Beiträge von ackackack

!HUAG! Beschde Bands: Loser Life

Manchmal ist Musik einfach mehr, manchmal ist Musik wie eine Art Therapie, wie ein musikalischer Besuch in einer anderen Welt.
So schießt mir bei manchen Bands die Gänsehaut einfach entgegen, es geschieht einfach. Bei Loser Life geschieht es ständig.
Vor einem Jahr ließ ich mir die selbstbetitelte 7“ der Kalifornier raus- vor allem wegen dem krassen Cover, aber was mich da auf Platte gebannt erwartet hat war einfach umwerfend.

Unglaublich melodischer und mit viel Herz gespielter Hardcore Punk, von der absolut einfallsreichen Seite. Es ist als hätten sich Articles of Faith in das neue Jahrtausend gebeamt und noch eine Schippe an Aggressivität und Emotionen dazu gelegt.
Dieser verdammte Gesang wimmelt nur so von Gefühlen, man fühlt sich berührt- jedoch auf keinen Fall peinlich. Bitter Süße Melodien, Rohe Energie und verzweifelter Gesang.

Letzten Sommer waren die Junx in Europa auf Tour, ich könnte mir in den Arsch beißen sie nicht live gesehen zu haben. Ich denke ich hätte meine Fresse nicht mehr zu bekommen vor begeisterung. Kein 0-8-15 Geschrammel mit leeren Phrasen, ein ganz eigener Sound voller Emotionen und dem gewissen etwas das mir bei manchen Bands einfach fehlt.
Die Trostlosigkeit, der Hass und die unterdrückten Gefühle explodieren genau dann, wenn die Nadel anfängt am Vinyl zu kratzen…

Holt euch den Scheiß- für mich etwas ganz besonderes!!!

local testings teil 1

Poolnudeln

Es ist Winter, draußen ist es kalt und man möchte sich daher nicht im Freihen bewegen.
Der Sommerspeck wird vom Winterspeck überdeckt und langsam denkt man sich, man könnte sich mal ein bisschen sportlich betätigen.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber in Schwimmbädern muss ich unweigerlich an Herrn Lehmann denken.

So auch an jenem Tag als wir das Uhlandbad in Tübingen betraten.
Zunächst einmal muss man sich wieder mit der Eintritts-Automaten-Drehkreuz-Umkleidekabinen-Kleiderspint-Duschraum-Maschinerie auseinander
setzen, wofür früher die Eltern Verantwortung übernommen haben.

Durch die elektronische Türe begibt man sich auf eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit, ich schätze mal 60er Jahre. Das Bad wurde zwar schon 1914 in neoklassizistischem Stile erbaut, allerdings irgendwann von einem Trottel renoviert.
So steht es nun unter Denkmalschutz.

Das Bad befindet sich Stadtkern Tübingens, am Zinserdreieck und ist leicht zu übersehen (eher langweilige Fasade).
Zu den Attraktionen wird auf der Homepage des Hallenbades zwei Massagedüsen angepriesen..
welche für uns bis zum Schluss unauffindbar waren.
Zumal ich mich Frage ob so etwas die Bezeichnung „Attraktion“ verdient hat.

Für Studenten mit ner 10er Karte recht günstig (1,60€) Regulärer Eintritt 3,60€ total übertrieben für so ein kleines, überfülltes Bädchen
Wir kamen zufällig pünktlich zur Mädchen und Frauen Stunde (also Männchenverbot: Donnerstags 14:00 – 15:00 Uhr)
Wer in der Zeit Bahnen ziehen will trifft auf jede menge ältere Damen, tratschend auf Poolnudeln dahinplätschern, übermotivierte Sportlerinnen, einen aufmerksamen Bademeister und ein paar gemütliche Schwimmerinnen..

Dass man sich in Schwabistan befindet, wird einem spätestens dann wieder vor Augen gehalten, wenn die ältere Mitbürgerin einen darauf aufmerksam macht, dass die automatische Duschlaufzeit auch manuell nach vollendung der Körperpflege unterbrochen werden kann, oder einem eine noch nicht vollständig
abgelaufenen Restzeit des Hängeföhns angeboten wird.


