Reviews: Tænia, Dumb Vision

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Taenia – Valse à Satan (Et Mon Cul C‘est Du Tofu?)

Hätte man mir diese Band vorgespielt und nicht gesagt, woher sie kommen, hätte ich es sofort erraten, auch ohne den Gesang. Loblieder auf einzelner Länder sind mir zwar suspekt, auch in der Musik, aber so etwas kann nur aus Frankreich kommen. Ich würde nicht einmal behaupten, dass solche Art von Musik eine irre lange Tradition dort hat, aber doch könnte man ein fabulöses Line-Up zusammenstellen, auf dem auch diese Band defintiv nicht deplatziert wäre. Wem The Dictaphone schon gefallen hat, wer The Feeling Of Love mag, Crash Normal etc. wird auch von dieser Band begeistert sein, die sich so leicht nicht in eine Schublade stecken lässt. Nenn es No-Wave wenn du magst, aber dafür sind die Songstrukturen zu ausgefeilt und repetitiv – nur schwer kann man erraten, welche Instrumente da bearbeitet werden. Wenn mich das Internet nicht belügt, besteht die Band gerade mal aus zwei Leuten, was aber nicht so klingt, da der Sound ein sehr voller ist. Defintiv ein Synthesizer kommt zur klassischen Besetzung dazu und vielleicht auch noch andere Instrumente, die bis zur Unkenntlichkeit verfremdet wurden und ihre Klangwaben ausbreiten wie ein Spinnennetz, in dem man es sich nur allzu gerne gemütlich macht, um darauf zu warten, von der Musik völlig veschlungen zu werden, was live sicherlich noch mal einen Zahn draufzusetzen weiß an Intensität. Ich liebe französischen Gesang, auch wenn ich kein Wort verstehe. Was Google mir als Übersetzung ausspuckt lässt erahnen, dass die Lyrics schwer was hermachen und sehr gut zur Stimmung der Platte passen. Auch das Warsaw-Cover, das in „Hi, Serge!“ seine abgewandelte, eigene Version erhält, gefällt mega gut. Defintiv kann man dem Ganzen auch eine gewisse krautrockige Kante nachsagen, aber mir würde da kein konkreter Vergleich einfallen. Sinister ist eins meiner neuen Lieblingswörter und genau das ist diese Musik, vom ersten bis zum letzten Ton. Schlicht großartig!!!

Dumb Vision – Modern Things (Big Neck Rds)

Verdammt, genau so hat Garagepunk zu klingen, wenn man mich fragt. Manchen könnte die Band bereits bekannt sein von der Split mit Trash Knife, aber was sie hier auf ihrer Debut-LP zusammenschreddern ist einfach so verdammt gut. Aber von Anfang an. Erst mal das Artwork, das den Sound kaum besser zusammenfassen könnte. Als ich anfing Garagepunk zu hören, war mir das Alles irgendwie noch Neuland und ich fragte im Plattenladen nach trashigem Punk und mir wurde prompt die halbe Crypt- und Deadbeat-Diskographie in die Hand gedrückt. Genau so klingen die Leute. Nach den Zeiten, als mir diese Musik noch völlig neu war und alles noch glänzte und ein Wunderland an verschrobenen Menschen und ihrer Musik war. Ist es auch heute noch, aber lange nicht mehr so Geheimnis-umwoben wie zu dieser Zeit. Dumb Vision fangen dieses Gefühl perfekt ein und wäre ich damals über eine solche Platte gestolpert, hätte ich wohl Salti geschlagen vor dem Plattenspieler. Das mag jetzt so klingen, als wäre die Begeisterung dafür völlig weg, aber das Gegenteil ist der Fall. Die Musik ist einfach leichter zugänglich geworden.
Dumb Vision schreddern so unfasslich gefährlich und schnell durch die -absichtlich- unterproduzierten Songs, die man gefälligst brutalst laut und stockbesoffen zu hören hat. Es ist schwer auszumalen wie saugut diese Band live sein muss und wie sehr man sich dazu völlig aus der Welt schießen möchte. Mehr solcherlei bitte!

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