Ok, ich geb alles zu…

Manchmal freut man sich so arg auf eine Platte, dass man sie so oft über’s Internetz anhört, dass sie fast schon wieder ausgelutscht ist, wenn sie dann endlich ankommt. Das gilt’s zu unterbinden, also hör ich mir die Songs nur noch einmal an, dann lass ich’s bleiben.
Die ganze Zeit hab ich mich beim Lesen von den Reviews gefragt, wieso diese Band als von OI! beeinflusst gilt, bis ich die älteren Sachen gehört hab und sich mir -im negativen Sinn- fast die Nackenhärchen aufgestellt haben, obwohl die Richtung schon mal die richtige war, aber hört selbst, wenn’s euch wirklich interessiert. Ok, ja, ein bißchen kann man solchen Einfluss nicht leugnen, irgendwo, in einem anderen Review stand was von Post-Oi, was ich ja noch grausliger fand. Die Band versucht sich eigentlich solchen Vergleichen zu entziehen, haben erst angefangen, in Bands des genannten Genres reinzuhören, weil sie sich dem Vergleich ausgesetzt sahen, aber ob ich das glauben will?? Musical Hairsplitting macht vieles kaputt, das ist wohl schon richtig. Genre- und Szenemeierei kann schnell mal so weit gehen, dass jede(r) halt irgendwann ihre eigene Szene ist, alleine da steht auf dem Konzert ihrer Wahl, weil im Zweifelsfall nichts so wirklich echt sein will, nichts ist, wie es der Star-Schnitt in der Bravo oder die heile, warme Internetwelt versprochen hat.
So distanziert sich die Band im Noisey-Interview auch ziemlich harsch von genau solchen eng-gefassten Selbstzuschreibungen, was sie in meinen Augen nur umso sympathischer macht: Noisey – Vanity Interview
Aber wenn’s nach mir geht, ist diese Platte bestimmt nicht dafür gemacht, sich mit seinen Sauf-Genossen die Birnen wegzupogen. „Catchy“ klingt einfach viel geiler als „eingängig“ und genau das ist diese Platte, man will einfach bißchen bescheuert dazu rumhüpfen, so wie die Crew um Tony Wilson bei dem Sex Pistols Konzert in „24 hour party people“… Aber da fängt wohl wieder die verklärte Vorstellungs-Welt an. Ernsthaft ich sollte vielleicht wirklich mal wieder vor die Tür gehen, aber da draußen ist Fledermausgebiet und ich bin mir manchmal nicht so sicher, ob die Zombie-Apokalypse nicht längst schon begonnen hat.
Meine Nachbarn sind aufjedenfall welche. Wer seinen Hund „Sunny“ nennt…
Katorga Works, das Label, auf dem die Band ihre meisten Releases veröffentlichte, ist wirklich einen Hörer wert und viele Bands sagen euch was. Vielleicht kennt ihr deswegen Vanity auch längst schon, habt mir von denen nur noch nichts erzählt, weil wir uns so selten sehen.
DIE SIND GEIEL!!!!

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