Reviews: Priors | Parsnip | Crepes

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Priors – New Pleasure (Slovenly Rds)

Lang ersehnter zweiter Longplayer der Priors, der spätestens mit dem Song „Provoked“ die Messlatte wieder ganz schön hoch setzt, wenn es um Punkrock geht, der nicht so derbe banal ist, dass einem das kalte Grausen kommen will. Geschmacksresistenz in der Musik ist eine sehr sehr ernstzunehmende Gefahr. Priors sind das Heilmittel, damit du nicht vergisst, dass es da draußen auch noch gute Musik gibt. Stell dir einfach die bestmögliche Schnittmenge aus Garage- und Postpunk vor und du kommst nahe dran, was auf diesem Album so zusammengeschustert wird. Mal wird man an die besten Solo-Stücke Jay Reatards erinnert, mal kommen einem die Mind Spiders in den Sinn, aber Namedropping scheint mir hier fehl am Platz, da sie in einer eigenen Liga spielen und Bands könnten froh sein, mit den Priors verglichen zu werden. Warum ich von dieser Band in Superlativen schreibe? Weil mir lange schon nichts mehr so Gutes unterkam. Die kommen bald auf Tour und wer sie verpasst, wird zu lauwarmem Sangria auf dem Ruhrpott Rodeo verdonnert.

Parsnip – Feeling Small 7″ (Anti Fade)

Neue 7″ von Parsnip und wieder eine dermaßen frische unverkrampfte Hommage an 60er Garage / Pop, dass einem wirklich warm ums Herz wird. Schade nur, dass es die Frowning Clouds und Strange Hands nicht mehr gibt, um zwei weitere Bands zu nennen, die sich in diesem Jahrzehnt austobten, ohne dass es allzu gekünstelt wirkte. In einer gerechten Welt würden morgen beide 7Inches der Band vor meiner Tür liegen und nicht der fettgefressene Kater meiner Nachbarn.

Crepes – In Cahoots (Spunk)

Ich wurde da irgendwie sofort an die Euro Boys oder auch Klaus Johann Grobe erinnert. Musik, wie ein schön anzuschauendes Möbelstück, das jeden Raum sofort in einem anderen Licht erscheinen lässt, bedeutet, schmeiß schnell die Lava-Lampe an und roll dir einen dicken Joint und schon fühlt sich die Welt weniger kalt an, versprochen. Also in meinem Fahrstuhl würde nur solche Musik laufen. Nein, Spaß beiseite, das ist wirklich großartig schöner 60s Pop, der dermaßen schwerelos und ätherisch daher kommt. Zwischendruch kann sich Musik ja auch mal gut anfühlen und nicht nur wie eine Schlägerei im Ohr, find ich zumindest. Wirklich jedes Stück wartet mit anderen Gimmicks auf und fast schon gruselig ist es, wie verdammt gut dieses Album produziert wurde, das an die sediertesten Momente von Ween erinnert, nur halt auf Albumlänge. In einer gerechten Welt würde morgen ein neuer Plattenspieler vor meiner Tür liegen und diese Platte und ein Joint so dick wie mein Unterarm. Aber ich geb mich auch mit einer halbtoten Maus zufrieden.

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