Beiträge von Lyrical Gangster

HEISSGLUT, WEIßBROT, PRANKENSTARRE

Die Choreographie des Chaos ist hinreichend erprobt, als sie zu ihrer Aufführung kommt: Das simple Augenverdrehen, das den Weltschmerz und seine Enttäuschung zum Ausdruck bringt, bekommt einen großen Bruder, der sich seiner Umwelt als groß angelegter Flächenbrand präsentiert. Nur einen Monat später durchläuft man innerhalb weniger Stunden Gefühlszustände, die schließlich im emotionalen Supergau enden wollen. (mehr…)

Diesen Donnerstag! Geil!

Flyer Dulac

Thee Oh Sees live – Lo-Fi-Dampfhammer

Schweiß, Energie, Krach und garage-typische Verschrobenheit in einer für diesen Musikstil eher ungewöhnlichen Location macht die Thee Oh Sees-Show im Foyer des Museums Ludwig jetzt schon zu einer der intensivsten des Jahres.

21.05.2013, Köln, Museum Ludwig

Endlich: Thee Oh Sees spielen ihre erste Show in Deutschland. Viel hat man gehört von dieser Band, viele Live-Videos gesehen, viele Stories erzählt bekommen von Menschen, die bereits in den Genuss eines der seltenen Europa-Konzerte gekommen sind. Der Output der Band ist gigantisch, was nicht zuletzt am nicht enden wollenden Ideenreichtum John Dwyers liegt, dem kreativen und charismatischen Kopf der Band, Labelmacher (Castle Face Records) und Mentor von Ty Segall. Die skurrile und impulsive Herangehensweise des Oh Sees-Sounds hat Dwyer bereits auf unzählige Langspieler, Singles und EPs gepresst und auch in Zukunft scheint noch lange kein Ende in Sicht – das neue Album »Floating Coffin« ist gerade raus und verspricht Großes, auch für den anstehenden Abend. (mehr…)

Ein herzhafter Schluck, ein wahres Wunder.

Die Rolltreppen befördern sie frühmorgens runter in die künstliche und am Abend hoch in die echte Dunkelheit. Zombies. Die Bahn ist voller Menschen, aber es herrscht eine Totenstille. (mehr…)

Was sich neckt das liebt sich

Zu intensive Beschäftigung mit deutschem Battlerap in Kombination mit Alkohol evozierten neulich folgenden komatösen (Wach-) Traum bei mir: (mehr…)

Gefangen im Kettenkarussell, zu erschöpft um noch zu kotzen.

Die Nase in jüngst entsendete (oder eher althergebrachte) all-öffentliche Zeitgeistfürze zu halten, ist ausgesprochen unerquicklich. Es stinkt gerade ganz furchtbar reaktionär überall. (mehr…)

Oh Hass du Pflänzchen dass ich wässern musste, nachdem ich es gesät hatte und das mir unter den eigenen hilflosen Händen verging, weil etwas dazwischen kam.

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Lokalpatriotismus am Beispiel der „kulinarischen Staatsbürgerschaft“

Wenn einem nach dem Lobgesang über eine Tasse Kaffee (come on!) mal die Idee kommen sollte, weitere Grundnahrungsmittel abzufeiern, so fällt dem spontanen persönlichen Brainstorming auch die Zigarette zum Opfer. Es reißt manche Menschen aus dem Schlaf und das erste, was die Sinne zu verzaubern weiß, ist der Drang nach einer Überdosis Koffein und seinem Kumpel im Geiste, der mit Teer und Kondensat einen Pakt geschlossen hat, um alles in konsumierendem Geiste der Endlichkeit zuzuführen.

An sich natürlich eine tolle Sache, aber schon nach kurzer Zeit beschleicht einen das Gefühl, dass diese Mischung nicht ausreicht, um den Fortbestand der menschlichen Rasse zu sichern. Der Magen sehnt sich nach Mampf, den es heranzuschaffen gilt. Da das immer schon mit relativ großem Aufwand verbunden war, machte sich der Mensch schnell ans Werk und erfand die Zusammenstellung kleinerer Fressalien, die seiner Nachwelt als Fast-Food oder Frittenschmiedenfraß ein Begriff werden sollte. Bereits in der Steinzeit war der Vorfahre damit beschäftigt, seine berufliche Selbstständigkeit mit einer Mammutbräterei unter Beweis zu stellen (so denke ich mir das zumindest). Der Erfolg dieser genialen Geschäftsidee stellte sich auch erdrutschartig ein und vor Spelunken wie Säbelzahn King, T-Rex Castle oder McMammut sammelten sich Menschenmengen, die im Ride-In-Bereich auf eine Magenfüllung warteten und den Pommes-Schüttler hinter dem Tresen verhöhnten, um sich die Zeit zu verkürzen.
Parallel dazu entwickelten sich diverse „Esskulturen“ in verschiedenen Regionen, die auf der Verfügbarkeit der gegebenen Tiere und Pflanzen, die das Klima bereitstellte, basierten: Während der Italiener mit scharfen Messern Teigfladen durchs Unterholz hetzte und schließlich das Erlegte als Pizza und Pasta unters Volk brachte, popelte der Deutsche in seinen Körperöffnungen, um der Welt schließlich die Genüsse von Sülzen und Schmalzbroten zu verkaufen. Der Grieche gab sich weniger kreativ und zerfetzte das Wiener Schnitzel, um es mit Salat und Knoblauchpampe als Gyros-Teller anzupreisen, ebenso wie der Engländer Fischabfälle mit frittiertem Kartoffelmüll als Weltkulturerbe auswies. Es dauerte nicht lange und jede „Nation“ hatte ihre eigene Fresskultur etabliert, um damit global hausieren zu gehen. Allerorts exportierte der Franzose Lurchistelzen, die Dönerhöhlen schossen in jedem deutschen Vorort aus dem Boden und alles was der Spanier an Abfällen auf den Tellern liegen hatte, wurde in Tüten gepackt, um vom Bofrostmann als Paella an die dankbare Hausfrau geliefert zu werden.
Eigentlich war soweit alles in Ordnung, doch ein Phänomen des geschäftstüchtigen Zeitgeists im Zeichen des schnellen Euro örtlicher Hähnchenbratereien führte der geselligen Völkerverständigung Schaden zu: Die kulinarische Staatsbürgerschaft.

Fortsetzung folgt demnächst.