Reviews: Drunk Mums, Terremoto, Structure


Drunk Mums – Denim & Leather forever (Pissfart Records)

Beide 7″ der Drunk Mums in Form einer Kassette. Und wie der Name schon verspricht, handelt es sich um zugemüllte Rock-Musik für verlebte Alkis, die schon auch mal nackt in Nachbars Garten aufwachen und bevorzugt zu siebt im Auto auf Konzerte fahren und im Zweifel noch den Besoffensten ans Steuer lassen, während aus den Boxen „Search & Destroy“ in Dauerschleife knarzt. Am Liebsten möchte man sich den Tetra-Pack Wein an den Venen anschließen und sich nur noch grunzend mit seinen Mitmenschen auseinandersetzen, wenn sie zu einem tiefschüfenden Gespräch ansetzen. So ziemlich jedes einzelne Stück dafür geschaffen, mitgegrölt zu werden. Die nötige Ecke PowerPop, ein bißchen 77Punk und eine Menge MC5, um die Party völlig ausarten zu lassen. Vor Kurzem habe ich eins der besten Reviews
ever gelesen und das war von einem Ox-Schreiberling über die irren Cavemen, welches auch hier zutreffen könnte und insgeheim würde ich mir eine anarchische, runtergesoffene Gruppe aus RnR-infizierten Vollhonks wünschen, die künftig nur nur solche Konzerte veranstalten und am Besten gleich beide Bands an einem Abend.

Terremoto – The Bridge (Behind The Beat Records, Symphony Of Destruction)

Ich muss gestehen mit Goth-Rock kann man mich schnell mal vergraulen. Zu 90% einfach zu pathetisch und darauf ausgelegt, die Playlists auf entsprechenden Parties zu füllen. Ewige Reproduktion des Immer-gleichen, aber wenn eine Band es schafft, einfach nur düster-morbid-schöne PopSongs zu schreiben, gefällt auch mir das und Terremoto schaffen das hervorragend, was auch nicht verwundert, zumal sich die Band sich mit u.a. Ubik & Masses die Mitglieder teilt. Gerade „Mercy“ „Croatia“ und „Last Days“ sind wunderschön melancholische Songs und zeigen auf, dass hier nicht verkrampft versucht wird, die Essenz eines Genres zu reproduzieren, um Anschluss zu finden, sondern, dass eben die Rhythmik und Melodien schon so sehr verinnerlicht wurden, dass es eben gelingt, das Beste aus diesem Genre herauszukitzeln. Gefällt ausgesprochen gut.

Structure – ep

Kommen aus Brighton und ihr kennt die vielleicht schon, weil sie beispielsweiße auf dem letzten „Nothing Nice To Say – Fest“ gespielt haben. Klar, klingen die volle Kanne und unverschämt nach Crisis und das ist auch sehr gut so. Das ist also Musik, die verlebte Alkoholiker machen und hören, wenn sie zu oft nüchtern sind und merken, dass da irgendwas schief läuft, auch und vor Allem mit einem selbst. Vielen vielleicht schon zu arty-farty aber dann sollte man vielleicht einfach mal wieder anfangen Musik zu hören und nicht nur dahin gehen, wo man sich das wildeste Fest verspricht. Echt mal. Ein Stammtisch funktioniert doch auch, ohne dass man sich mensch- und musikgewordene Belustigung einkauft um eben das feuchtfröhliche Zusammensein noch irgendwie vor sich selbst rechtfertigen zu können. Himmelhergottzackrament. Das ist verdammt guter Postpunk, der genau das einhält, was er verspricht. Und der abwechselnde Gesang macht das Ganze nur noch besser.

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