Reviews: Lonely Parade | John, Paul, George, Ringo & Richard | S.B.F.

review

Lonely Parade – The Pits Lp (Buzz Records)

Ich bin wirklich der Meinung, dass es mehr solche Bands geben sollte wie Lonely Parade, die gerade so klingen als wären sie die bösen, ständig gelangweilten Geschwister von The Goon Sax. Was letzteren die Drolligkeit sind Lonely Parade die Abgründe, welche sie selbst schon als „“charged with a very specific negative energy“ beschrieben. Beiden gemeinsam ist, dass sie wohl ähnlich alt oder jung sind und vielleicht eine nicht unähnliche musikalische Sozialisation durchgemacht haben. Dass die Chemie zwischen den Leuten hinter Band zu stimmen scheint, hört man den Stücken an – auch, dass die Band aus langer Freundschaft heraus entstand. Es stimmt halt wirklich, als Post-Punk wird gerade viel bezeichnet, was sonst in keine Schublade passt. Aber ganz kann man den Einfluss nicht wirklich wegleugnen. Was bitte war das dann, was auf Flying Nun so erschien? Gabs da schon den grauseligen Begriff Indie-Rock, der doch letztlich auch nur ein Regal in der Drogerie ist? Auch auf den Begriff Art-Punk komm ich nicht so wirklich klar. Aber gleich da unten könnt ihr euch ja selbst eine Meinung bilden – Wunder der Technik! ich find`s wirklich gut und ich werde da tatsächlich auch ein Stück weit in der Zeit zurückgebeamt. Die Band existiert schon eine ganze Weile aber scheint erst jetzt so wirklich zu einem sehr runden und vollen Klang gefunden zu haben, was vielleicht einfach auch nur der massiv guten Produktion zu verdanken ist. Ich kann jetzt schon die Augen rollen sehen bei manchen, weil sie einen Trend wittern bei solchem Sound, aber komm schon, das ist wirklich großartig, was die machen.

John, Paul, George, Ringo & Richard – Easy Listening (Phantom Records)

John, Paul, George, Ringo & Richard ist Richard von Pisse. Ok, fertig!
Nein, Punkrock ist ja bekanntlich ein knallhartes Business, ein Zoo, in dem nur die Stärksten überleben dürfen und sowieso muss man ja Alles, ausschließlich Alles unfassbar ernst nehmen und am Besten überhaupt keine Musik mehr machen sondern irgendwas anderes, sinnvolles. Diese 11 Songs sind eben diesem Zoo gewidmet oder auch einem anderen. Ich bin wirklich froh, dass es noch so etwas gibt und streckenweiße werde ich da schon an Son Of Salami erinnert. Pisse sind genauso wie dieses Soloprojekt für mich irgendwie der Gegenentwurf zu Punkrock, der sich in seiner ganzen Identitätsheuchelei so unfassbar ernst nimmt und ich bin nicht der Meinung, dass da einfach nur eine neue Ebene der dadaistischen Satire aufgemacht wird, sondern dass wirklich an dem Fundament der übertriebenen Selbstgerechtigkeit gerüttelt wird. Ich glaube bald habe ich mein Wunsch-Hüpfburg-Line-Up zusammen und bin mir sicher, dass diese Musik in Verbindung mit LSD dein Leben für immer verändern könnte – zum Positiven!

S.B.F. – Same Beat Forever (Neck Chop)

Gerade wirklich eine meiner liebsten Punkbands. Zwei Typen mit Gitarren und ein Drumcomputer, mehr brauch es doch gar nicht, um ein solches Trash-Punk-Ungetüm zu schaffen. Der eine von den beiden spielt solo bei Cruz Somers und der andere bei Race Car. Wunderbar vor sich hin schreddernd und mit der nötigen Agressivität vorgetragen, erinnert das beiweilen an eine schnörkellosere Variante von Tv Colours. Nur manchmal würde ich mir wünschen, dass sie etwas mehr an der Geschwindigkeitsschraube gedreht hätten und mehr solche Songs wie auf der vorhergehenden Single zum Besten geben würden. Trotzdem immer noch sehr fett gespielter Punkrock und live sehr platzsparend!

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

0 Antworten auf „Reviews: Lonely Parade | John, Paul, George, Ringo & Richard | S.B.F.“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

Du musst dich anmelden, um einen Kommentar zu schreiben.

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


+ zwei = sieben