Wir sagen: Naja, Okay..!

accelerators tour

accelerators
… ist 50 shows lang und geht vom 5.3. bis zum 30.4. – heiliger strohsack!

kein plan wer sich hier für stinknormalen punkrock interessiert, aber ich kann euch sagen: keine euro-band konnte in dem genre in den letzten 2 jahren so integer überzeugen!
bei dermaßen vielen shows spielen die bestimmt auch auf deinem klo, oder bei deinem nachbarn – ist also kaum verpassbar…

http://www.myspace.com/accelerators

johnny zweifel

wie sieht sie denn aus, die „ganz­heit­li­che „Na­tür­lich­keit“ des Men­schen“?

Nach mir die Sinnflut #2

Entweder ist das Leben eine große Koalition oder es kommt zur Kollission.

Nach mir die Sinnflut #1

Gemeinsam ist dem tiefsten Mittelalter und der aufgeklärten Moderne, dass die Vergeistigung gepredigt wird und die ganzheitliche „Natürlichkeit“ des Menschen als lästig empfunden wird.

Der Mensch, der heute in der Maschinerie des Lebens reibungslos funktionieren will, hat das Menschsein abzulegen, es zumindest nicht offen darzulegen, privat zu vollziehen und muss sich der puren appolinarischen Vergeistigung, dem Über-Ich fügen, das Dionysische, emotional chaotische unterdrücken.

So gehört zum Prozess des Erwachsenwerdens, seine Emotionen so weit unter Kontrolle zu bringen, dass diese die eigenen vier (geistigen) Wände nicht verlassen, um keine (menschliche) Schwäche zu offenbaren, da diese, weil unkontrollierbar, in einer funktionell-orientierten Welt (siehe Menschenmaterial, Humankapital, Rüstverteilzeit….) keinen Platz mehr hat.

mist #2

WTF?

brezel

ich bin entrüstet was mir da untergejubelt wurde.

johnny zweifel

Fun with words #7

Dem Studierenden ist eigen, aus seinem Tun und Handeln einen -Ismus zu machen, um sich durch diesen übergeordneten Kontext für etwas rechtfertigen zu können, was eh schon klar oder eben nicht erklärbar ist.

Mein lieber Herr Gesangsverein #4

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Zwei Fliegen mit einer Klappe, sehr schön! Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Video zu der spanischen Garage/Surf Band „Sonido Alfredo“, die ihre sehr eigene Auffassung dessen haben, wie Garage-Rock zu klingen hat. Am Herausstechensten ist wohl das sehr tolle Schlagzeugspiel, das klingt, als würde eine Horde hungriger Braunbären auf leeren Mülltonnen trommeln.
Hier wird mit einer seltenen Leichtigkeit gerotzt aber trotzdem noch auf Melodie geachtet. Der spanische Gesang verleiht manchen Tracks dazu noch eine sehr symphatische Note. Klare Favoriten sind jedoch das Surf-Instrumental „Macho Team“ und „Working man“, der einzige englisch-sprachige Titel.
Dann musste ich feststellen, dass das Video ursprünglich gar nicht von den Jungs selbst ist, sondern ein Zusammenschnitt aus Szenen des Films „The long distance runner“.
Lohnt sich bestimmt anzusehen! Fand jedoch noch nicht die Zeit, aber die Band ist gut, die Band ist gut, die Band ist gut…

und live:

Mein lieber Herr Gesangsverein #3

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Die Geschichte des Trip-Hop Labels „Ninja Tune“ ist für mich unweigerlich mit der Geschichte 3 ungleicher Brüder verbunden, die mir diesen Sound näher brachten.
Als ich den Begriff DIY noch mit dem Heimwerker-King in Verbindung brachte, waren die drei schon in Wäldern und auf Landstraßen unterwegs, um abgelegene, urige Locations (Höhlen, Burgruinen, Lichtungen…) zu finden, um dort ein Aggregat (ausgeliehen), 2 Plattenspieler (Technics), einige Kisten Bier (Oettinger!) und Boxen (Zeck) aufzustellen, um eine Party (unangemeldet) mit elektronischer Musik (kein verdammter GOA) bis Krautrock zu veranstalten. Das Ganze wurde bezeichnenderweiße „Hölle“ genannt und Flyer wurden nur an wenige Leute vergeben. Dem Motto angepasst war der unschlagbare Dauerbrenner der Parties „Invitation to hell“ von Mr Dibbs.

