Reviews: Honey Bucket, Yves Bernard, Body Pressure, Alien Nosejob, No Waves

Honey Bucket – Magical World (Metal Postcard)

Also erst mal zum Label. Metal Postcard ist mir immer noch ein Rätsel und ständig nehme ich mir vor, alle Releases mal anzuhören, aber das ist unmöglich. Zu gebannt ich von den Bildchen bei Bandcamp und kann mich nie entscheiden, wo ich zuerst drauf klicken möchte. Honey Bucket, die ihre erste LP auf diesem Label veröffentlichten, wurden mir zum ersten Mal empfohlen, als White Fang hier gespielt haben, welche ja bekanntlich auch irgendwie in Portland vegetieren und einen gruseligen Output haben, fast schon eine Kinderfabrik für schräge Musik sind.
Was uns die ToiToi-Festival-Klos sind, sind in den USA die „Honey Buckets“… Also schon beim Namen alles richtig gemacht. Auch bei der Musik. Man hört, dass die Jungens auch ziemlich dicke mit den Woolen Men sind, die spätestens mit ihrem neuesten Release und der klaren Mark E. Smith – Referenz (sagte ich doch) zu meiner momentanen Lieblingsband wurde. Ähnlich den Woolen Men spielen Honey Bucket super-schrulligen Lo-Fi Pop, wie gemacht für bißchen wärmeres Wetter und angenehmes Gras. Starke Musik, bei der man schon bißchen genauer hinhören muss, die sich
fast schon verstecken möchte.

Yves Bernard – Demo

Also wer sich immer schon fragte wie wohl die Schnittmenge aus Ausmuteants und Pierre et Bastien klingen mag, ist bei Yves Bernard genau richtig. Irgendein Simpel meinte mal, er fände französichen Gesang schrecklich und wenn ich mir diese Band anhöre, wünsche ich mir ein überdimensioniertes Laser-Gewehr, um ihm zum Schweigen zu bringen. Extrem angenehmer, schrammelnder Punk, der immer wieder mal Zugeständnisse an Post-Punk macht, obwohl hier die Garagepunk-Wurzeln sehr offensichtlich sind und vielleicht auch ein wenig Sedatives gehört wurde. Schön flockig und schwerloser Punk, wie er mir gerade sehr gut gefällt!

Body Pressure – U.S . Decay (Last hour records)

Ich finds grad enorm spannend, mitanzusehen, welche Richtungen im HardcorePunk einschlagen werden und man kann und will sich kaum mehr retten vor all den Bands die das Genre dermaßen frisch aufwirbeln. Ist der Hype um Krimewatch kaum abgeebbt, kommen auch schon die nächsten Bands um die Ecke, die einfach dermaßen zornig und tough fettesten, rockigen HC-Punk abliefern, das einem schwarz vor Augen wird.
Auch textlich ist das fern von dem angenehmen, unbeschwerten Zeug, das ich mir sonst so gerne anhöre.

Alien Nosejob – Panel Beat

Willkommen zum lustigen Rätselraten. Wer, denkst du, versteckt sich hinter dieser neuen Band aus Australien? Der Gesang verrät die Band und beim zweiten Song wird offenbar, um wen es sich handelt. Der Output um die ganze Crew ist doch ein erstaunlicher und Alles, ausschließlich Alles klingt dermaßen frisch und unbelastet. Rastlose Leute, die scheinbar einfach nicht anders können, als unfassbar coole Songs zu schreiben. Selten wurde der Mief eines Genres so leicht abgeschüttelt wie von den Leuten und auch den ganzen anderen Bands, die man den Label ihres Umfeldes zu verdanken hat – lassen den Eindruck aufkommen, dass in Australien irgendwelche Ufos gelandet sind, um die Welt mit unfasslich frischer Musik zu unterjochen.
Und wer mir immer noch nicht glauben möchte, sollte sich einfach z.B. mal Ubik
anhören. Was ein Feuerwerk, also beide Bands.
So und hier nun die Auflösung. Es handelt sich um Jake von den Ausmuteants und wer sich etwas tiefer einwühlen möchte, sollte mal die anderen Releases von Aarght Records, Antifade und Konsorten reinziehen. Alles erste Sahne – ohne zu übertreiben.

No Waves – Immaculate Protection (Mamma Leone Rec.)

No Waves teilen sich ihr Label mit Pisse und Die Tunnel. Mit letzeren waren sie vor nicht allzu langer Zeit auf Tour und machten z.B. in Freiburg halt. Ich tu mir enorm schwer das zu umschreiben, aber klingt doch schon ein wenig nach einer verschrobeneren Variante von
The Notwist, wenn man denn irgendwelche Vergleiche ziehen möchte. Das ist so wunderbar melancholisch und „Oyster“ oder „Someone gave me a special gift“ sind wohl so ziemlich genau die Songs, die ich gerne hören würde, wenn ich in einer Rakete diesen Planeten verlasse um ihn unerforschte Galaxien vorzudringen. Nein, ernsthaft, ich bin wirklich froh diese Band entdeckt zu haben. Dermaßen schön bedienen sich No Waves bei unterschiedlichsten Genres und zeigen auf, dass Melancholie verdammt cool und unpathetisch klingen kann. Wunderbarer Synth-Pop, der seinsegleichen sucht! Auch das Artwork. Ist das eine Braten, Broccoli-Landschaft? Zu gut!!!

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email