Reviews: Lower Body, Vanilla Poppers, Babys Blood, Fountain


Lower Body – s/t EP (Black Wire Rds)

Ich weiß beim besten Willen nicht, an wen mich diese Band erinnert, im Speziellen der Gesang? Vielleicht etwas Merchandise oder Cat Party? Kein Plan, ist ja auch egal, aber das ist verdammt guter unaufgeregter, PostPunk, der kaum schöner und melancholischer sein könnte. Also, nach der Single auf Black Wire kam nun diese Ep. Bleibt zu hoffen, dass der nächste Release ein Longplayer sein wird. Auch das Label macht schwer was her und bietet neben der eigentlichen Labelarbeit mit Hometaping Killed Music
einen schönen, unvollständigen Überblick, was zwischen den 90ern und heute noch so Alles in Sachen DIY, Punk, Hardcore in Australien passiert ist und vielleicht sonst eher Gefahr laufen würde, unter den Tisch zu fallen. Natürlich stechen auch da Infinite Void heraus, die parallel auf Black Wire und Contraszt ihren neuen Release rausbrachten.

Vanilla Poppers – I like your band (Feel it records, Drunken Sailor)

Gibt es eine Band, die noch nicht von den Bandcamp-eigenen RedakteurInnen bis zur Unkenntlichkeit durchgewargelt wurde? Genaugenommen doch auch egal, für die Bands ist’s gut, die Bandcamp Leut beweißen fast durchgängig Geschmack und Sensibilität für DIY-Label. Ist doch erst mal gut, oder? Auch Vanilla Poppers wurden schon -völlig zurecht- auf dieser Plattform zelebriert. Wer seinen Hardcore gerne ähnlich ranzig-rockig hat, wie man ihn z.B. auch bei Leather Jacuzzi vorfindet, macht auch hier überhaupt nichts falsch. 80er Hardcore und 70s Punk sind die Eckpfeiler der Band, die nach ihrer Lp auf Lumpy nun diese 4 Tracks starke Ep rausrücken, die mindestens so kurz und knackig ist, wie einmal am Poppers-Fläschchen gerüsselt.



Babys Blood – s/t 7″ (Blast of Silence, Neck Chop)

Die Aufnahmen exisitieren schon eine ganze Weile, wurden nun von diesen Label in Form einer 7″ veröffentlicht. Hatte ich schon beim Hören der neuen Sick Thoughts – Aufnahmen die „Befürchtung“ Drew Owen könnte andere Formen der Stressbewältigungen gefunden haben und setzt ab jetzt eher auf ausgefeiltes Songwriting denn auf absolute psychotische Abgefucktheit, beweist er spätestens mit diesen 4 Tracks, dass er glücklicherweiße immer noch genug Wut in der Bier-Wampe hat. „Amphetamine commandos going str8 the 2 stars“ steht augenzwinkernd auf der Bandcamp-Seite, „Recommended if you hate absolutely everything!“ auf der Neck Chop Seite und beidem ist eigentlich wenig hinzuzufügen. Drew Owen scheint es in Finnland zu gefallen und lotet immer noch die Möglichkeiten aus, die möglichst brutalste, selbstzerstörerischste und misanthtropischste Musik zu kreieren, was ihm immer noch und immer wieder ausgesprochen gut gelingt. Ein musikbessener Querkopf, der die Sachen, die er gerade hört, nicht schnell genug in seine ganz eigene Version dessen umwandeln kann. Hier also in Form eines räudigen, zutiefst asseligen Hardcore-Punk-Hybriden.

Fountain – Acid Bath From The Jaded Jungle

Immer, wenn man denkt, es geht bald nicht mehr verrückter, kommt so eine Band daher und man weiß nicht so genau, was das sein will, wenn es mal fertig ist. So unfassbar Vieles, das man da durchhören kann und das Alles betrachtet durch die übergroßen Hornbrillen von pickeligen Heranwachsenden, die so gar nicht zu wissen scheinen, was sie da eigentlich machen. Nein, das ist ein bißchen so, als hätten Di Caprio die Melancholie abgestreift und gegen eine Infantilität eingetauscht, die Bands wie Wire und Gang Of Four zwar respektieren aber nicht ernstnehmen kann ohne dabei übertrieben doof zu persiflieren. Streckenweiße werde ich da auch an Keinseier von Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs erinnert, falls die noch wer kennt. Kann man mögen, muss man aber nicht. Ich find’s stark.

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