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Eine Internetseite der Jungs, welche unter dem Namen „Terato“ (von Teratologie, die Lehre von den Missbildungen) agierten, gab es zwar, wurde aber eingestellt, als die Polizei bereits vor den Veranstaltern anwesend war. Parallel zum Partygeschehen wurden unter diesem Namen auch Techno-Tracks geschmiedet und bildende Kunst geschaffen (jetzt unter dem Namen Derako: www.flickr.com/people/derako)

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Dreh- und Angelpunkte der „Höllen“ waren für mich immer die Künstler von Ninja Tune, die bevorzugt von einem der Brüder aufgelegt wurden (Der andere spezialisierte sich auf das Scratchen sehr druckvoller Hip Hop – Instrumentals, der dritte widmete sich hauptsächlich dem Schranz und Minimal). Selten gab es für mich bessere Beats und mehr cineastische Ästhetik, was die aufkommenden Bilder beim Hören betraf. Der König der vertrackten, emotionalen Weiten ist mit Sicherheit Amon Tobin, welcher auf zig Alben bereits bewiesen hat, dass elektronische Musik nicht zwangsläufig einfach gehalten sein muss, sondern in der Lage ist, Szenerien zu erfinden, die jedem postapokalytischen Streifen den Rang ablaufen. Bei seinen Alben tun sich Welten auf, die man sich mit Lovecrafts Geschöpfen bevölkert vorstellen könnte.

Ein weiterer herausragender Künstler bei Ninja Tune ist „Kid Koala“, ein Turntablevirtuose, der ursprünglich und nebenher Comics zeichnete und mit seinem Sound versuchte, eine Art Vertonung derer zu schaffen.
Alles in allem ein sehr schönes Label mit Klangproduzenten, die heute noch ihresgleichen suchen.

Mein lieber Herr Gesangsverein #2

Da versuch ich mich die ganze Zeit ein wenig zurückzunehmen, was meine favourisierte Musikrichtung betrifft, dann stoß ich auf so einen verrückten Spaten:

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Ich bin einfach mal so frech und bezeichne „Brian Auger“ (hier zu sehen mit Julie Driscoll) als den Beat- und Hammondgott schlechthin, obwohl seine Musik eigentlich als Jazz-Fusion (das damalige Crossover) bezeichnet wird. Gängigere Begriff ist vielleicht Dancefloor-Jazz, hört sich jedoch auch scheiße an. Einfach Mod, damit ich zufrieden bin.
Gestoßen wurde ich auf „Brian Auger“ durch jemanden, mit dem ich des Öfteren für ein Publikum von durchschnittlich 3 Leuten (meistens jenseits der 40) auf- bzw. eingelegt habe, das jedoch die ganze Nacht und mit einer solchen Inbrunst, dass wir manchmal ins Gehege kamen, wer denn als nächstes dran wäre. Der andere durfte dann ein wenig mit der Nebelmaschine und dem Strobo spielen, hatte einen Heidenspaß und war für die nächsten 10 Minuten beschäftigt!!
Season of the Witch (bei dem -unter anderen fabelhaften Songs- Julie Driscoll singt) musste immer abgespielt werden (rituell), bis zu dem Tag, als er mit einer Art Best-Of mit dem Namen „Get Auger-nized“ ankam. Uns Beiden haute es das Blech weg, noch nie habe ich jemanden so genial seine Hammond bearbeiten hören. Meine Füße krampften schon fast des Wippens wegen und ich musste die Scheibe auch haben. Gekauft im Buchladen! Irgendwas läuft doch schief, wenn man da interessantere Sachen bekommt, als im örtlichen Plattenladen. Egal, andere Geschichte. Driscoll und Auger spielten bereits in einer ähnlich genialen Combo (zusammen mit Rod Stewart) namens „Steampacket“, wo Auger bereits durch sein genialstes Orgelspiel auffiel.
Wahnsinniger Kerl! Sehr dufte…

