Reviews: Pink Thing, Borzoi, Marbled Eye


Pink Thing – The Curtain EP (Punk Alive)

Rudimentärer, fett gespielter Postpunk, der sich nicht allzu sehr in Frickeleien verliert aber auch nicht allzu simpel ist. Nicht die neueste ArtPunk Truppe, keine Bläser dabei, kein Geschnörkele, nicht die Zungen in den Ärschen der Kunststudenten, aber auch nicht stumpf genug, um das Interesse der Menschen zu wecken, deren musikalische Sozialisation ausschließlich durch den Plastic Bomb – Sampler stattfand. Einfach nur cool runtergespielter Punkrock. Die kommen aus Dallas und erinnern beiweilen an eine Mischung aus Mary Bell und den Nighbourhood Brats. Cool, gell!?



Borzoi – s/t (Digital Hotdogs)

Kommen wirklich und in echt aus Austin (das Internet lügt), wo auch auf 12xu eine vorhergehende Single veröffentlicht wurde und Ende September ihre neue Lp, die, wie der einzige Song, den man vorab schön hören kann, psychopathische Einflüsse von Spray Paint bis zu den Residents zulässt, noch einen Tacken ausgefeilter daherkommt, als die Songs, die auf dieser Compilation zum kostenlosen Download zu haben sind. Das hat ganz klar einen Garagepunk-Drive, lässt aber klar durscheinen, dass man sich nicht einem allzu engen Konstrukt fügen möchte und Spaß am Experiment hat, auch eine Menge Noisepunk und No Wave gehört hat und mag, was sich auf der neuen LP wohl noch mehr Bahn bricht. Macht live sicher schwer was her und lässt gespannt sein.

Marbled Eye – Leisure Lp (Erste Theke Tonträger)

Auf keine Lp war und bin ich so gespannt wie auf das Debüt dieser Band, die bereits mit ihren vorhergehenden Eps eine Fahrtrichtung aufzeigten, wie herrlich unverkrampft PostPunk heutzutage klingen kann. Wer auf der Suche nach einer Schnittmenge der momentanen Useless Eaters und Institute ist, muss diese Band mindestens so lieb haben wie ich, der sich immer noch ein Bein absägen möchte, dass er sie auf ihrer Euro-Tour verpasst hat.
Wurden auf den Eps die Wege noch ein wenig ausgeleuchtet, scheint hier der Extrakt aus beiden präsentiert zu werden und befördert sie ganz weit nach oben, an die Spitze dieses ominösen Post-Punk Konstruktes, auf das sich so viele berufen. Natürlich kann man in den Songstrukturen definitiv Krautrockiges raushören, aber das ist wohl keiner Refrenz-Meierei geschuldet, sondern einem breiten Interesse, was den Sound betrifft und sie ja, eben in die Nähe der momentanen Useless Eaters rückt, mit denen sie wohl auch ein Bandmitglied teilen (?). Obwohl das Alles sehr poppig daherkommt, irre eingängig ist, sind die Songs im besten Sinne davon entfernt, hitverdächtig zu sein und umtänzeln stetig den schmalen Grat, sich selbst zu dekonstruieren aber nicht völlig, was sie eben so schön abhebt von -im selben Gewässer fischenden- allzu arty-farty Projekten, die einem fast schon im Sekundentakt präsentiert werden. Das gleichzeitige Unterschreiten der künstlerischen Belanglosigkeit und bapp-süßem, anschmiegsamstem Pop-Appeal ist nicht zuletzt dem scheinbar unmotivierten, nöligen Gesang zu verdanken, welcher einen, sich fast zerreißenden, Kontrast zum treibenden Instrumentarium bildet. Macht gespannt auf den Release-Termin, wenn alle Songs zu hören sind und die Platte über Erste Theke Tonträger zu haben ist. Großartige Scheibe!!

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