Reviews: The Nods, Trash Knife, Rays, Cold Beat



The Nods 7″

Was soll man über eine Band schreiben, über die man eigentlich fast keine Informationen aufbieten kann, die nur wenige Songs online haben?
Ein bißchen geht es mir mit den zwei Tracks auf dieser 7″ wie mit dem Album der White Fangs. Wieviel Aggression kann man noch in Songs stecken, die quer durch Psych- und Garagepunk wildern? Ja, die kommen aus Salt Lake City und das letzte Lebenszeichen war nach dieser 7″ tatsächlich eins aus dem jetzigen Jahr und zwar in Form eines Radio-Live-Mitschnitts. Bleibt zu hoffen, dass jemand auf die Leute aufmerksam wird und sich vielleicht einer LP annimmt oder wenigstens einer EP, irgendwas. Ich will nicht unbedingt behaupten, dass sich ein kompletttes Genre gerade völlig am Verleben ist, aber wenn ich den nächsten Ty Segall oder Oh Sees Aufguss zu hören bekomm, spei ich noch auf den Bildschirm, wirklich. Da ist es umso erfrischender, wenn eine Band einfach mal wieder die eigene Psychopathie gelungen umzusetzen weiß. Als hätten Sex Church an der Geschwindigkeitsschraube gedreht und eine wilde Party mit The Blind Shake gefeiert. Gerade die Psych- und Shoegaze-Einflüsse machen das Ganze umso hörenswerter. 2 rasende Kracher der besten Art.

Trash Knife – So far… (Suicide Bong)

Sind schon wieder auf Euro-Tour oder vielleicht immer noch. Diese Kassette ist sozusagen ein Resümee ihres bisherigen Wirkens, ihrer 7″ auf z.B. P.Trash, Secret Identity Records. Ich muss gestehen, nicht immer holen sie mich ab, aber alleine Songs wie Ronda oder I‘m done würden mich doch gerne wissen lassen, wie das live so ist und dass Teile der Leute z.B. schon bei Spent Flesh zusammen gespielt haben, lässt wirklich hoffen, dass die Band ordentlich Druck auf der Bühne aufzubauen weiß. Nichts ist besser als eine schöne Lo-fi Produktion die live aber dermaßen schwer aus den Boxen drückt. Für Fans von KBD-Punk und Garagepunk der alten Rip-Off-Records Schule fast schon ein Muss. Auch das Label macht schwer was her und bietet mit „Killed by Philadelphia“ einen schönen Überblick, was da gerade so geht.

Rays – s/t (Trouble in Mind)

Kaum zu glauben, dass ein Mitglied der Rays auch bei „Life Stinks“ spielt, aber schon eher zu glauben, dass „The World“ auch jemanden an diese Band ausgeliehen haben. Mit solcher Musik hat man mich gleich am Wickel und ich kann einfach nicht so wirklich sagen warum. Vielleicht weil das Pop-Musik ist, die so und genau so im Radio laufen sollte und gerade „Trouble in Mind“ haben ein unglaubliches Gehör für solches Zeug und bewießen das bereits mit Releases für „Dick Diver“ und „Chook Race“, die ihre Einflüsse defintiv auch aus dem „Flying Nun“-Katalog entliehen haben. Auch hier wird kein wirkliches Aufheben darum gemacht und eine geistige Nähe zu ähnlichen Bands aus Australien zugegeben. Und wer die „Woolen Men“ oder „Honey Bucket“ mag, wird auch diese Band gern haben. Das ist wirklich und in echt Pop-Musik für die kaputten Kids und Rays bezeichnen sich selbst gerne auch mal als PostPunkBand, was so vielleicht auch nicht falsch ist, wenn man damit z.B. Brian Eno meint. Geht sehr gut ins Ohr und soll es wohl auch.

Cold Beat – A Simple Reflection (Dark Entries Records)

Cold Beat haben sich längst einen Platz in meinem Herz gesichert, wie eigentlich alle Bands aus dem Grass Widow – Umfeld. Und mit diesem Album zauberten sie mir das erste Lächeln des Tages aufs Gesicht. Wie gut ist es bitteschön sich durch die B-Seiten der Eurythmics zu covern, eine Band, für die sich viele, die in den 70ern geboren wurden vielleicht immer noch heimlich schämen, weil sie auf ihren Schülerbällen genau zu solcher Musik rumgehampelt sind. Ich bin mir fast sicher, dass „Eurythmics“-Fans regelmäßig von so richtig echten Punks aufgemischt wurden. Wahrscheinlich enstand Punk genau wegen solchen Bands als Antithese. Umso schöner, dass sich im Jahr 2018 eine Band, die für mich mehr Punk ist, als das prollige Rumgegrunze, das gerade hierzulande als solcher verkauft wird, einem solchen Album angenommen hat. Die Songs der Eurythmics waren mir so noch nie gegenwärtig und ich werde die Band vielleicht auch nicht wirklich anfangen zu hören. Schon der erste Song von den Cold Beat – Versionen gefällt mir eigentlich besser als das Original. Sorry, ich hoffe, ich trete da auf niemandes Füße. Klar, muss man das nicht mögen, so wie man einfach nichts mögen muss, dass auch nur ansatzweiße nach Pop klingt, aber ich hampel jetzt wohl auch ein bißchen dazu rum und würde mir wünschen, die Band wirklich mal live sehen zu können. Dass sich Dark Entries diesem Release angenommen hat ist nur ein weiterer Beweiß dafür wie stark diese Band eigentlich ist.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email