Mein lieber Herr Gesangsverein! #1

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„Urbanes Trübsalblasen“ oder „Aktiv Aggressiv“ sind die Gedanken, die mir beim ersten Mal hören von „Balf Quarry“ von den „Magik Markers“ in den Sinn kamen. Vielleicht hätte Lydia Lunch gerne in dieser Band gespielt, wenn sie denn hätte spielen können. Ein Album, wie der suizidale Tagebucheintrag eines enttäuschten Teenagers, vielleicht so, als wäre „Der Schrei“ von „Munch“ vertont worden. Selten hat es mich so wenig gestresst, ein Mischung aus den Yeah Yeah Yeahs, Sonic Youth und Sigur Ros zu hören, durchzogen von unterschwelliger Wut.
Grau-in-Grau-Großstadtballade wird abgelöst von grungigem Wegwerfen im tiefen, getragenen Gitarrenspiel, dann wieder ein Stück wie ein Schlag auf die Vorderzähne und noch etwas verspielter Noise, alles jedoch unrahmt von einer tollen Gesangsstime.
Krasses Album, verstörend wie ein Lynch-Film. Keine Ahnung, wie die anderen zehntausend Alben der Band klingen, aber dieses hat mir gefallen und bewiesen, dass New York doch noch Nährschlamm für „neue“ abgefahrene Bands ist.

johnny zweifel

rassismus ist jetzt auch als natürliche, hochdosierte immunkur zu haben.

johnny zweifel

ist es vielleicht so dass harmonie und einigkeit einfach nur synonyme für langeweile und stillstand sind?

Mist #1

Fun with words #6

Morgenstund hat Colt im Mund.

Pöbelmacker #39

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The Cheeps sind mit Sicherheit keine Band, die sich zu verstecken braucht. Gefunden im Cheapo-Bereich (passend zum Namen) und gekauft, weil die Rezension nicht schlecht klang (wieder einmal konnte ich keine Hörproben finden), war ich natürlich anfangs ein wenig skeptisch. Das Zitat eines Kumpels kann man recht gut darauf übertragen:
„Man kann doch mit keiner Frau schlafen, ohne irgendwelche Hintergrundinformationen“.
Ich hab´s trotzdem mal getan und wurde nicht enttäuscht:
Auf der Rückseite des Albums mit langweiligem Landschaftscover prangt das Logo von Slovenly Records, sagte mir bis dato noch nichts, aber die Bands, die dort veröffentlichten auf jeden Fall: Wau Y Los Arrrghs, The Spit, The Hipshakes…
Ich muss zugeben, eine Weile brauchte ich, bis ich mit den Cheeps warm wurde, was auch am Bläsereinsatz in einzelnen Stücken liegen kann, aber jetzt gefallen sie mir von mal zu mal hören immer besser.
Sie klingen ein wenig nach den New Bomb Turks, jedoch experimentierfreuiger und mit dezentem Orgeleinsatz, d.h. extrem schneller Garage mit viel Verzerrung.
Man kann sie vielleicht auch als eine glattere, melodischere Version von Teengenerate sehen, aber irgendwie ist eigentlich alles glatter und melodischer als Teengenerate außer vielleicht Guitar Wolf.
Als ich dann folgenden Live-Mitschnitt sah, war ich vollends überzeugt:
Eine tolle Band mit einem Hauch Selbstironie…

Pöbelmacker #38

Bei manchen rollen sich die Zehenägel auf, andere sehen rot, einigen explodiert die Schädeldecke, wieder anderen geht das Messer in der Hose auf, einer tötet mit Blicken, ein weiterer kotzt Knochen wenn es um sogenanntes „Namedropping“ geht, um Bands zu beschreiben.
Deswegen verzichte ich darauf, „The Copyrights“ mit den „Ramones“ „Marked Men“, „Clorox Girls“ und „Statues“ zu vergleichen.
Kurz: Eine der wenigen Bands, die wissen, wie man manische Hochgefühle aus dem Nichts heraus schafft.

Fun with words #5

Der Geist ist willig, doch das Fleisch war billig.