul, da muss was faul sein. Wo ist der Haken? Schon Stunden suche ich danach, hab in den Untiefen der Facebook-
Gästeliste knallhart recherchiert um wenigstens einen Nazi da ausmachen zu können.
Ne Menge Hipster, ja, aber da wird ja bekanntlich der weltoffenste Mensch zum Faschisten, solange man sich nicht ausreichend mit
der eigenen Peer-Group davon distanzieren kann (das war Ironie). Wieso ich modische Verfehlungen in Schutz nehme weiß ich nicht, aber in
einer Welt bzw. Szene, die sich gerne mal über die Marken und Farben, die sie am leib trägt identifiziert muss man sich doch
längst über nichts mehr wundern… Dass die Menschen auf den Shows tanzen kann ich kaum ertragen. Da wird mir schlecht, will mit meinen Freunden
eine Pyramide des Zorns bauen, um meine Aversion auszudrücken (auch Ironie). So geht das nicht hier bei uns.
Oh, da ist der Haken auch schon. Horrende Getränkepreise. Aber da die meisten Bands nicht mit ihren -von luft und liebe betankten- fliegenden
Teppichen in Sekundenschnelle von A nach B flitzen und da gute Konzerte auch mit Leitungswasser im Ranzen Spaß machen (sollten), ist das ein kleiner Wehrmutstropfen.

Highlights:

Thee Oh Sees, ganz klar und King Gizzard und die Decibelles vor einem großen Publikum sehen zu können.

Geheimtipp:

Static Shock Weekender 2017

Was passiert da und warum / anfängliche Bedenken

Ausgabe „V“ des bestgehütetsten Festival-Geheimnisses in Sachen Punk und Hardcore.
In DER Stadt, die immer noch als das Aushänegschild für Punkrock wahrgenommen wird – von Leuten ohne Ahnung.
Da ist der Hund begraben, ehrlich. Für eine Stadt in der Größe gibt es erstaunlich wenige Bands, die wirklich
erwähnenswert sind, aber du darfst mich da gerne korrigieren und mir eine ellenlange Liste über coole Bands schicken,
die sich die horrenden Mieten dort leisten können.
So lange, ausführlich und laut wurde ich nicht mehr angeschrien seit ich von zuhause wegzogen bin und es macht mir
Spaß. Wären die Hürden nüchtern nicht so hoch würde ich mir die Hose vom Leib reißen, an meinem Vordermann hoch-
klettern und nochmal versuchen einen Rückwärtspurzelbaum-Stagedive zu schaffen. Auf dieser Erinnerung beruht mein ganzer Stolz.
Nein, das macht man nicht. Stattdessen lasse ich mich von den Dreadlocks der Person vor mir an der Nase kitzeln und genieße
diesen zart-verruchten Hauch von körperlicher Nähe zu einem Fremden.
Ein Meer aus schwarz. Ich glaube da vorne hab ich ein eingeschüchtertes Wesen in einem
weißen unbedruckten T-Shirt gesehen. Ich möchte mich seiner annehmen, ihn in die Arme nehmen und trösten. Du armes armes Ding,
aber du bist nicht alleine, ich fühle mich auch manchmal seltsam.

Highlights:

Bib, Krimewatch, Limp Wrist (wegen Publikum)

Geheimtipp:

Haram, The World (weil sie den Rahmen sprengen)

Purpur Spytt – Künstlerhaus Stuttgart

Was passiert da und warum / anfängliche Bedenken

Muss Punkrock zur Kunst erhoben werden, zugänglich gemacht werden für Kulturbeflissene, die mit Sekt und Selters wie der
Ochs vor dem neuen Tor stehen und versuchen das, was da passiert in ihren engen Kosmos zu quetschen?
Nein, eigentlich ja nicht, aber Punkrock brauch Bühne, das ist klar. Egal, ob das Ganze im AZ-Keller, auf der Kegelbahn, im Politbüro
oder sonstwo stattfindet.
Aber manchmal macht der Rahmen auch das Bild. Schon im Epplehaus musste ich mich nicht umdrehen, um zu sehen,
dass die meisten nicht gecheckt haben, dass diese Musik einfach genauso geil ist, wie alles andere auch, dass es da klare
Referenzen zu nennen gibt, dass da dermaßen genau auf den Punkt gespielt wird, dass ein völlig neues Konzept von One-Man-Bands,
korrigiere, One-Girl-Bands durch schizophrene Zwiesprache mit Zuhilfenahme von Looppedalen generiert wird.
Das ist live so dermaßen gut, witizg und abwechlsungsreich.
Ich wäre gerne dort. Auch die Ausstellung, in dessen Rahmen das staffindet, klingt weniger trocken, als der Name der Location
vermuten lässt.

Highlights: Purpur Spytt

Geheimtipp: Purpur Spytt

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