Reviews: Rapid Dye, Shaking Heads, Unnatural Helpers, Blues Lawyer


Rapid Dye – Nurture Or Destroy 7″ (Paradise Daily Records)

Wer beim Hören der Beta Blockers noch nicht völlig durchgeknalllt ist darf sich in Form Rapid Dye aus Sydney einen Nachschlag in Sachen Musik-gewordener Wahnsinn holen. Dass Hardcore-Punk aus Australien schlicht der Shit ist, ist zwar nicht wirklich neu, aber auch diese Leute zeigen wieder mal bestens auf, wie locker eigentlich Alles sein könnte. Gemastered wurde das Ganze beispielsweiße auch wieder von Mickey Young, der sich eher in garagigen Gefilden einen Namen gemacht hat. Auch im Sound von Rapid Dye schlagen sich die leicht-fließenden Grenzen Australiens nieder. Ich würde einfach mal frech behaupten, das ist HcPunk für die Garagekids, aber was soll das Wortgewalze? Rapid Dye machen auf dieser 7Inch wirklich keine Gefangenen, ballern wüst-verzerrte kurzweilige Kracher in’s Hirn und wollen dich losziehen lassen, irgendwelche Dummheiten zu begehen.

Shaking Heads – 12″ (Kenrock)

Zugegeben, solche Musik hat mir doch ein wenig gefehlt. Hier könnte man fast meinen, eine Sozialisation durch Bands wie die Bellrays oder genrell durch Detroit Garagerock wäre nicht ganz spurlos vorbeigegangen und das Alles mit der ganz eigenen Note versehen, wie man sie aus dieser Ecke dann doch ganz gut kennt. Höchst melodischer RnR, schön unverkrampft und förmlich ein Hohelied an die klassische Rock-Band-Besetzung.
Starke Band, die ich vor 10 Jahren wohl genauso gefeiert hätte, wie heute. Zeitlos ist ein dummes Wort aber genau so würde ich solche Musik beschreiben.
Alles sehr geradlinig und genau dadurch so erfrischend. Ja, da war mal eine Zeit, als nicht jede Band einen Synthesizer brauchte, um zu gefallen.

Unnatural Helpers – Wonder Years (the lost first recordings) Famous Class Recordings

Über diese Band stolpert man doch immer wieder, wenn man sich etwas ausfühlicher mit Garagepunk beschäftigt und ich würde sogar so weit gehen,
sie als DIE Garagepunk-Band zu bezeichnen, wirklich. Zeit ihres langen Bestehens scheinen sie unter dem Radar ihrer anderen Projekte und Bands zu fliegen und Namen wie Intelligence, Idle Times, Zig Zags scheinen doch für größere Furore gesorgt zu haben. Warum? Weiß wohl niemand so genau, dabei hat man es hier wirklich mit dem Extrakt zu tun, der guten Garagepunk ausmacht. Schön verzerrt, schrottig und zwischen den Stühlen der Zeit, bzw. der Wellen des Garagerocks. Unnatural Helpers sind weniger eine feste Band als ein Konglomerat der unterscheidlichsten Protagonisten. Mittlerweile bei Labels wie Hardly Art gelandet, klangen die Unnatural Helpers in ihren Anfangstagen noch etwas ungeschliffener, roher und diese Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2000, klingen aber wie eine Fahrtrichtung, die man dem Garagepunk streckenweiße wieder wünschen würde. Aber auch die neuen Sachen sind denfintiv hörenswert, wer gargigem PowerPop etwas abgewinnen kann.
Diese 7″ ist wirklich ein Schatz und eine hervorragende Blaupause. Bestens!

Blues Lawyer – Guess Work (Vacant Stare)

Verdammt, ich liebe solche Musik, wirklich. Mir kann es nicht nölig genug sein, wenn es um Lo-Fi Pop geht und Blues Lawyer (mit Leuten von The World und Mall Walk) treffen defnitiv einen ähnlichen Nerv, wie es auch schon die Woolen Men, Chook Race oder auch Estrogen Highs schaffen. Was macht solche Musik für mich so attraktiv? Vielleicht, dass es zwar so einfach ist, den Stücken zu lauschen, dass es Songs sind die nicht anstrengen aber das eigentlich auch nur beim ersten Hören. Wenn man die Lauscher jedoch etwas weiter aufsperrt erschließt sich ein ganz eigenes Universum, dem man sich nur zu gerne aussetzt. Es gibt sie noch, also Musik, die sich einfach noch gut anfühlt. Wunderbare PopMusik, wie sie hierzulande wohl kaum entstehen könnte, ohne sich der Lächerlichkeit preizugeben, dessen bin ich mir fast sicher. Mehr solcherlei, bitte!!! Vacant Stare ist sozusagen das Hauslabel des Beekeepers-Völkchens und generell immer einen Blick wert!

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