Reviews: Meat Wave, Qlowski, Richard Vain

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Meat Wave – The Incessant (Side one dummy)

Sind erst kürzlich durch Europa getourt und haben einige Auftritte mit den Decibelles gespielt. Ständig hatte ich die Band auf dem Schirm, habe aber nie reingehört, Narr der ich bin. Aber jetzt kann ich mir sehr gut ausmalen, dass die Begeisterung der Decibelles für diese Band wirklich und echt ist. Wären die neuen Alben der Beiden nicht fast gleichzeitig erschienen, könnte man spätestens bei „Bad Man“ vermuten, dass sie sich beim Songwriting gegenseitig zitierten und inspirierten. Ich bin wirklich versucht, das erwachsene Musik zu nennen, aber das ist in meinen Augen fast schon eine Abwertung. Deswegen sage ich lieber, dass die Band genau das richtige ist für die Leute, die sich irgendwo zwischen Noiserock und Collegepunk austoben, sprich in den 90ern Kontakt zu guter Underground-Musik aufnahmen und sich nicht -wie wir Trottel- noch mit dem begnügen mussten, was halt gerade in die Drogerie zum Herrn Schmuda (?!) gespült wurde. Ich schweife ab, aber was würde ich dafür geben, meine VHS-Musik-Clip-Mixtapes wieder zu finden, alleine des Hellacopters-Interviews wegen. Ob mein Nostalgie-Express gerade von der Musik von Meat Wave angetrieben wird, die immer noch über die Ohrstöpsel läuft, sei mal dahingestellt, aber es bleibt dabei, diese Band versteht sich super drauf, schönst-melodiöses Songwriting mit der nötigen Prise Noise zu vermengen, was sie defintiv in die Nähe von Drive Like Jehu rückt.

Qlowski – EP

Danke Bandcamp, dass du mir diese spitzen Band gezeigt hast. Was nur würde ich mit mir anfangen, wenn es dich nicht gäbe? Würde ich vielleicht wieder arbeiten gehen und irgendwo Kartons zukleben, mich in mein Schicksal fügen, statt mir hier den Arsch breit zu sitzen, in bester Nerd-Manier einen Energy Drink nach dem anderen süffeln und den lieben langen Tag Musik hören und dazu bißchen rumschwafeln? Qlowski erinnern mich ein klein wenig an School Damage aber der Sound ist weniger minimal und Ausflüge Richtung fuzz-überladene Krach-Exzesse werden nicht gescheut. Jeder Song ist ein wunderschönes Mikroversum (das Wort gibt es!) und dass diese Band ausnahmsweiße mal nicht aus Australien kommt, sondern aus Bologna, lässt mich irgendwie aufatmen, wobei man bei „Days“ schon den Einfluss von Total Control raushören kann. Mal singt der Gitarrist, mal die Organistin und beiden hört man allzu gerne dabei zu. Grandios, garagige Popsongs, die sich glücklicherweiße außerhalb von gängigen Referenzen bewegen und die Einflüsse aus den schattigeren, unbekannteren Winkeln der Plattenkiste bezieht. Erst vor wenigen Tagen hat die Band eine neue Single auf Maple Death
veröffentlicht.

Richard Vain – Night Jammer (Big Neck Rds)

Big Neck trumpft gerade ziemlich auf und haut parallel drei Releases raus, die einfach dermaßen scheiß-gut sind. Richard Vain war mir bis dato völlig unbekannt, erinnert aber fast ab dem ersten Ton an die noch psychedelischeren Tage von Destruction Unit und dermaßen an The Feeling of Love oder auch ein wenig an Moon Duo. In den Anfangstagen war diese Band ein Soloprojekt, wuchs aber im Laufe der Zeit um zwei weitere MusikerInnen an und sie fabrizierten ein wunderbar psychedelisch-shoegaziges Debut-Album. Ich bin überzeugt, hätten The Velvet Underground ein Faibel für Synthesizer gehabt, hätten sie so klingen können und diese Referenz wird spätestens bei „Castles“ offenbar, was btw. ein so wunderschöner Song ist. Oh man, so viele Bands sausen einem beim Hören der Stücke durch den Kopf, dass man sich fast nicht mehr dabei konzentrieren kann. Jered, der Kopf der Band, ist kein Unbekannter, spielte bereits bei den Bare Mutants. Auch die beiden anderen schauen auf eine lange Linie an Bands zurück (The Ponys, Storm Clouds, Herds). Dieses Album ist wie gemacht für diese Jahrezeit und entspannt, verkiffte, rotweinschwangere Abende.

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