Reviews: P22 | Creeping Pink | The Saigons

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P22 – The Beat Sessions Vol. 3 (Shout Recordings)

Dritte Folge der Beat Sessions, mit einer Band, die defintiv nicht weit von Institute anzusiedeln ist. Die Band war mir bis dato völlig unbekannt und wenn man sie im Internet sucht, findet man auch nur Leute, die genauso wenig über sie erzählen können. Das scheint wohl auch der einzige Release bisher zu sein. Kassetten sind stark, vor Allem halt günstig zu produzieren. Trotzdem finde ich das immer ein wenig schade. Hallo, coole europäische Label-Betreiber mit der dicken Kohle. Bringt doch mal Platten der Leute raus, die bisher nur Tapes veröffentlichten! Oh, schon passiert, zumindest mit den Urochromes welche mit ihren Beat Sessions auf Drunken Sailor unterkamen. Also hätte ich Kohle und würde sie nicht für so unsinnigen Quatsch wie Fertig-Gerichte, billigen Wein und Kippen ausgeben, würde ich sofort eine EP der Band auf meinem spitzenmäßigen Underground-Label mit dem Namen „Kunstrasen-Records“ herausbringen. Fertig wär die Tütensuppe! Zurück zur Band, wer sperrigem PostPunk was abgewinnen kann, kann da ganz ungeniert zugreifen und sich über knarzend-treibende Songs freuen, die unterschwellig agressiv sind und sich in herrlichem Mid-Tempo ergehen, bißchen wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch und das über die Länge aller Stücke. Sehr abwechslungsreich und ich freu mich immer wieder über Aufnahmen, die mehr erahnen lassen, als wirklich preisgeben und sich erst wirklich -live gespielt über eine dicke PA- ganz entfalten. Aber Musik ist leztlich auch ein Spiel mit den Erwartungen und dem eigenen Film, der darüber geschrieben wird. Die mag ich wirklich!

Creeping Pink – S/T (Self Released)

Creeping Pink kommen aus Indianapolis und der abgefahren geile Wein (ein ausführliches Review folgt) den ich gerade trinke aus Kalifornien. Beides verträgt sich irgendwie umgemein gut. Nein, das ist ein schlechter Anfang. Creeping Pink spielen super-verqueren Psych-Pop auf den John Dwyer mit Castle Face völlig zurecht schon aufmerksam wurde. Da wird einiges aufgefahren an Einflüssen und man merkt dass die Leut einfach mal drauf losspielen und schauen, was dabei so rauskommt und es kann sich wahrlich hören lassen, klingt für psychedelische Verhältnisse völlig abgeschmackt und mindestens so ranzig wie ein schief-gelaufenes Mischverhältnis an unterschiedlichsten Drogen. Psych-Pop kann einiges hermachen und schon Jacco Gardner und Forever Pavot haben das bestens unter Beweiß gestellt. Auch Creeping Pink sind an Verspieltheit kaum zu überbieten und erinnern manchmal sogar an Beta Band. Nicht jedermanns Fall sicherlich, aber je mehr Wein in mich fließt, desto mehr bewegen sich meine Gedankengänge zur Musik der beiden.

The Saigons – The Jungle City Demo (Choice Records)

Choice Records veröffentlichten schon Platten für die irren Woozy Viper und auch der Sound von The Saigons fügt sich wunderbar ein in das Label. Falls mal jemand fragen sollte, was LoFi ist, kann sie/er ohne mit der Wimper zu zucken direkt an diese Band weiterverwießen werden. Rudimentärst geiler, minimal gehaltener RnR, der sich irgendwo zwischen den Modern Lovers und Velvet Underground eingependelt zu haben scheint und auch manchmal Richtung Powerpop trippelt, gniedelt. Schön dreckig gehaltener Sound, der eben genau dadurch, jetzt kommt’s, wirklich zeitlos ist in seiner fertigen Räudigkeit. Wer generell auf der Suche ist nach RnR ist, der sich irgendwo noch richtig anfühlt ist hier genauso richtig wie bei, ja, Woozy Viper oder auch Waylon Thornton.

Und wenn 12xu nicht bald wieder online ist, stirbt der Hund meiner Nachbarn.

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