Reviews: Catch As Catch Can | Sweatshop Boys | Chafouin

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Catch As Catch Can – Regular Vanilla (Alien Snatch / Burger)

Nie wieder müssen sie Tapes kopieren vor ihren Auftritten, denn CACC warten nun mit ihrem Longplayer-Debut auf und bannten ein wahres Feuerwerk auf Vinyl, das ihrem sehr dichten Live-Sound mehr als gerecht wird. Das klingt so abartig locker aus der Hüfte geschossen und gerade so, als wären ihre Instrumente angewachsene Gadgets und nicht irgendwelche fremdartigen Geschöpfe, die erst noch gezähmt werden müssen. Schon das erste Stück erinnert mich in seiner unbeschwerten Zappeligkeit daran, warum ich solche Musik so unfassbar gerne hab. Selbst der Gute-Laune-Bläsersatz am Ende wirkt beim besten Willen nicht deplatziert, sondern setzt der Trance, in die sie sich gniedeln einen würdigen Abschluss und zeigt die Richtung auf, wohin mit der Platte gesteuert wird. Es geht um Musik, zu der man tanzen möchte, die sich schön anfühlt und das nicht nur auf dem Plattenteller. Immer wieder kommt ein warmer Orgel-Sound durch oder auch Synthisounds, die sie fast schon in die Nähe der Staches rücken. Selbst ihre surfigen Wurzeln verlieren sie nicht aus den Augen und -ob bewusst oder nicht- fallen sogar Referenzen an ihre neuen Labekollegen Bikes. Als ob das Alles noch nicht reichen würde, haben sie auch noch RnR-Guru King Khan und seine Tochter Saba Lou mit ins Boot geholt, die unter anderem beim Song „69″ mitwirkte, der auch in Videoform konsumiert werden kann. Was bitte kann da eigentlich noch schief gehen? Nüscht! Vom ersten bis zum letzten Ton eine Platte, welche die ihr zukommende Aufmerksamkeit -selbst über die Ländergrenzen hinaus- wirklich verdient hat.

Sweatshop Boys – Two Men (Rockstar Records)

Flitzten erst kürzlich durch Europa. Ich habe sie bisher leider nur einmal live auf ihrer voletzten Tour gesehen, aber ich würde wirklich in den Kanon miteinstimmen, dass sie neben Bands wie Hakan, Ditches oder The Number Ones momentan wirklich mit am sehens- und hörenswertesten sind, im kleinen aber feinen PowerPopUniversum. Dieses Mal hat sich das Label Rockstar Records ihrer angenommen und ihr Sound hat sich in seiner Grundzügen nicht wesentlich verändert, eher wird in Perfektion betrieben, was schon auf der Vorgänger-Lp zum Besten gegeben wurde. Auch hier wechseln sich wieder Songs ab, die das Wort Power in PowerPop unterstreichen und Songs, die schönst melodiös daherkommen. Ganz abgenabelt von ihren heimlichen Vorbildern Steve Adamyk Band und Sonic Avenues haben sie sich noch nicht, aber genau das sind eigentlich die Songs, von denen ich mir mehr auf der Platte gewünscht hätte (Vertigo, Hard To Realize), obwohl „A Terminal“ schon sehr süß geraten ist. Nur auf allzu übertriebene Solo-Gitarren-Action komm ich beim besten Willen nicht klar, aber das ist eigentlich auch das einzige, wirkliche Manko an den Songs, die live sicherlich nach wie vor sehr tight dargeboten werden.



Chafouin – ChAfOuiN (Et mon cul c‘est du tofu, u.a.)

Gleich 12 Label haben sich diesem Release angenommen, welcher eine Art Best-Of der vorhergehenden 3 Alben ist. Hier werden verwilderte, unerschlossenere Wege beschritten und ganz tief muss man in der Plattenkiste aus den 90ern wühlen, um treffende Vergleiche zu finden. Weil ich ein Spatzenhirn habe und entsprechend das Gedächtnis eines Goldfisches, fallen mir da auf Anhieb nur die verspielteren Bands auf SST ein, oder vielleicht auch Khuda minus die Nähe zu allzu klassischem Postrock oder -Metal, obwohl hier und da die Gitarren schon auch mal schwer und schleppend klingen. Ultra-Vertrackte Musik, bis in´s kleinste Detail ausgefeilt, ohne allzu überladen zu sein. Was da auf den Gitarren gezaubert wird, wirkt so völlig aus der Welt, fremdartig und nicht selten futuristisch, dass man nicht so genau weiß, wie man sich eigentlich dazu fühlen soll. Was in den Aufnahmen fast schon feingliedrig wirkt, ist sicherlich auf der Bühne sehr drückend und laut. Die Songs kommen fast durchweg ohne Gesang aus, der aber bei einer solchen Effektfülle auch nicht wirklich vermisst wird. Großartiger Mathrock, der besser und ausgefeilter kaum dargeboten werden könnte und heftigsten Rumba mit meinen Synapsen tanzt.

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