Mit dir würde ich auf eine einsame Insel ziehen…



aber vielleicht möchte ich das gar nicht, ist dir das schon mal in den Sinn gekommen?
Vielleicht will ich nicht auf deine Insel ziehen, eben weil sie eine einsame ist. Da draußen gibt es unfassbar viele nette und coole Menschen du Arschloch und
du, was machst du? Statt, dass du Brücken zwischen dir und den Menschen baust, sprengst du die vorhandenen in kleine Stückchen, vereinzelst und spaltest so lange bis nur noch du und die Stimmen in deinem Kopf über sind.
Bedeuten dir die Leute, die dich umgeben, die mit dir in der selben Stadt wohnen, mit denen du so viele schöne Dinge erlebt hast und die dir immer bei deinem Scheiß geholfen haben, obwohl sie es vielleicht nicht so mochten, aber dafür dich, denn überhaupt nix mehr? Hast du dir das schon mal überlegt? Ist es denn so schwierig ein wenig Empathie, ein wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse deiner Umwelt zu entwickeln? Im verdammten Supermarkt interessiert’s dich doch auch nicht, welche Musik gerade läuft. Ok, ja, der Vergleich hinkt – die Musik ist darauf ausgelegt zu beruhigen und zum Einkaufen zu animieren. Niemand würde in einen Supermarkt gehen, in dem Deathmetal läuft.
Aber verstehst du denn nicht, was ich dir sagen möchte? Deine Freunde sind deine Freunde, auch wenn sie andere Musik hören. Aber, ja, ich weiß, sie machen diese auch, identifizieren sich damit, fügen sich in ein abgeschlossenes Konstrukt, das dieser entspricht. Ja, verdammt, dann näh dir halt mal einen verdammten Patch auf deine Jacke, du hast doch auch genug davon. Du kannst den Lauf der Dinge leider nicht ändern, nur weil du das gerne hättest.
Niemand kann sich auf einer Straight-Edge-Show ein Crack-Pfeifchen anzünden, ohne dafür einen Spruch zu kassieren oder Schlimmeres. Das geht halt nicht. In welcher Welt lebst du denn eigentlich? Und dass du keinen Alkohol mehr trinkst ist auch so eine Sache. Hast du eigentlich noch Spaß bei irgendwas, bereitet dir denn überhaupt noch irgendwas Freude? Den ganzen Tag scheintot in deiner Bude vegetieren, Buch um Buch fressen und erst nix lernen. Meditatives Buchstaben-Anschauen, damit die Zeit vergeht bis zur nächsten Mahlzeit und dem Schlaf der Achso-Gerechten. Hast du überhaupt noch Träume und Ziele, willst du denn nicht mal eine Veränderung, dich irgendwie im Park der Möglichkeiten austoben, vielleicht sogar mal wieder arbeiten gehen, um deine scheiß-verfickten Drecks-Gedanken in andere Bahnen zu lenken, damit du nicht vollends das restliche bißchen Verstand verlierst, den du dir fast zur Gänze in den letzten Jahren aus dem Hirn gesoffen hast? Alter, du machst mich wirklich fertig… Du bist keine sechzehn mehr und ich auch nicht.
Einfach mal ALLES und ALLE scheiße finden. Ist das der richtige Weg aus der Isolation? Geh doch woanders hin, wenn’s dir nicht mehr passt. Da wirst du merken, dass nicht die Menschen es sind, die beschissen sind, sondern, dass du und dein permanenter Selbstschutz, deine abgrundtiefe Ignoranz das Problem sind. Du kannst doch nur das lieben, wo du einen positiven Bezug zu dir selbst herstellen kannst. Alles andere, jeden Versuch, dir irgendwie ein wenig Erkenntnis und Verständnis und Einfühlungsvermögen heranzutragen, belastet dich doch so sehr, dass du dich immer weiter in dich zurückziehst, zusammenschrumpelst wie ein mensch-gewordenes Dörrobst. Wer bitteschön findet so was geil? Die Musik die du hörst, die Klamotten, die du trägst, dein grantiges Gesicht, dein Gelaber… Alter, du bist einfach immer derenige, der im Bus einen Hustenanfall bekommt. Jede(r) hat Verständnis aber Alle kotzt das an. So ein Mensch bist du. Tut mir leid, das war über das Ziel hinaus geschossen. Aber verstehst du denn nicht, was ich dir noch sagen möchte?

Aufgelegt, jetzt hat er einfach aufgelegt.
Siehst du, Schatz, dieser Mensch ist ein schwarzes Loch, ganz ehrlich. Ahh.
Komm, ich bind dir schnell die Krawatte, die anderen warten schon und wir wollen doch nicht das Feuerwerk verpassen.
Du siehst wirklich toll aus heute, zum Anbeißen sexy

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